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Fussball

Der letzte Beweis für den Videobeweis

Timo Werner sorgte gegen Schalke 04 für einen Skandal

Die skandalöse Schwalbe von Timo Werner beim 2:1-Sieg von RB Leipzig gegen den FC Schalke 04 zeigt vor allem eines: Der Videobeweis ist überfällig. Denn so bleiben am Ende nur Verlierer - und ein unerträglicher Eiertanz. Ein Kommentar von SPOX-Redakteur David Kreisl.

Hätte dieses Spiel zwischen RB Leipzig und Schalke 04 vor einem Jahr stattgefunden und wäre Timo Werner nicht am Samstagabend, sondern noch in der letzten Saison mölleresk abgetaucht - die Aufregung um die Skandal-Schwalbe des ehemaligen Stuttgarters wäre wohl noch größer gewesen.

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Dann nämlich hätte Schiedsrichter Bastian Dankert Torhüter Ralf Fährmann für sein vermeintliches Foul mit Rot vom Platz stellen müssen. Stichwort Doppelbestrafung. Diese unsinnige Regelung wurde aber zu Beginn der aktuellen Spielzeit abgeschafft und das Spiel dadurch sinnvoller gemacht. Und besser.

So muss man an diesem Samstagabend im Jahr 2016 nun nur noch über ein Thema diskutieren: Was um alles in der Welt braucht es noch, um endlich den Videobeweis einzuführen?

Werner verpasst es, Charakter zu zeigen

Die Schwalbe von Werner ist der aktuellste von dutzenden Beweisen, weshalb diese Maßnahme längst überfällig ist. Und dabei geht es bei weitem nicht nur um Fairness und die Korrektheit des sportlichen Ausgangs. Es geht auch darum, dass derartige Szenen nur Verlierer hervorbringen. Im schlimmsten Fall, wie er in Leipzig eigentlich vorlag, einen unzumutbaren Eiertanz aller Beteiligten.

Neben Schalke ist der größte Verlierer vor allen anderen Werner selbst. Der wird nämlich nicht nur damit leben müssen, diese Schwalbe, die auch sein Coach Ralph Hasenhüttl eindeutig als solche identifizierte, als sportliche Last für einige Zeit mit sich herumzuschleppen. Noch schlimmer war sein Interview im Anschluss bei Sky, wo es Werner krachend verpasste, Charakter zu zeigen und die Wogen mit einer ehrlichen Entschuldigung zu glätten.

Gegenüber dem vehement nachhakenden TV-Reporter und trotz mehrmaliger Ansicht der Fernsehbilder näherte sich der Angreifer der Wahrheit zwar etwas an und versuchte sich an einer Art Entschuldigung. Aber im Ernst: Werner sei aufgrund von Naldos Berührung gestrauchelt - und läuft dann noch durch den halben Sechzehnmeterraum? Es sei "nicht meine Intention" gewesen, dass es nach einer Schwalbe aussah? Mit dem von Anfang an zum Scheitern verurteilten Versuch, diese Szene zu rechtfertigen, hatte Werner maximal die Lacher der Fernsehzuschauer sicher. Besser gemacht hat es das nicht. Ganz im Gegenteil.

Drei Geschichten, keine Wahrheit

Den einzigen Ansatz einer Ehrenrettung lieferte dann ausgerechnet Fährmann. Der bekräftigte nämlich Werners Aussage, direkt gegenüber Dankert angezeigt zu haben, dass keine Berührung des Schalker Keepers vorlag.

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Kapitän Benedikt Höwedes wiederum gab zu Protokoll, Werner hätte dies nur gegenüber den Schalker Spielern zugegeben. Der Referee wiederum wollte von alldem nichts wissen und berief sich auf eine kurze Befragung Werners vor der Ausführung des Elfmeters - bei der Werner keine konkrete Aussage getätigt haben soll.

Völlig unerheblich, wer letztlich die Wahrheit sagt: Auch Dankert gehört trotz des Eingeständnisses seiner Fehlentscheidung zu den Verlierern dieser Geschichte. Als derjenige, der überhaupt auf diese klare Schwalbe hereingefallen ist.

Es war letztlich ein unwürdiges Spektakel, ein überflüssiger Eiertanz gegenseitiger Schuldzuweisungen, ein Kindergarten, den man hätte verhindern können. Zum Beispiel durch das Unterlassen der unverschämten Schwalbe. Ganz sicher aber durch den Videobeweis.

Leipzig - Schalke: Daten zum Spiel

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