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Fussball

"Es war keine Schwalbe"

Thomas Müller verwandelte den Elfmeter, den Douglas Costa herausholte
© Getty

Thomas Müller war die Erleichterung nach dem 2:1 (0:1) gegen den FC Augsburg ins Gesicht geschrieben. Der Angreifer des FC Bayern München verwandelte in der Schlussminute per Elfmeter den Siegtreffer. Ein Strafstoß, der umstritten war, doch Müller nimmt seinen Mitspieler Douglas Costa in Schutz. Und: Er sieht "unentspannte" Münchner wegen "Verfolger" Borussia Dortmund.

Frage: Herr Müller, der FC Bayern hat einen Zittersieg gegen den FC Augsburg erzielt. Für Aufruhr sorgte der Elfmeter kurz vor Schluss, den sie verwandelt haben. Wie haben Sie die Szene gesehen?

Thomas Müller: Douglas macht einen guten Haken, könnte rechts vorbeigehen. Markus Feulner macht da nicht viel Bewegung Richtung Spieler, aber er blockiert ihn schon. Ich kenne das Regelwerk nicht, aber ein Kontakt ist da. Den Elfmeter kann man geben, muss man aber nicht. Natürlich wird ein Elfmeter in der 90. Minute immer heiß diskutiert, aber es war keine Schwalbe.

Frage: Die Augsburger Spieler haben sich lautstark beschwert.

Müller: Das ist doch verständlich. Sie bekommen beim Stand von 1:1 in der 90. Minute einen Elfmeter gegen sich - und selbst, wenn der Feulner eine Blutgrätsche ausgepackt hätte, hätten sie reklamiert. Das ist normal, da spielen die Emotionen mit.

Frage: Mit Marwin Hitz hatten Sie vor dem Elfmeter ein paar Worte gewechselt. Was war da los?

Müller: Wir kennen uns ja schon länger, wir haben uns da nur ausgetauscht. Er wollte wissen, wohin ich schieße, ich hab's ihm gesagt...

Frage: ...und sicher verwandelt.

Müller: Da darf man sich nicht aus der Ruhe bringen lassen, aber der Elfmeter hat mir eine Drucksituation beschert. In der 90. Minute einen Elfmeter zum 2:1, da kribbelt es auch einem erfahrenen Spieler wie mir im Bauch.

Frage: Warum hat sich die Mannschaft so schwer getan?

Müller: In der ersten Halbzeit hatten wir nicht nur das Problem, dass der FC Augsburg mit der ersten Aktion das 1:0 macht, sondern auch, dass wir immer ein, zwei Sekunden zu lange gebraucht haben. Wir waren im Kopf etwas schläfrig und auf diesem Niveau kannst du dir das nicht erlauben. Da bringen wir uns selbst in Bedrängnis, was nicht sein muss. Das ist eine mentale Geschichte. In der zweiten Hälfte haben wir ähnlich gespielt, aber die Körpersprache war ganz anders.

Frage: Auch der Kampf in der Liga ist momentan ein anderer. Borussia Dortmund und Bayern München galoppieren gleichauf vorneweg. Hätten Sie das erwartet?

Müller: Das ist nichts Verrücktes. Dortmund war schon vor der Saison ein Meisterkandidat, weil sich die Mannschaft nicht verändert hat. Sie hatten nur in der letzten Saison ein verrücktes, erstes Halbjahr, aber mit neuem Trainer kommen neue Impulse. Ich glaube nicht, dass es ihnen Spaß gemacht hat, in den letzten drei Jahren so deutlich hinter zu sein. Sie wollen wieder attackieren, das ist schön für die Liga, aber ein bisschen unentspannter für uns, weil wir einen sehr aggressiven Verfolger haben. Und momentan sind sogar wir der Verfolger.

Frage: In der Champions League gastiert der FC Bayern nun bei Olympiakos. Wie wichtig war es auch aus dieser Perspektive, das Spiel am Ende noch herumgerissen zu haben?

Müller: Natürlich ist jetzt drei Tage mehr Ruhe, als wenn wir nur Unentschieden gespielt hätten. Letztlich geht es in Piräus darum, den Auftakt erfolgreich zu gestalten.

Bayern - Augsburg: Daten zum Spiel

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