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2:2! Freiburg und Hertha weiter sieglos

Freitag, 19.09.2014 | 22:29 Uhr
Hertha BSC hat bei den letzten sieben Auswärtsspielen in Freiburg immer ins Tor getroffen
© Getty
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Der SC Freiburg und Hertha BSC warten weiterhin auf den ersten Saisonsieg. Zum Auftakt des 4. Spieltags der Bundesliga trennten sich die Breisgauer mit 2:2 (1:1) von den Hauptstädtern. Herthas Ronny traf doppelt per Freistoß und glich erst in der Nachspielzeit aus.

Vor 23.000 Zuschauern im Stadion an der Schwarzwaldstraße gingen die Hausherren durch den ersten Bundesligatreffer von Marc-Oliver Kempf in Führung (30.).

Nur sechs Minuten später glichen die Gäste durch einen direkt verwandelten Freistoß von Ronny aus.

In der Schlussphase der Partie kam der SCF durch Felix Klaus zum Führungstreffer (78.). In der sechsten Minute der Nachspielzeit traf Ronny erneut per Freistoß zum Ausgleich.

Reaktionen:

Christian Streich (Trainer Freiburg): "Was da in der letzten Minute passiert ist, kann man nicht erklären. Die Zeit ist abgelaufen, der Schiedsrichter lässt weiterspielen. Ronny schießt aufs Tor und wird dann gefoult. Dann kann man nicht sagen, dann gibt man Freistoß. Ich bin einfach sprachlos, was da passiert und was mit der Mannschaft veranstaltet wurde. Ich muss mal schauen, wie ich die Mannschaft wieder aufrichte."

Jos Luhukay (Trainer Hertha): "Ich kann mich sehr gut in die Freiburger hineinversetzen. Ihre Enttäuschung ist natürlich groß. So etwas passiert im Fußball. Für uns war der Punkt glücklich, aber er kann eine Initialzündung für die nächsten Wochen sein."

SPOX-Spielfilm:

Vor dem Anpfiff: Freiburg nimmt nach der 1:3-Niederlage in Dortmund zwei Änderungen vor: Für Mehmedi (Muskelfaserriss) und Höfler (Bank) spielen Guede und Philipp von Beginn an.

Hertha musste ebenfalls ein 1:3 einstecken, tauscht nach der Pleite gegen Mainz aber gleich vier Mal das Personal: Für Skjelbred, Ndjeng, Niemeyer (alle Bank) und van den Bergh laufen Pekarik, Hosogai, Ronny und Haraguchi auf. Stocker steht zum ersten Mal überhaupt im Kader der Berliner.

30., 1:0, Kempf: Eckball Schmid von rechts. Am Elfmeterpunkt steigt Kempf hoch und wird von Schieber nicht gestört. Wuchtig köpft der U-19-Europameister die Kugel ins Tor.

36., 1:1, Ronny: Sorg foult Haraguchi. Den fälligen Freistoß nagelt Ronny zentral aus rund 25 Metern ins rechte obere Eck. Bürki kann dem Ball nur nachgucken.

45.: Starke Aktion von Klaus, der mit viel Schwung an Pekarik vorbeigeht und auch Lustenberger überlauft. Doch sein Abschluss aus halblinker Position geht am langen Pfosten vorbei.

52.: Freistoß Schmid aus halbrechter Position. Er zieht den Ball auf den langen Pfosten, wo Schulz nicht gut aussieht. Der Berliner ist zu weit von Klaus weg und dieser kann den Ball volley nehmen. Doch Kraft ist am kurzen Pfosten zur Stelle.

58.: Philipp setzt sich nach einem langen Ball gegen Schulz durch und zieht aus gut 13 Metern ab. Sein Schuss ist zwar hart, aber nicht platziert genug. Kraft hat dennoch Probleme und kann den Ball erst im Nachfassen sichern.

67.: Schmid kommt über rechts, legt den Ball in die Mitte, wo Philipp das Leder direkt nimmt. Doch Kraft reagiert blitzschnell und lenkt den Ball über die Latte.

79., 2:1, Klaus: Nach einer Darida-Flanke von rechts lässt Guede in der Mitte die Kugel auf Klaus tropfen, Heitinga steht zu weit weg. Klaus nimmt den Ball direkt und knallt ihn gegen den rechten Innenpfosten, von wo aus er ins Tor fliegt.

90., Rot für Schulz: Brooks verliert das Duell gegen Frantz, der dem US-Amerikaner auf und davon rennt. Schulz kommt von der Seite angerauscht und bringt den ehemaligen Nürnberger kurz vor dem Strafraum zu Fall. Meyer zeigt Rot.

90.+6, 2:2, Ronny: Ronny zieht zentral ab, wird dabei aber von Frantz gefoult. Der Brasilianer schreitet aus 20 Metern zur Tat und trifft abgefälscht erneut per Freistoß links unten ins Tor. Wahnsinn!

Fazit: Viel Kampf und Krampf, Freiburg aber mit mehr Initiative. Die Hertha enttäuschte und darf sich bei Ronny bedanken.

Der Star des Spiels: Ronny. Keine gute Pass- und Zweikampfquote, dafür mit zwei starken Treffern. Schönes Freistoßtor zum 1:1, wichtiges Freistoßtor in der Nachspielzeit zum Punktgewinn.

Der Flop des Spiels: Genki Haraguchi. Sehr unauffällige Partie ohne jegliche Offensivimpulse, dazu defensiv nicht durchgehend stabil. Legte zum Zeitpunkt seiner Auswechslung die geringste Laufdistanz aller Feldspieler zurück und hatte die wenigsten Ballaktionen bei den Berlinern.

Der Schiedsrichter: Florian Meyer gefiel durch sein gewohnt konsequentes Auftreten. In der Schlussphase dann auf einmal doppelt gefordert: Rot gegen Schulz nach Foul an Frantz war grenzwertig, da Brooks noch hätte eingreifen können und somit keine Notbremse vorlag. Meyer muss wohl auf rohes Spiel von Schulz entschieden haben. Korrekt dagegen, dass der Freistoß zum 2:2 ausgeführt wurde, da Ronny klar gefoult wurde. Die sonstigen persönlichen Strafen gingen in Ordnung, die Vorteilsauslegung war gut.

Das fiel auf:

  • Stets bemüht, dennoch unansehnlich: Die ersten 45 Minuten hatten kaum Tempo und Überraschungsmomente zu bieten. Keines der beiden Teams brachte einen Schuss auf das gegnerische Tor zustande. Dass beide Treffer aus Standardsituationen resultierten, überraschte nach diesem Spielverlauf nicht.
  • Freiburg lange Zeit sehr rechtslastig, aber immer dann gefährlich - auch auf der gegenüberliegenden Seite -, wenn die hoch stehenden Außenverteidiger in den Halbraum vor dem gegnerischen Außenverteidiger drangen. Die Herthaner Außenspieler im 4-1-4-1 konnten diese Lücken nicht durchgehend schließen.
  • Die Berliner legten nach der bisherigen Gegentorflut das Hauptaugenmerk auf eine stabile Defensivbewegung und kehrten zu dem System zurück, mit dem man besonders in der Hinrunde des Vorjahres überzeugte. Hertha verengte das Zentrum größtenteils gut, teilweise mit fünf bis sechs Spielern auf einer Linie.
  • Freiburg, das im fünften Pflichtspiel bereits die fünfte Paarung im Angriff aufbot, vom fußballerischen Ansatz her durchdachter, aber erneut in weiten Teilen ohne offensive Durchschlagskraft. Das traf auch auf die Hauptstädter zu, die ihre Kontersituationen zu träge und unpräzise ausspielten.

Freiburg - Hertha: Die Statistik zum Spiel

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