Kainz-Doppelpack sichert Werder nächsten Dreier und verschafft Luft vor Platz 16

Sonntag, 11.02.2018 | 19:53 Uhr
SV Werder Bremen, VfL Wolfsburg

Werder Bremen bleibt vor heimischem Publikum unter Trainer Florian Kohfeldt unbesiegt. Der SVW gewann sein Heimspiel gegen den VfL Wolfsburg am 22. Spieltag der Bundesliga mit 3:1 (2:0).

Idealer Beginn für die Hausherren, die früh in Führung gingen und anschließend im 4-1-4-1 allzu auf aggressives Pressing verzichteten. Bremen schob die Viererkette weit vor und machte den Raum dicht, Bargfrede bewachte Malli geschickt. So fehlte den Wolfsburgern trotz hoher Ballbesitzwerte von phasenweise knapp 70 Prozent wie zuletzt schon häufiger die nötige Tiefe im Spiel.

Während Werder nur bei Standardsituationen etwas unter Druck geriet, hatte Wolfsburg große Probleme auf den defensiven Außenbahnen. Die Tandems Gebre Selassie/Johannsson (links) und Augustinsson/Kainz (rechts) unterstützten sich gegenseitig stark und schoben gerade in den Umschaltmomenten immer wieder an, um Überzahlsituationen zu schaffen.

Grobe Richtungsänderung im zweiten Durchgang: Der VfL kam deutlich verbessert aus der Kabine, strahlte eine bessere Körpersprache aus und war physisch robuster in den direkten Duellen. Auch die Zielstrebigkeit war nun da: innerhalb der ersten 15 Minuten kamen die Gäste auf fünf Torschüsse - in Halbzeit eins war es nur ein einziger.

Bremen dagegen mehrfach nur zweiter Sieger in den Zweikämpfen und nicht mehr so passsicher bei den Kontern. Wolfsburg wechselte 20 Minuten vor Schluss offensiv und stellte auf 4-4-2 um. Werder lauerte tief auf Ballgewinne und Umschaltsituationen - und sorgte nach einem solchen Angriff durch Kainz' zweiten Treffer für die endgültige Entscheidung.

Die Daten zum Spiel

Tore: 1:0 Augustinsson (4.), 2:0 Kainz (40.), 2:1 Verhaegh (49.), 3:1 Kainz (72.)

  • Wolfsburgs Keeper Casteels stand zum 100. Mal in der Bundesliga zwischen den Pfosten.
  • Für Augustinsson war es sein erstes Bundesligator und gleichzeitig sein erster Pflichtspieltreffer für Bremen.
  • Für Junuzovic ist es bereits das siebte BL-Spiel, in dem er mindestens zwei Torvorlagen gab. Seit detaillierter Datenerfassung 2004/05 gelang dies nur drei Spielern in mehr Partien: Diego (10), Robben (10) und Ribery (14).
  • Wolfsburg bekam mehr Gegentore als in den vier vorherigen Auswärtsspielen in der Bundesliga zusammen (1).
  • Erstmals seit Mai 2016 erzielt Kainz wieder mehr als ein Tor in einem Ligaspiel, damals für Rapid in Österreich im Ligaspiel gegen Admira (Dreierpack).
  • Im sechsten Jahr in Folge kommt Kruse auf mindestens zehn Torbeteiligungen in einer Saison in der Bundesliga. Sein persönlicher Höchstwert waren 22 Scorerpunkte 2016/17 (15 Tore, 7 Assists).

Der Star des Spiels: Florian Kainz

Viel unterwegs und ein ständiger Unruheherd für Wolfsburgs Außen. Mit vier Torschüssen mit Abstand gefährlichster Bremer. Schnürte seinen ersten Doppelpack in der Bundesliga. Das Tor zum 2:0 war besonders sehenswert.

Der Flop des Spiels: Jeffrey Bruma

Zweikampfschwächstes Glied der Wolfsburger Viererkette, stand zudem mehrfach schlecht zum Ball. Mit dem entscheidenden Ballverlust gegen Eggestein vor dem 1:3 für Bremen.

Der Schiedsrichter: Deniz Aytekin

Mit der gewohnten Souveränität und Ruhe in der Körpersprache, allerdings nicht immer glücklich in seinen Entscheidungen. Die Gelbe Karte gegen Augstinsson war zu hart (42.). Ähnliches gilt für den Wolfsburger Foulelfmeter: Eine harte, aber letztlich vertretbare Entscheidung, da Moisanders Arme in diesem Bereich nichts zu suchen haben - wenngleich Knoche sehr leicht fiel.

Die Reaktionen der Trainer

Florian Kohfeldt (Trainer Werder Bremen): "Das war ein sehr wichtiger Heimsieg. In der Bundesliga kann man nichts konservieren. Wenn man von einer Welle spricht, ist sie meistens schon wieder vorbei. Ich weiß, ich klinge langweilig, aber der nächste wichtige Termin ist das Training am Mittwoch. Mir gehen die Themen nicht aus."

Martin Schmidt (Trainer VfL Wolfsburg): "Dies ist ein weiteres Spiel, nach dem wir sehr unzufrieden sind. Die Niederlage schmerzt. Es tut sehr weh. Jetzt wissen wir alle, was die Stunde geschlagen hat. Es ist drei vor zwölf. Jetzt müssen wir zusammenstehen, uns aufbäumen und gegen den Trend wehren."

Werbung
Werbung
Werbung
Werbung