Sogar der FC Chelsea lernt von Louis van Gaal

Von Für SPOX in Manchester: Thomas Gaber
Dienstag, 06.04.2010 | 09:26 Uhr
Louis van Gaal kann in Manchester wiede rauf Arjen Robben (l.) bauen
© Getty
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Der FC Bayern München steht vor dem größten Erfolg in der Champions League seit dem Titelgewinn 2001. Für Trainer Louis van Gaal soll Manchester United aber nur Zwischenstation sein. Ferguson schließt Rooneys Einsatz aus. Wahrheit oder Bluff?

Es ging recht holländisch zu am Dienstagnachmittag im Hotel Marriot Worsley Park & Country Club in Manchester. Louis van Gaal, Mark van Bommel und Arjen Robben machten ihre Aufwartung bei der obligatorischen Pressekonferenz.

Robbens Anwesenheit hatte etwas Gutes aus Bayern-Sicht. Er wäre wohl kaum zur PK erschienen, wenn er nicht einsatzbereit wäre am Mittwoch im großen Spiel bei Manchester United (20.30 Uhr im LIVE-TICKER, auf Sat.1 und SKY).

Robbens Wade hat aufgehört zu zicken. Der Mann für den rechten Flügel machte das volle Programm im Abschlusstraining im Old Trafford mit. "Ich bin mitgeflogen. Das ist doch schon einmal positiv. Und ich bin bestimmt nicht mit nach Manchester gekommen, um mich auf die Tribüne zu setzen", sagte Robben.

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Van Gaal: "Chelsea hat von uns gelernt"

19 Spieler hat van Gaal mit in den Nordwesten Englands genommen. 19 sind einer zu viel, einer muss auf die Tribüne. Eine Vorsichtsmaßnahme. "Ich glaube nicht, dass Robben als Nummer 19 nur auf der Tribüne Platz nehmen wird, aber endgültigen Aufschluss wird das Abschlusstraining geben", sagte ein bestens aufgelegter Coach.

Die Siege in den "Do-or-Die"-Spielen gegen Manchester und auf Schalke haben ihre Spuren hinterlassen. Das Selbstvertrauen der Bayern ist unerschütterlich.

Auf die Frage, ob er sich beim 2:1-Sieg des FC Chelsea im Old Trafford in der Premier League am Samstag etwas abgeschaut und dementsprechend etwas gelernt habe, antwortete van Gaal: "Ich denke eher, dass Chelsea von uns gelernt hat. Sie haben sich sicher unser Hinspiel angeschaut."

Chelsea hat das Old Trafford erobert, die Bayern haben das noch vor sich. Ein Unentschieden würde reichen, um erstmals seit 2001 wieder ins Halbfinale der Champions League vorzustoßen.

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Van Buyten kann spielen

"Das Halbfinale wäre natürlich eine tolle Sache", sagte van Gaal. Doch Manchester soll nur eine Zwischenstation sein auf dem Weg ins Finale nach Madrid. "Als Spitzensportler will man immer das Maximum erreichen. Und ich freue mich erst, wenn wir auch da gewonnen haben. Denn in zwei, drei Jahren spricht niemand mehr über ein Halbfinale."

Neben Robben ist auch das zweite Sorgenkind mit von der Partie. Daniel van Buyten glaubt selbst an eine 75-prozentige Einsatzchance. Der Belgier hatte im Abschlusstraining keine Beschwerden.

Die Bayern werden also voraussichtlich in Bestbesetzung antreten. Das wird auch nötig sein. "Wir müssen von Anfang an hochkonzentriert sein. Nicht so wie im Hinspiel, als wir früh das Gegentor bekommen haben. Das Publikum wird Manchester von Anfang an nach vorne pushen", sagte Robben.

Immerhin, so Robben, gehe der FC Bayern mit einem Vorsprung in das Spiel. "Unsere Chancen stehen vielleicht nicht 80:20, aber doch 60:40."

Geheimniskrämerei um Rooney

40 Prozent also für den Gegner. Das ist auch exakt der Wert, den die englischen Medien für wahrscheinlich halten, dass Wayne Rooney doch spielen kann. Uniteds Lebensversicherung schuftete am Vormittag im Kraftraum, während seine Kollegen final mit dem Ball trainierten.

Alex Ferguson schloss Rooneys Einsatz kategorisch aus. "Die medizinische Abteilung hat gut gearbeitet und Wayne hat sehr gute Fortschritte gemacht, aber es reicht nicht", erklärte Sir Alex und ergänzte nach einem kurzen Zögern an: "Er sitzt auch nicht auf der Bank."

Wahrheit oder Bluff? Van Gaal ist es egal. "Gegen Florenz haben wir auch mit einer ganz anderen Aufstellung gerechnet. Es könnte sein, dass Ferguson taktiert. Aber das glaube ich nicht. Und wenn schon, wir haben in München auch gegen Manchester mit Rooney gewonnen."

Ferguson mit Kampfansage

Mark van Bommel will sich an der Debatte gar nicht erst beteiligen. "Sein Ausfall wäre für Manchester United ein Verlust, aber nicht für uns. Von daher interessiert mich das nicht. In der Mannschaft war das auch kein Thema", sagte der Bayern-Kapitän.

Die Bayern sind bereit für einen großen Abend. Von drei Spielen im Old Trafford haben sie keins verloren und nur ein Gegentor kassiert. Ferguson hält dagegen: "Statistiken haben mich noch nie interessiert. Wir haben sehr gute Chancen, das Halbfinale zu erreichen. Wir haben ein Auswärtstor geschossen und wir spielen vor heimischem Publikum."

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