Der FC Barcelona in der Analyse

Weniger Busquets, weniger Kollektiv

Dienstag, 05.05.2015 | 09:49 Uhr
Luis Enrique hat seine Mannschaft um Lionel Messi herum gebaut
© getty
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Beim FC Barcelona hat sich unter Luis Enrique viel verändert. SPOX wirft vor dem Duell mit dem FC Bayern München im Halbfinale der Champions League (Mi., 20.45 Uhr im LIVE-TICKER) einen Blick auf die Taktik der Katalanen.

Der Spielaufbau

Unter Luis Enrique hat der FC Barcelona nicht alle alten Abläufe einfach über Bord geworfen. Der Spielaufbau wird noch immer mit den beiden Innenverteidigern kurz eingeleitet, lange Bälle bleiben die Ausnahme. Viele Verlagerungen von rechts nach links und zurück mit geduldigem Passspiel sahen die Fans auch unter Pep Guardiola.

Dann enden die Zusammenhänge jedoch schnell. Mit Gerard Pique und Javier Mascherano stehen normalerweise zwei sehr routinierte, passsichere Innenverteidiger zur Verfügung, weshalb Enrique darauf verzichtet, Sergio Busquets zwischen das Duo abkippen zu lassen. Selbst gegen Mannschaften mit zwei Stürmern sieht man dies nur noch selten.

Viel mehr konzentriert sich der Aufbau auf die Außen. Das mag einerseits daran liegen, dass viele Gegner das Zentrum gegen Barcelona schließen, um dann die Flügel zu isolieren, andererseits aber auch daran, dass die Katalanen in ihrer 4-3-3-Grundordnung sehr positionsgetreu und weniger fluide agieren als noch in den Jahren zuvor.

Somit wagen beide Innenverteidiger weniger Vorstöße mit Ball am Fuß, sondern zirkulieren so lange, bis sich nach wenigen Schritten über die Mittellinie ein Pass auf die Außenverteidiger anbringen lässt. Diese gehen zusammen mit den breit spielenden Achtern und den oft an der Auslinie klebenden Flügelstürmern sehr schnell in das letzte Drittel und damit in die Chancenerarbeitung über.

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Besonderheiten hat der simple Aufbau dennoch. Lionel Messi ist, wie so oft, ein wichtiger Faktor. Der Argentinier orientiert sich teilweise sehr weit nach hinten in den rechten Halbraum und unterstützt dort Ivan Rakitic und Dani Alves, bzw. arbeiten diese ihrem Mitspieler zu, um Messi Raum zu schaffen, ihn aufdrehen zu lassen und von dort Tempo aufzunehmen.

Alves' Rolle ist dabei entscheidend. Die Absprache zwischen beiden ist nahezu perfekt, sie wechseln sich stetig ab und besetzen nie die gleichen Räume. Somit verhindert der Brasilianer eine Isolierung von Messi, indem er als ständige Anspielstation in einer anderen vertikalen und horizontalen Linie bereitsteht.

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Enrique scheut sich jedoch auch nicht davor, seine Idee vom ersten Spielvortrag zu variieren. Je nachdem, wie hoch der Gegner verteidigt und presst, verändert sich das Spiel. Eine Torwartkette mit Marc-Andre ter Stegen ist möglich bei aggressiven Rivalen, dann baut Barcelona merklich tiefer auf und streut einige lange Bälle ein. Ebenso möglich ist ein weit höherer Spielaufbau gegen sehr defensive Gegner, dann wagen die Innenverteidiger viele Vorstöße und Busquets scheut sich nicht davor, abzukippen.

Das Prinzip bleibt dennoch immer das gleiche: Kurze Pässe, im Schnitt etwa 16 Meter lang, geduldige Verlagerung, bis sich über die Seiten ein Freiraum ergibt. Busquets' Rolle hat etwas an Bedeutung verloren, das Zusammenspiel zwischen Außenverteidigern und Achtern dagegen zugenommen.

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Seite 2: Die drei Offensivvarianten bis zum Tor

Seite 3: Ballverlust - und jetzt?

Seite 4: Immer noch die größte Schwäche?

Seite 5: Die neu entdeckte große Stärke

Seite 6: Und gegen die Bayern?

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