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Joker Petersen schießt die Bayern ab

Samstag, 16.05.2015 | 16:33 Uhr
SC Freiburg, Bayern München
© Getty
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Der FC Bayern München wartet nach der feststehenden Meisterschaft weiter auf den ersten Ligasieg. Am 33. Spieltag unterlag der Rekordmeister 1:2 (1:1) beim SC Freiburg, der einen Big Point im Abstiegskampf landet.

Vor 24.000 Zuschauern im Schwarzwald-Stadion brachte Bastian Schweinsteiger die Gäste aus München in Führung (13.), ehe Admir Mehmedi nach einer guten halben Stunde für den Sport-Club ausglich (33.). In der Schlussphase traf der Ex-Münchner Nils Petersen zum umjubelten Sieg der Breisgauer (89.).

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Dem Sport-Club gelingt damit der erste Sieg gegen die Münchner seit 19 Jahren. Freiburg macht mit nunmehr 34 Punkten in der Tabelle einen Sprung auf Platz 14. Die Münchner verlieren auch das dritte Ligaspiel nach der feststehenden Meisterschaft - das war zuletzt 1998 der Fall.

Für Schweinsteiger war es im 500. Pflichtspiel der Karriere das insgesamt 44. Bundesliga-Tor. Damit zog der 30-Jährige mit Klub-Legende Franz Beckenbauer gleich.

Reaktionen:

Christian Streich (Trainer SC Freiburg): "Die Mannschaft hat eine großartige Mentalität. Wir hatten heute sehr viel Glück. Aber sonst hatten wir immer sehr viel Pech. Wir haben uns entschieden, defensiv zu spielen, weil wir keine andere Möglichkeit sahen. Es ist zwar nur ein Spiel, aber wir haben die Möglichkeit, vielleicht in der Bundesliga zu bleiben."

Pep Guardiola (Bayern München): "Freiburg wollte mehr und hat mehr Kampf gezeigt, um zu gewinnen. Für uns war es nach der Meisterschaft nicht leicht. Wir haben jetzt noch ein Spiel - dann geht es in den Urlaub und in die Zukunft."

Der Spielfilm:

Vor dem Anpfiff: Christian Streich sieht nach starken Auftritt der Freiburger beim 1:1 gegen den HSV keinen Grund für Veränderungen und schickt - zum dritten Mal in der laufenden Saison - eine unveränderte Startelf auf den Platz.

Pep Guardiola verzichtet auf die große Rotation und wechselt die Bayern nach dem 3:2 gegen Barcelona auf drei Positionen durch. Götze, Rode und Weiser ersetzen Lahm, Thiago und Müller, die alle auf der Bank sitzen. Neuer, dessen Einsatz unter der Woche fraglich war, steht zwischen den Pfosten.

9.: Mehmedi nimmt's im Mittelfeld mit mehreren Münchnern auf, spielt ab auf Darida - und der schickt rechts Schmid auf die Reise. Bernat gewinnt das Laufduell, kann die Kugel aber nicht entscheidend klären. Aus 14 Metern darf der Freiburger abziehen, das Schüsschen geht aber genau in Neuers Arme.

13., 0:1, Schweinsteiger: Weiser nimmt einen weiten Ball von Alonso auf rechts stark runter, lässt Günter elegant aussteigen und passt im Strafraum flach in die Mitte. Bayerns Kapitän rauscht heran und drückt das Leder aus fünf Metern unbedrängt in die Maschen.

28.: Die Freiburger offenbaren große Probleme bei Bayerns Eckbällen. Diesmal darf Boateng nach einer Hereingabe von rechts aus zehn Metern völlig frei köpfen, der Verteidiger platziert den wuchtigen Kopfstoß aber nicht. Bürki hält das Leder fest.

33., 1:1, Mehmedi: Schweinsteiger leistet sich einen schlimmen Ballverlust am eigenen Strafraum. Die Kugel kommt zum Schweizer, der von links ein paar Schritte in die Mitte geht und aus 18 Metern den Ball links unten versenkt. Neuer ist chancenlos!

50.: Ein Alonso-Freistoß von rechts segelt weit an den zweiten Pfosten, wo Götze aus fünf Metern vollkommen frei zum Kopfball kommt. Der Abschluss ist stark, doch Bürki entschärft die Kugel aufs kurze Eck mit einer irren Fußabwehr. Was für eine Parade!

69.: Schweinsteiger mit einer Freistoß-Flanke von links - denkste! Schweinsteiger zirkelt die Kugel aufs lange Eck, Bürki kann nur hinterherschauen wie der Ball an die Latte klatscht! Dusel für Freiburg...

77.: Thiago legt den Ball aus der Drehung mit der Brust sensationell in den Strafraum zu Götze, doch den stört Krmas in der Mitte in allerhöchster Not.

85.: Wieder Thiago: Ein Schuss aus eigentlich unmöglicher Haltung aus 16 Metern zischt Richtung rechtes Eck, doch packt Bürki alles aus, was er kann und klärt!

89, 2:1, Petersen: Die Bayern lassen sich auskontern! Rechts setzt sich Guede gegen Bernat durch und sieht in der Mitte Petersen, der Augenblicke zuvor eingewechselt wurde. Der Pass ist perfekt, gegen Neuers Laufrichtung schiebt der Angreifer die Kugel ins rechte Eck.

Fazit: Lustlose Bayern können ihre Dominanz (77 Prozent Ballbesitz) nicht in Chancen und Tore ummünzen und kassieren das für kämpfende Freiburger glückliche Siegtor wieder nach einem Konter.

Der Star des Spiels: Roman Bürki war gegen die Münchner seltener gefordert, als im Vorfeld wohl gedacht. Er war aber zur Stelle, wenn er gebraucht wurde. Die Paraden gegen Götze (50.) und Thiago (85.) waren schlicht Weltklasse und retteten Freiburg vor dem Lucky Punch kurz vor Schluss.

Der Flop des Spiels: Robert Lewandowski war am Anfang noch Aktivposten, baute im Laufe des Spiels aber stark ab. Ohne Torgefahr und in den entscheidenden Momenten oft mit falschen Entscheidungen. Brachte im Angriffsdrittel nicht einmal zwei Drittel der Zuspiele an den Mann.

Der Schiedsrichter: Tobias Welz verweigerte Bayern die vermeintliche Führung durch Benatia wegen eines Schubsers (10.) - korrekt, wenn auch hart. In Hälfte zwei mit einer gravierenden Fehlentscheidung, als er Rafinhas Foul gegen Mehmedi nicht mit Elfmeter und Rot ahndete (57.). Insgesamt ein wackliger Auftritt mit kleinlicher Linie.

Das fiel auf:

  • Freiburg mit zwei Viererketten und Mehmedi sowie der hängenden Spitze Guede im Angriff war von Anfang an um Ordnung in den eigenen Reihen und personelle Überzahl im Zentrum bemüht.
  • Doch war dem Sport-Club in der Anfangsphase die Nervosität anzumerken. Die Breisgauer leisteten sich viele einfache Ballverluste und gingen ohne die letzte Konsequenz in die Zweikämpfe. Erst mit dem überraschenden Ausgleich durch Mehmedi kamen die Gastgeber besser in die Partie und hielten gegen die erdrückende Münchner Dominanz dagegen. Gut vier Kilometer spulten die Freiburger im Kollektiv mehr ab als der Rekordmeister.
  • Trotz der dichten Staffelung im Zentrum stimmen beim SCF die Abstände zwischen den Reihen oft nicht. Alonso und der im Spielaufbau sehr aktive Boateng wurden so nur unzureichend gestört. Vorne durften die Münchner immer wieder in die ungedeckten Räume stechen, sich den Ball holen und trotz der enorm defensiven Ausrichtung der Gäste mit Tempo auf die Abwehr gehen.
  • Auffällig: Die Asymmetrie im Bayern-Spiel. Nur 15 Prozent der Angriffe liefen bei Bayern in Halbzeit eins über Götzes linke Seite, fast die Hälfte über rechts. In Abschnitt zwei verlagerten sich die Münchner Angriffe merklich in die Mitte, was auch mit der Hereinnahme von Lahm und Thiago zu tun hatte.

Freiburg - Bayern: Die Statistik zum Spiel

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