Wie tickt Stuttgarts neuer Trainer?

Christian Gross: Keineswegs ein sturer Schleifer

Von Stefan Moser
Mittwoch, 09.12.2009 | 22:56 Uhr
Christian Gross (M.) hat jetzt das Sagen beim VfB. Gegen Urziceni gibt er sein Debüt auf der Bank
© Getty
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Markus Babbel ist weg, Christian Gross ist da: Am Sonntagabend präsentierte der VfB Stuttgart seinen neuen Trainer. Keine 74 Stunden später stand der 55-Jährige zum ersten Mal an der Seitenlinie - und zog gleich ins Achtelfinale der Champions League ein.

Dem neuen Trainer Christian Gross blieb kaum Zeit für gravierende Veränderungen. Aber wie tickt der Schweizer eigentlich? Welchen Fußball will er spielen lassen? Wie behandelt er seine Spieler? Wie kommt er mit Druck zurecht?

SPOX sprach mit seinem Landsmann Marcel Koller. Der ehemalige Trainer des VfL Bochum kennt den Fußball in der Schweiz und in Deutschland, und er kennt die Arbeit von Christian Gross. Bei den Grasshoppers Zürich war Koller sein Co-Trainer.

Trainertyp: Gross gilt in der Schweiz als eine Art Gegenentwurf zu seinem Landsmann Lucien Favre: Er ist kein kühler Tüftler, der Spielzüge am Reißbrett entwirft, sondern eher ein energischer und charismatischer Anführer, der vor allem absolute Hingabe und  Leidenschaft fordert - und sie auch selbst vorlebt. Selbst seine Kritiker sind sich in diesem Punkt einig: Der Mann lebt und atmet Fußball.

Persönlichkeit: "Man muss cool und hart gegen sich selbst sein", sagt Gross - und diese Härte erwartet er auch von seinen Spielern. Schnell war in Porträts dann auch vom "harten Hund" oder gar vom "Diktator" zu lesen. Tatsächlich gilt er als bisweilen ziemlich resoluter Alleinherrscher, der eine klare Meinung hat - und diese auch gegen Widerstände verteidigt.

"Gross ist ein unabhängiger und eigenständiger Charakter, der weiß, was er will, und sehr konsequent seinen Weg geht", sagt Koller: "Wichtig für die Spieler ist vor allem: Er legt unheimlich viel Wert auf Disziplin."

Führungsstil: Babbels lange Leine galt als einer der Gründe für die jüngsten Niederlagen. Gross' autoritärer und straffer Führungsstil war mithin ein Argument für die Verpflichtung des Schweizers. Sonderrechte für einzelne Spieler wird es mit ihm wohl nicht mehr geben, glaubt Koller: "Das kann ich mir beim besten Willen nicht vorstellen. Gerade am Anfang wird er versuchen, alle auf einen gemeinsamen Kurs zu bringen. Da gibt es keinen Platz für Sonderrechte.

Spielphilosophie: Gross spielt nicht fürs Feuilleton, sondern nur für die Anzeigetafel. Schönheitspreise interessieren ihn genauso wenig wie etwaige Modevokabeln - wichtig ist das Ergebnis.

Und trotzdem hat er eine unverkennbare Handschrift und ein klares Konzept. Koller: "Er will einen körperbetonten Fußball spielen, seine Mannschaften kommen in der Regel über den Kampf und über die Power. Er lässt auch lange Bälle spielen, um dann auf die zweiten Bälle zu gehen und mit viel Power ständig Druck aufzubauen. Entsprechende Spielertypen hat er auch immer wieder gesucht und eingebaut."

System: "Die Grundformation ist natürlich abhängig vom Spielermaterial. Aber wenn er eine Nummer 10 zur Verfügung hatte, hat Gross bevorzugt im 4-4-2 mit Raute gespielt", sagt Koller. Mit Hleb, Bastürk, Elson oder Simak hat der Schweizer auch in Stuttgart gleich mehrere Optionen hinter den Spitzen. Vieles deutet auch beim VfB auf eine Raute hin.

Personal: Die erste Personalie ist bereits geklärt: Delpierre bleibt, zumindest vorerst, Kapitän. Angesichts der vielen Verletzten hat Gross auch sonst anfangs nicht allzu viel Spielraum für Experimente. "Spielerisch hat er in Stuttgart bestimmt den besten Kader seiner Karriere", glaubt Koller, "aber aufgrund seiner Spielweise werden sicher physisch robuste und athletische Typen einen Stein im Brett haben." Pawel Pogrebnjak etwa passt gut in dieses Anforderungsprofil.

Psychologie: Trotz seines Fokus' auf die Physis und seines autoritären Führungsstils: Gross ist keineswegs ein sturer Schleifer. Er gilt, im Gegenteil, als väterlich-feinfühliger Psychologe, der Dinge sagt wie: "Ich spüre die Mannschaft." Vor allem hat er immer wieder bewiesen, dass er gerade mit schwierigen oder sensiblen Charakteren gut zurecht kommt. Das ewig schlampige Genie David Ginola etwa hatte seine beste Zeit in Tottenham unter dem Schweizer. Auch die Yakin-Brüder legten nur für ihn ihr Phlegma ab. Vergleichbare Patienten hätte der Psychologe Gross beim VfB genügend: Vielleicht bringt er ja auch die Herren Hleb, Bastürk oder Simak wieder in die Spur.

Kaderplanung: "Oft blühen ja nach einem Trainerwechsel gerade die Spieler auf, die vorher nicht zum Zuge kamen", sagte Koller: "Gross wird nun erst Mal sehr genau beobachten, auf wen er bauen kann." Gut möglich, dass der VfB dann in der Winterpause einkauft. Die ersten Gerüchte kursieren bereits: Seydou Doumbia soll ein Kandidat sein. Ein athletischer Stürmer aus der Elfenbeinküste, den Gross bereits aus der Schweizer Liga kennt. Der 21-Jährige steht bei den Young Boys Bern unter Vertrag.

Auftreten: Mit seiner manchmal reservierten, manchmal provokanten Art eckte Gross auch immer wieder mal an. Das galt vor allem für seine bislang einzige Trainerstation im Ausland: In der Saison 1997/98 rettete er Tottenham Hotspur vor dem Abstieg - und wurde zum Dank nach nur neun Spielen in der folgenden Spielzeit entlassen. Die ohnehin nicht zimperliche englische Presse stürzte sich damals auf den eigenwilligen Schweizer und zog sein eher rudimentäres Englisch durch den Kakao. Koller allerdings ist von der Anpassungsfähigkeit seines Landsmannes überzeugt: "Das Medienaufkommen und der Druck sind in Deutschland natürlich ungleich höher als in der Schweiz. Aber auch wenn er einen eigenen Kopf hat, hat er mittlerweile doch genug Erfahrung. Gerade aus der Zeit in Tottenham wird er sicher gelernt haben, sich auch entsprechend der neuen Situation in einem neuen Land anzupassen."

Das große Fragezeichen: Abgesehen von der kurzen Zeit in Tottenham hat Gross keinerlei Erfahrung im Abstiegskampf, sondern spielte mit dem FC Basel fast immer um den Titel. Auch wenn er bei seinem Amtsantritt versicherte, dass im Augenblick nur der Klassenerhalt zähle, ist Gross alles andere als ein klassischer Feuerwehrmann. Er scheint eher ein Versprechen auf eine goldene Zukunft zu verkörpern als die real existierende Gegenwart des Abstiegskampfs.

Koller: "Die Situation ist nicht ungefährlich - gerade weil der Kader so talentiert ist. Die letzten Wochen in Stuttgart haben gezeigt, wie extrem der Druck plötzlich ansteigen kann. Die Mannschaft ist es nicht gewohnt, unten zu sein - und er ist es auch nicht. Es besteht schon die Gefahr, dass der VfB den zweiten Schritt vor dem ersten machen will. Und das kann böse ins Auge gehen. Entscheidend wird sein, ob es dem VfB gelingt, sich zunächst ganz einfach auf das kommende Spiel zu konzentrieren - und nicht auf langfristige Visionen."

Christian Gross mi Porträt: Ein harter Hund im Pelzmantel

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