Viertelfinal-Rückspiel gegen Inter

Farfan träumt, Ralf Rangnick warnt

SID
Dienstag, 12.04.2011 | 17:20 Uhr
Trotz des triumphalen Hinspielerfolges traut Schalke-Trainer Ralf Rangnick dem Braten noch nicht
© Getty
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Nach dem grandiosen 5:2 in San Siro ist das Viertelfinal-Rückspiel gegen Inter für Schalke 04 eigentlich nur noch Formsache. Die Helden von Mailand träumen schon vom CL-Endspiel.

Noch trennen sie 90 Minuten vom Halbfinale, doch die Helden von Mailand blicken schon weiter. "Wir können ins Endspiel kommen", tönte Jefferson Farfan vor dem Viertelfinal-Rückspiel von Schalke 04 in der Champions League gegen Inter Mailand.

Der derzeit überragende Peruaner wird dem Vizemeister (Mi., 20.30 Uhr im LIVE-TICKER) zwar wegen einer Gelbsperre fehlen, erwartet acht Tage nach dem sensationellen 5:2 in San Siro aber keine Schwierigkeiten: "Schalke wird auch ohne mich keine Probleme kriegen."

"Wir werden auf Sieg spielen"

Farfan wird auf der Tribüne verfolgen, wie seine Teamkollegen mit dem komfortablen Vorsprung umgehen. Ihr Auftritt soll dem im Giuseppe-Meazza-Stadion möglichst ähneln. "Wir werden auf Sieg spielen", sagte Trainer Ralf Rangnick, der sich gar keine Gedanken um mögliche taktische Spielchen angesichts der Ausgangsposition machte: "Mit dieser Mannschaft können wir nicht die Schotten dicht machen."

Zudem kommt die Konstellation der offensiven Ausrichtung der Schalker unter Rangnick entgegen. "Inter muss volles Risiko gehen, das wird uns Räume geben", sagte der Coach, der das Spielsystem gegenüber seinem Vorgänger Felix Magath umgestellt hatte.

Neue Taktik unter Ralf Rangnick

"Wir spielen jetzt Fußball und hauen die Bälle nicht blind nach vorne", lobte Verteidiger Hans Sarpei die Taktik des neuen Trainers.

Nach der Gala von San Siro traut der Ghanaer, der unter Magath in die Regionalliga verbannt war, seinem Team noch Großes zu. "Wenn wir das Rückspiel über die Bühne kriegen, sind wir im Halbfinale. Dann ist alles möglich. Wir können alles schaffen", sagte der WM-Teilnehmer. Gegner in der Runde der letzten Vier am 26. April und 4. Mai wäre entweder Manchester United oder der FC Chelsea. Das Finale steigt am 28. Mai im Wembley-Stadion.

Julian Draxler für Farfan?

Rangnick warnte indes, den ersten Halbfinaleinzug in der Vereinsgeschichte als Formsache anzusehen. "Wir haben erst Halbzeit. Wir führen zwar, aber es ist noch nicht vorbei", sagte der Coach. Im vierten Spiel seit seinem Comeback auf der Schalker Trainerbank setzt er auf die Formation des Hinspiels: "Ich sehe keinen Grund, etwas zu ändern." Für Farfán könnte der 17-jährige Julian Draxler ins Team rücken. "Ich hätte keine Bedenken", sagte Rangnick.

Offensiv und jung wird sein Team gegen den Titelverteidiger antreten. Alexander Baumjohann und José Manuel Jurado sollen wieder im Mittelfeld für spielerische Akzente setzen, die beiden 19-jährigen Kyriakos Papadopoulos und Joel Matip die Inter-Stars Wesley Sneijder, Samuel Eto'o und Diego Milito bremsen.

Metzelder nur auf der Bank

Für Routinier Christoph Metzelder, unter Magath eine feste Größe, bleibt vorerst wohl nur die Zuschauerrolle. Nach seinem Nasenbeinbruch hat der Ex-Dortmunder seinen Platz in der Innenverteidigung offenbar an Matip verloren. "Dass Joel von Beginn an spielt, steht außer Frage", sagte Rangnick. Der 19-Jährige fühlt sich in der Abwehrzentrale deutlich wohler als im defensiven Mittelfeld, wo er unter Magath in dieser Saison eher schwache Leistungen zeigte.

Metzelder wartet indes darauf, dass seine Zeit auch unter Rangnick kommen wird. Dabei hat er in den letzten sechs Wochen der Spielzeit noch viel vor. "Jetzt ist die Zeit, in der die Preise verteilt werden", sagte der Abwehrspieler, "und wir können da ordentlich mitmischen."

Statistik spricht für Schalke

Gegen Inter spricht eigentlich alles für Schalke: Die Königsblauen sind in der Champions League seit acht Spielen ungeschlagen, haben alle vier Heimspiele gewonnen. Zehnmal gewannen sie im Europapokal das Hinspiel auswärts, zehnmal kamen sie weiter.

In der Königsklasse hat noch nie ein Team eine derartige Heimpleite im Rückspiel umgebogen. Lediglich in den Play-offs der Europa League gelang Dinamo Bukarest in der vergangenen Saison das Kunststück, nach einem 0:3 zu Hause im Hinspiel gegen Slovan Bratislava noch in die nächste Runde einzuziehen - im Elfmeterschießen.

Bei Inter, das am Samstag mit dem 2:0 gegen Chievo Verona eine Trotzreaktion zeigte, kehrt der Ex-Münchner Lucio nach seiner Gelbsperre ins Team zurück. Mit dem Brasilianer sollte die wackelige Abwehr Stabilität gewinnen.

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