Fussball

"Bad Boy" Rooney als Hoffnungsträger

SID
Weggerutscht: John Terry traf mit seinem Elfmeter im Finale 2008 nur den Pfosten
© Getty

Am Mittwoch kommt es im Champions-League-Viertelfinale zwischen dem FC Chelsea und Manchester United (20.30 Uhr im LIVE-TICKER) zur Neuauflage des Finales von 2008. Wayne Rooney steht dabei nach seinem verbalen Ausrutscher in der Liga unter besonderer Beobachtung.

In der Liga der Buhmann, in der Champions League der Hoffnungsträger: Wenn Stürmerstar Wayne Rooney von Manchester United am Mittwoch bei der Neuauflage des Champions-League-Finals von 2008 beim FC Chelsea aufläuft, wird der 25-Jährige noch mehr als gewöhnlich im Fokus stehen. Die Viertelfinal-Partie ist der erste Auftritt des "Bad Boys" nach seinem verbalen Ausrutscher im Ligaspiel am Samstag gegen West Ham United.

Mit wüsten Beschimpfungen in eine Kamera hatte Rooney beim 4:2-Erfolg erneut für einen Skandal auf der Insel gesorgt und dafür heftige Kritik geerntet. "Ich habe Respekt vor Wayne Rooney als Spieler. Aber er ist ein dummer Junge und hätte das nicht tun dürfen", sagte etwa Harry Redknapp, Teammanager von Tottenham Hotspur.

"Die Emotionen schlugen hoch"

Der Rüpel selbst gab sich kleinlaut: "Ich möchte mich für mein Auftreten beim Torjubel entschuldigen, besonders bei allen Eltern und Kindern, die dies gesehen haben. Die Emotionen schlugen hoch", sagte Rooney, dem nun sogar eine Sperre von zwei Ligaspielen droht. Gegen den FC Chelsea will er nun durch Tore Wiedergutmachung und Werbung in eigener Sache betreiben.

Dabei bereitet die Offensive dem Team von Manager Sir Alex Ferguson kaum Sorgen. Vielmehr zeigte die Abwehr der Red Devils zuletzt Schwächen. "Wir müssen uns in der Defensive stabilisieren. Wenn wir das gegen Chelsea hinbekommen, wird es gut für uns laufen", sagte Verteidiger Nemanja Vidic. Der Serbe kann dabei womöglich auf die Unterstützung des Innenverteidigers Rio Ferdinand zählen, der nach überstandener Wadenverletzung sein Comeback feiern könnte.

Ob sich Manchesters Defensive auf einen Sturmlauf der Blues einstellen muss, ist ohnehin fraglich. Der Millionenangriff um Nicolas Anelka, Didier Drogba und Fernando Torres beeindruckte zuletzt vor allem durch eine Torflaute. Verlassen will man sich bei den Gästen darauf nicht. "Das gibt uns keine Sicherheit. Sie haben herausragende Stürmer, vor denen wir großen Respekt haben", sagte Vidic.

Die Statistik spricht für Chelsea

Beim Gastgeber aus London sieht man sich trotz der fehlenden Tore nicht im Nachteil. Hoffnung schöpft Chelsea besonders aus den Duellen der Vergangenheit. "Unsere Ergebnisse gegen Manchester United waren zuletzt sehr gut, besonders zu Hause. Das ist für uns sicher ein psychologischer Vorteil", sagte Torhüter Petr Cech. Die Blues haben die letzten drei "Duelle der Giganten" für sich entschieden. Die letzte Heimniederlage gegen ManUnited datiert vom 20. April 2002 (0:3).

An Motivation fehlt es Chelsea ohnehin nicht. Der Stachel der Final-Niederlage von 2008 sitzt tief. "Das Ergebnis sagt, dass sie gewonnen haben. Aber in Wirklichkeit haben sie das nicht. Sie hatten einfach mehr Glück im Elfmeterschießen - mehr nicht", sagte Cech und fügte an: "Was vorbei ist, ist vorbei. Wir schauen nur nach vorne und hoffen, dass wir uns dieses Mal durchsetzen."

Im Regen von Moskau rutschte Kapitän John Terry damals beim Elfmeter weg, der Ball prallte an den Pfosten. Anelka scheiterte danach an van der Sar und hinterließ einen in Tränen aufgelösten Michael Ballack.

Die voraussichtlichen Mannschaftsaufstellungen

Chelsea: Cech - Bosingwa, Ivanovic, Terry, A. Cole - Ramires, Essien, Lampard, Malouda - Drogba, Anelka. - Trainer: Ancelotti

Manchester: Van der Sar - Fabio da Silva, Smalling, Vidic, Evra - Nani, Carrick, Scholes, Giggs - Rooney - Hernandez. - Trainer: Ferguson

Das Champions-League-Viertelfinale im Überblick

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