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Fussball

Hertha kassiert gegen Werder erste Heimpleite

Werder feiert den zweiten Sieg in Folge

Hertha BSC hat seine erste Heimniederlage der Saison kassiert. Gegen den SV Werder Bremen verlor der Tabellendritte am 14. Bundesliga-Spieltag mit 0:1 (0:1).

Vor 51.337 Zuschauern im Olympiastadion erzielte Max Kruse (41.) nach einem kapitalen Fehler von Niklas Stark den Führungstreffer für die Gäste. Erstmals seit Mai 2015 traf Kruse in zwei aufeinanderfolgenden Bundesliga-Spielen (damals noch für Borussia Mönchengladbach).

Für die Hertha ist es nach sechs Heimsiegen zu Beginn der Saison die erste Niederlage im eigenen Stadion. Damit verpassten es die Berliner, die Punktverluste der direkten Verfolger (Hoffenheim, Frankfurt, Dortmund und Köln blieben alle sieglos) auszunutzen und Platz drei zu festigen.

Werder hat nach dem zweiten Sieg in Folge nun 14 Zähler auf dem Konto und bringt vier Zähler zwischen sich und den Relegationsplatz. Für die Bremer war es der erste Zu-Null-Sieg. Damit hat nun jedes Team in dieser Bundesliga-Saison mindestens einmal kein Gegentor kassiert.

Die Reaktionen:

Pal Dardai (Trainer Hertha BSC): "Die Niederlage war verdient. Ich habe eine erste Halbzeit gesehen, in der wir keine Ordnung hatten. Wir hatten keine gute Tagesform. Ich schaue nicht auf die Statistik. Wir müssen die Niederlage akzeptieren und weitermachen."

Alexander Nouri (Trainer Werder Bremen): "Wir haben sehr diszipliniert gespielt, jeder hat seinen Job sehr gut erledigt. Wir hatten viele sehr gute Umschaltmomente. Wir mussten uns allerdings früher mit dem zweiten Tor belohnen."

Der Spielfilm:

Vor dem Anpfiff: Nach dem 3:2-Sieg in Wolfsburg verändert Dardai seine erste Elf auf vier Positionen. Skjelbred, Darida, Esswein und Ibisevic stehen anstelle von Stocker, Schieber, Haraguchi und Brooks auf dem Rasen.

Bei Werder nimmt Nouri nach dem wichtigen 2:1-Heimsieg gegen Ingolstadt nur eine Änderung vor. Fritz rückt für Junuzovic ins Team.

36.: Erste zählbare Torchance der Partie! Rechts im Sechzehner setzt sich Bartels gegen Darida durch und passt scharf an den Fünfer. Dort kommt Pizarro an den Ball, nimmt ihn an und schließt aus spitzem Winkel ab, doch Jarstein ist zur Stelle und wehrt ab.

41., 0:1, Kruse: Werder schiebt aggressiv auf das Herthaner Aufbauspiel und erzwingt damit einen kapitalen Fehler von Stark, der Kruse das Leder direkt in den Fuß spielt. Der Angreifer bekommt den Ball unter Kontrolle und schiebt frei vor Jarstein unten links ein.

45.: Stocker steckt im perfekten Moment für Ibisevic durch. Der fackelt nicht lange und zieht von der Strafraumgrenze direkt ab. Das Leder knallt gegen den rechten Außenpfosten.

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65.: Kalou zieht aus 25 Metern ab. Drobny steht eigentlich etwas zu weit vor dem Tor, doch bekommt gerade noch so die Fingerspitzen an den Ball und lenkt ihn über die Latte.

77.: Nach einem eigenen Freistoß läuft Werder in einen Konter. Weiser macht das Spiel schnell und schickt Stocker. Dieser zieht von der Strafraumgrenze aus halblinker Position auf das lange Eck ab, doch Drobny taucht ab und wehrt den Schuss mit dem langen Arm zum Eckball ab.

79.: Gnabry hat die Entscheidung auf dem Fuß! Der Nationalspieler steht bei einem Bauer-Pass in die Tiefe nicht im Abseits. Er hat viel Platz, zieht aus 18 Metern freistehend ab, doch Jarstein hält.

86.: Darida mit dem langen Ball auf Stocker, der sich links in den Sechzehner geschlichen hat, der legt mit dem Kopf quer für Ibisevic - der vom rechten Fünfereck aus aber nur das Außennetz trifft.

Fazit: Nach einer enorm defensiven Anfangsphase war Werder aktiver und zielstrebiger. Deswegen ist der Sieg auch absolut verdient.

Der Star des Spiels: Claudio Pizarro. Mit 38 Jahren ist seine Fitness und seine Präsenz beeindruckend. Fixpunkt in der Bremer Offensive und starker Ballverteiler. Bereitete vier Torschüsse vor und gab selbst zwei ab. Mit klugem Direktspiel machte er die Werder-Angriffe immer wieder schnell. Führte dazu die meisten Zweikämpfe aller Spieler (30) und gewann 53 Prozent davon.

Der Flop des Spiels: Niklas Stark. Bärenstarke Zweikampfwerte (61,5 Prozent), gute Passquote (89,6 Prozent), die meisten Ballaktionen (94) - doch all das kann nicht aufwiegen, dass er mit seinem fatalen Bock vor dem 0:1 den entscheidenden Fehler beging, der die erste Heimniederlage der Hertha in dieser Saison einleitete. Deswegen ein klassischer Matchloser.

Der Schiedsrichter: Harm Osmers. Behielt jederzeit den Überblick und die Autorität. Hatte es in der fairen Partie ohne wirklich strittige Szenen jedoch auch keinesfalls schwer.

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Das fiel auf:

  • Der Hertha wurde schnell klar, dass es ein Geduldsspiel werden würde. Werder zog sich tief in die eigene Hälfte zurück, überließ den Hausherren den Ball und spekulierte vorerst auf mögliche Kontergelegenheiten. Defensiv war die Organisation der Gäste herausragend. Die Abstände zwischen den beiden Viererketten passten, Fritz und Bargfrede liefen auf der Doppelsechs die Räume so geschickt zu, dass die Herthaner nicht durchkamen.
  • Im Berliner 4-2-3-1 gab es nach Langkamps verletzungsbedingter Auswechslung einige personelle Umstellungen. Lustenberger rückte neben Stark in die Innenverteidigung. Der bisherige Zehner Darida ging auf die Doppelsechs, Einwechselspieler Stocker orientierte sich auf die zentrale Position hinter Ibisevic.
  • Mit dem ersten gut ausgespielten Bremer Angriff nach etwas mehr als einer halben Stunde erwachte die Partie aus der Tiefschlafphase. Werder traute sich offensiv nun etwas zu und übernahm die Initiative. Folgerichtig fiel auch der Treffer durch Kruse in diesem Spielabschnitt.
  • Im zweiten Durchgang schienen die Hausherren, eine andere Taktik fahren zu wollen. So überließ man den Bremern mehr den Ball und setzte selbst auf die eigene Konterstärke. Während die Hertha vor der Pause noch 63 Prozent Ballbesitz hatte, waren es in den ersten 20 Minuten der zweiten Hälfte nur 47 Prozent.
  • Pal Dardai versuchte mit den Einwechslungen von Weiser für Esswein und Schieber für Pekarik noch einmal alles, um das Offensivspiel anzukurbeln. Das klappte jedoch nicht mehr spielentscheidend. Auch die Joker konnten die Niederlage nicht mehr verhindern.

Hertha - Bremen: Die Statistik zum Spiel

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