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Bundesliga - 4. Spieltag

Später Elfmeter rettet Bayern

Von Fatih Demireli und Christoph Köckeis
Samstag, 12.09.2015 | 17:22 Uhr
Thomas Müller und Robert Lewandowski erzielten die Tore für Bayern München
© Getty
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Der FC Bayern München feiert am vierten Bundesliga-Spieltag einen 2:1 (0:1)-Erfolg gegen den FC Ausgburg. Ein umstrittener Strafstoß brachte den späten Dreier für den Rekordmeister.

In der ausverkauften Allianz Arena ging der Underdog durch Alexander Esswein (43.) überraschend in Front. Bayern lief danach an, es fehlte jedoch an Ideen und der Kaltschnäuzigkeit. Erst in der Schlussviertelstunde gelang Robert Lewandowski (77.) der Ausgleich.

Kurz vor Schlusspfiff kam es für Augsburg knüppeldick: Thomas Müller verwandelte in der 90. vom Punkte. Er profitierte von der Elfmeter-Fehlentscheidung von Knut Kircher. Bayern bleibt Tabellenführer Dortmund auf den Fersen. Ausgburg steht nach vier Spieltagen weiterhin bei nur einem Punkt.

Die Reaktionen:

Pep Guardiola (Trainer FC Bayern): "In der ersten Halbzeit war unsere Körpersprache nicht gut, das Spiel war sehr, sehr langsam. Ich weiß, wie schwer es ist. Aber wir müssen für unsere Fans 90 Minuten spielen und nicht nur 45. Ich hoffe, dass das eine Lehre für die Zukunft ist."

Markus Weinzierl (Trainer Augsburg): "Wir waren gut organisiert, haben das sehr gut umgesetzt, was wir uns vorgenommen haben. Die Bayern kannst du natürlich nie ganz verteidigen. Am besten sagt Pep (Guardiola, d. Red.), dass der Elfmeter ein Witz war. Das war eine katastrophale Entscheidung. Es war eine gute Leistung von uns. Darauf können wir aufbauen."

Der Spielfilm:

Vor dem Anpfiff: Pep Guardiola nimmt im Vergleich zum 3:0-Erfolg über Leverkusen zwei Umstellungen vor. Für Robben, der sich während der Länderspielpause eine Addukturenverletzung zuzog, und Bernat rücken Boateng (zuletzt gesperrt) sowie Rafinha in die Startelf. Erstmals auf der Bank sitzt Neuzugang Coman. Nicht im Kader: Mario Götze (muskuläre Probleme).

Beim FCA fehlen Caiuby (Muskelprobleme) und Max (krank), Altintop rotiert aus der Startelf. Für sie bringt Markus Weinzierl nach enttäuschendem Saisonstart und dem 0:1 daheim gegen Ingolstadt Esswein, Feulner sowie Koo. Unmittelbar vor Spielbeginn musste er im Abwehrzentrum umstellen: Callsen-Bracker ersetzt Hong. Er verteidigt neben Klavan.

7.: Da wäre es fast passiert! Nach einer Ecke auf den kurzen Pfosten verlängert Lewandowski per Kopf gen langen Pfosten. Dort verpasst Müller hauchdünn.

18.: Costa hat zu viel Platz und zieht einfach mal von der rechten Außenlinie ab. Der Ball rauscht nur knapp an der linken Ecke vorbei.

20.: Das muss es sein - eigentlich. Alaba mit dem Vorstoß. Seine Flanke landet bei Thiago im Sechzehner. Der Spanier wird sträflich alleine gelassen, aus sieben Metern muss er nur einnicken. Hitz pariert den etwas zu zentralen Kopfball aber stark.

43., 0:1, Esswein: Plötzlich geht's ganz schnell. Augsburg kombiniert sich über rechts in den Strafraum. Dort leitet Koo weiter zu Esswein, der die Kugel aus zwölf Metern in den Winkel nagelt. Keine Chance für Neuer - der Underdog führt.

51.: Riesenchance! Lewandowski wird stark von Boateng mit einem Ball aus der eigenen Hälfte eingesetzt, lässt Klavan stehen. Lediglich der herauseilende Hitz steht im Weg - und rettet beim Schuss knapp hinter der Strafraumgrenze.

56.: Guardiola will mehr Dynamik sehen und bringt Coman. Bei der Präsentation am Donnerstag tönte die Juventus-Leihgabe, den Unterschied zu machen. Jetzt darf er sich beweisen.

65.: Alonso packt den Hammer aus: Statt mit Gefühl über die Mauer zu lupfen, zimmert er den Freistoß an der Mauer vorbei in die Torwartecke. Hitz bringt die Fäuste gerade noch rechtzeitig hoch.

78., 1:1, Lewandowski: Konter der Bayern durch die Mitte. Lewandowski lässt im Zweikampf zwei Mann aussteigen, spielt raus zu Müller, dessen Schuss aus spitzem Winkel gehalten wird. Hitz kann ihn allerdings nur prallen lassen und so staubt Lewandowski in der Mitte ab.

90. 2:1, Müller: Elfmeter für Bayern! Feulner sperrt Costa und Costa geht im Sechzehner zu Boden. Kircher zeigt zum Unverständnis der Augsburger auf den Punkt. Müller tritt an und haut den Ball ins linke Eck. Keine Chance für Hitz.

Fazit: Angesichts der bayrischen Überlegenheit ein verdienter Erfolg - das Zustandekommen war jedoch mehr als glücklich. Augsburg agierte über weite Strecken taktisch sehr diszpliniert. Die Hausherren nahmen erst spät Schwung auf - ein Strafstoß bescherte den Last-Minute-Sieg.

Der Star des Spiels: Robert Lewandowski. Der Pole war nicht in jeder Szene glücklich, aber er war der auffälligste und gefährlichste Bayern-Akteur. Vollstreckte in der 78. eiskalt und hatte auch sonst einige Gelegenheiten.

Der Flop des Spiels: Arturo Vidal. Das schwächste Spiel des Chilenen in seiner noch kurzen und bisher erfolgreichen Bayern-Ära. Fand zu keinem Zeitpunkt Zugriff auf das Geschehen, verlor die Hälfte seiner Zweikämpfe und war auch im Offensivspiel nicht existent. Pep opferte ihn früh für Comans Debüt.

Der Schiedsrichter: Knut Kircher. Lange sehr sicherer Leiter einer nicht allzu komplizierten Partie. Es war richtig, Müller kurz vor der Pause keinen Elfmeter zu geben. Auch diverse Lewandowski-Gesuche auf Elfmeter lehnte er zurecht ab. Aber der Elfmeterpfiff für Costa war einfach zu hart, weil Feulner in kurzer Distanz keine Handlungschance hat und nicht aktiv blockierte.

Das fiel auf:

  • Die Basis der Bayern war das 3-4-3, wobei Pep Guardiola lange auf der Suche nach der richtigen Positionierung war und im ersten Durchgang gleich mehrmals im größeren Ausmaß rochieren ließ. Vidal links, Thiago mittig, Costa links, dann rechts. Müller hinter Lewandowski, neben Lewandowski. Alles probiert, lange aber auch nicht die richtige Mischung gefunden.
  • Der FC Augsburg überließ dem FC Bayern den Ball, verteidigte lieber ohne. Das Konzept ging auf, da die Bayern individuell und in der Gesamtheit Probleme hatten, Lösungen zu finden und mit dem Ballbesitz nichts anfangen konnten: zumindest nichts Effektives.
  • Thiago offenbarte wieder seine vermutlich einzige Schwäche, dass er manchmal vergisst, den öffnenden Pass zu spielen und das Leder zu oft dann doch lieber kurz weitergibt. Da auch Vidal erstmals im Bayern-Trikot keinen Zugriff fand, lahmte die Vorwärtsbewegung etwas.
  • Die Hereinnahme Comans breitete das Bayern-Spiel etwas aus, da mit Coman und dem bemühten Costa nun zwei klassische Außenspieler auf dem Platz standen. Lahm, der im ersten Durchgang die offensive Außenposition bekleidete, zog es dann doch zu oft in die Mitte, wo ohnehin schon viel Verkehr war.
  • Augsburg spielte taktisch diszipliniert, aber es reichte nicht zum Punktgewinn - der Bayern-Sieg war aufgrund der Bemühen auch nicht unverdient.

Bayern - Augsburg: Die Statistik zum Spiel

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