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Die Schlange vor dem Kaninchen

Samstag, 16.05.2015 | 22:31 Uhr
Bastian Schweinsteiger traf gegen Freiburg - leitet aber auch ein Gegentor ein
© getty
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Auch in Ligaspiel drei nach der Meisterschaft kassiert der FC Bayern München eine Pleite. Freiburg-Coach Christian Streich spricht beim Breisgauer Big Point im Abstiegskampf vom lange absenten Glück, ein Münchner entschuldigt sich gar bei den Fans. Die angeprangerte Wettbewerbsverzerrung ist dennoch Nonsens.

Über 71.00 Zuschauer sahen, wie Mike Büskens kurz zur Flanke ansetzte, dann aber doch zur Grundlinie marschierte. Thomas Strunz hatte er da schon auf den Hosenboden gesetzt. Jubel im Parkstadion. Die Hereingabe segelte an den Elferpunkt, Thomas Linke warf sich artistisch in den Ball. Volley - Tor! 1:0 Schalke. Der Siegtreffer für Königsblau an diesem kalten März-Abend 1998 in Gelsenkirchen.

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Die dritte Bundesliga-Niederlage in Folge für die Münchner war besiegelt. Ein Missgeschick, wie es dem Rekordmeister über 17 Jahre nicht mehr passieren sollte. Solange, bis Nils Petersen den Ball im Schwarzwaldstadion zu Breisgau kurz vor Ende über die Linie drücken sollte - und damit eine Diskussion befeuerte, die schon vor der 1:2-Pleite der Münchner schwelte.

19 Jahre, 122 Spiele

Vor allem in Paderborn hob man vor dem 33. Spieltag mahnend den Finger. Der bereits feststehende Meister solle doch bitte Ernst machen gegen Abstiegskonkurrent Freiburg. Sogar Matthias Sammer sah sich vor dem Gastspiel gegen den SCF genötigt, nochmal zu betonen, dass man durchaus wisse, dass es "um Existenzen geht". Der Siegeswille sei immer da gewesen. Auch beim 0:2 gegen Leverkusen, auch beim 0:1 gegen die Augsburger.

Der Sportvorstand schob dann noch einen Satz hinterher: "Wir sind nicht perfekt." Der Beweis dafür waren die 90 Minuten im Breisgau. Die erste Pleite gegen den Sport-Club seit 19 Jahren und die erste Pleite nach Führung seit 122 Spielen.

Vorwürfe wegen Wettbewerbsverzerrung oder mangelnder Fairness sind da auf den ersten Blick nicht verwunderlich. Bei dieser Mannschaft. Mit diesem Trainer. Doch müssen sich die Münchner diesen Stiefel nicht anziehen.

"Fokus lag nicht mehr auf der Bundesliga"

Es muss niemand gut finden, dass bei den Münchnern in Freiburg hier und da die angezogene Handbremse zu spüren war, die letzte Konsequenz fehlte. Klar ist auch, dass der Rekordmeister kein überragendes Spiel ablieferte, Jerome Boateng sich vielmehr verpflichtet sah, eine Entschuldigung an die eigenen Anhänger auszusprechen. "Der Fokus lag nicht mehr auf der Bundesliga", gab der Verteidiger nach der Schlappe zu Protokoll. "Wir müssen einfach besseren Fußball spielen als heute."

Dennoch sind die Münchner unter dem Strich nur sich selbst verpflichtet. Der Verein stellt die beste Mannschaft der Bundesliga und muss die Schale holen - das hat Pep Guardiola wieder in beeindruckender Manier geschafft. In das Ligaspiel gegen Leverkusen angesichts der wichtigsten Partien des Jahres gegen Barcelona eine B-Elf zu schicken, ist genauso legitim und logisch, wie ein unbedeutendes Ligaspiel nicht mit der Intensität eines Pokal-Finals anzugehen.

An der Isar wäre man verrückt, würde man das anders anhaben. Vor allem in Anbetracht der lange mehr als kritischen Verletzungssituation. Oder der Tatsache, dass Spieler wie Manuel Neuer, Robert Lewandowski oder Xabi Alonso an den 50 Pflichtspielen kratzen.

Glück, Bürki und ausdauernde Beine

Zumal der Rekordmeister an der Dreisam stark begann. Die frühe Führung durch Bastian Schweinsteiger in seinem 500. Pflichtspiel für die Münchner, am Ende 17:9 Torschüsse, 77,7 Prozent Ballbesitz und 10:2 Ecken. Die Münchner wollten durchaus. Freiburg begann defensiv, erstarrte vor den Münchner fast wie das Kaninchen vor Schlange. Mit dem überraschenden Ausgleich durch Admir Mehmedi fiel dem Kaninchen allerdings auf, dass es Beine hat - und die zum Laufen da sind.

Trotz eines nicht gegebenen Elfmeters für die Freiburger sprach Freiburgs Coach Christian Streich von "Glück", das Spiel gewinnen zu "dürfen". Vielmehr waren es die ebenfalls vom Kult-Trainer attestierte "große Mentalität", ein gleich in zwei Szenen Weltklasse haltender Roman Bürki - und die berühmten und vor allem entscheidenden Prozente, die ein ums Überleben kämpfende Team von einem unterscheidet, das nichts zu gewinnen oder zu verlieren hat. Prozente, die dann auch einen übermächtigen Gegner stürzen lassen können.

"Freiburg wollte mehr und hat mehr Kampf gezeigt, um zu gewinnen", attestierte Guardiola auf der Pressekonferenz in seinem exakt 60 Sekunden dauernden Statement. In Zahlen: Die Freiburger liefen 6,1 Kilometer mehr als der FC Bayern. Die Freiburger machten aus drei Torschüssen zwei Tore. Freiburg war in den letzten Jahren stets ein heikles Pflaster für den Rekordmeister, die Niederlage ob der Konstellation zwar nicht logisch, aber kein achtes Weltwunder.

"... dann geht es in die Zukunft"

"Für uns war es nach der Meisterschaft nicht leicht", sagte Pep noch in seinen 60 Sekunden. "Wir haben jetzt noch ein Spiel - dann geht es in den Urlaub und in die Zukunft." Letztere soll für den FC Bayern natürlich die nächste Meisterschaft bringen. Und wieder den Angriff auf den europäischen Thron bedeuten.

Im Breisgau hat der SCF es nach dem sensationellen Dreier urplötzlich wieder selbst in der Hand, in der Liga zu bleiben. "Danke, Pep. Ich hoffe, dass ich nochmal gegen dich spielen darf", waren Streichs erste Worte auf der Pressekonferenz nach den Glückwünschen seines Gegenübers.

Gelingt ein Sieg gegen das punktgleiche Hannover im Abstiegsendspiel, darf in Freiburg gefeiert werden. Selbst bei einem Remis würde maximal die Relegation drohen. Spielt die Konkurrenz mit, dürfte man sich sogar eine Niederlage erlauben. Darauf wird sich Streich aber nicht verlassen.

Freiburg - Bayern: Die Statistik zum Spiel

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