Fussball

Die Methode "Run And Gun"

Von Für SPOX in Mailand: Haruka Gruber
Mittwoch, 06.04.2011 | 13:31 Uhr
Nach dem 5:2 bei Inter Mailand kannte der Jubel der Schalker keine Grenzen mehr
© Getty

Wie war das 5:2 des FC Schalke 04 bei Inter Mailand möglich? Glück spielte eine wichtige Rolle, entscheidend waren aber Ralf Rangnicks Mut, seine Hoffenheim-Barca-Vision und pikanterweise Felix Magath.

1. Taktische Ausrichtung: Run'N'Gun

Dass Schalkes Trainer Ralf Ragnick ein Mann der Experimente ist, bewies er bereits in den 80er Jahren, als er früher als das restliche Deutschland von der Manndeckung abkehrte und die ballorientierte Raumdeckung spielen ließ.

Was er jedoch bei Inter Mailand seiner Mannschaft als taktische Vorgabe mitgab, war an Radikalität und Risikobereitschaft ebenfalls nicht zu unterschätzen. Nachdem er Inters 0:3 im Derby eingehend studiert hatte, sah er die größte Schwäche des Champions-League-Siegers im Umschaltverhalten nach Ballverlust.

Daher gab er die Ausrichtung aus, das Mittelfeld so zügig wie möglich zu überbrücken, um schnell in die Nähe des gegnerischen Strafraums zu kommen. Dass dies auf Kosten der eigenen Kompaktheit ging und Schalkes Doppel-Sechs Papadopoulos/Jurado im Mittelfeld kaum Zugriff auf den zweiten Ball bekam, nahm Rangnick hin. "Wir haben so offensiv gespielt wie selten zuvor", sagte Torwart Manuel Neuer.

Was folgte, war ein wildes Hin und Her beider Teams, ein sortiertes Mittelfeldspiel fand im Grunde nicht statt. Phasenweise erinnerte es weniger an Fußball als mehr an Basketball, wenn dort zwei offensivstarke Teams "Run'N'Gun" spielen - einfach nur rennen und schießen.

Wenn die technisch überlegenen Mailänder nur etwas mehr Ruhe und Weitsicht an den Tag gelegt und die Mittelfeldspieler ihre Positionen gehalten hätten, wäre Rangnicks Hasardeur-Taktik wohl gescheitert. Inter jedoch nahm munter an der wilden Hatz teil, obwohl es anders als Schalke darauf nicht vorbereitet war. Joel Matip meinte: "Wir wurden von Ralf Rangnick sehr gut darüber informiert, wie wir zu spielen haben."

Außerdem auffällig: Rangnick gab seiner Mannschaft mit auf den Weg, es verstärkt mit Hereingaben zu versuchen. Der ohne Lucio schwächelnde Andrea Ranocchia sowie Aushilfs-Innenverteidiger Cristian Chivu wurden offensichtlich als Schwachpunkte ausgemacht und mit Flanken eingedeckt, um den wuchtigen Edu und den sich extrem clever im Raum bewegenden Raul erfolgreich zu Kopfballchancen zu verhelfen.

2. Aufstellung - Rangnick geht bewusst volles Risiko

3. Taktische Umstellung - Rückkehr der Hoffenheim-Barca-Vision

4. Physis - Magaths Anteil am Erfolg

5. Spielverlauf - Schalke profitiert von Stankovic-Traumtor

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