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Keine Tore im Abstiegs-Gipfel

Freitag, 06.03.2015 | 22:33 Uhr
Beim Abstiegsduell lagen die Nerven teilweise blank
© Getty
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Der VfB Stuttgart schlittert dem Abstieg aus der Bundesliga immer schneller entgegen. Am 24. Spieltag musste sich der Tabellenletzte aus Schwaben vor heimischer Kulisse im Kellerduell gegen Hertha BSC mit einem torlosen Remis zufrieden geben.

Die 45.000 Zuschauer in der Mercedes-Benz Arena sahen eine schwache Partie, nach der der VfB Stuttgart mit jetzt 20 Zählern weiterhin die Rote Laterne inne hat. Doch auch für die Gäste aus Berlin wird die Lage immer brenzliger, mit 25 Punkten könnten die Herthaner nach Ende des Spieltags selbst wieder auf einen Abstiegsrang rutschen.

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Moritz Leitner sah in der Nachspielzeit nur Sekunden nach seiner Einwechslung seine 5. Gelbe Karte und wird den Schwaben am kommenden Freitag in Leverkusen fehlen.

Auf Seiten der Berliner holte sich Nico Schulz in der achten Minute der Nachspielzeit die Gelb-Rote Karte ab und muss am kommenden Wochenende ebenso zuschauen.

Reaktionen:

Huub Stevens (Trainer VfB Stuttgart): "Natürlich sind wir enttäuscht. Wenn man sieht, was die Jungens investieren und was sie zurückbekommen, dann ist das schade. Wir haben gesagt, dass es kein einfacher Weg wird. Der Weg ist heute noch schwieriger geworden."

Pal Dardai (Trainer Hertha BSC): "Ich bin mit dem Punkt zufrieden. Meine Mannschaft hat Disziplin und Einsatz gezeigt. Das war im Abstiegskampf völlig in Ordnung. Wir hätten auch gewinnen können, sind aber mit dem Ergebnis zufrieden."

SPOX-Spielfilm:

Vor dem Anpfiff: Huub Stevens muss beim VfB Stuttgart den rotgesperrten Harnik ersetzen und schickt Kostic auf dem rechten Flügel von Beginn an aufs Feld. In der Viererkette beginnt Hlousek links für den kränkelnden Sakai.

Auf Seiten der Hertha wechselt Coach Pal Dardai im Vergleich zum Sieg über Augsburg drei Mal. Niemeyer und Skjelbred fehlen beide gelbgesperrt, Schulz muss auf die Bank. Heitinga startet dafür auf der Sechs, Hegeler soll das Spiel im Zentrum gestalten und Stocker über links für Furore sorgen.

14.: Erstes dickes Ding für den VfB! Eine Hereingabe von rechts rutscht in den Sechzehner durch zu Gentner, der den Ball mit dem Rücken zum Tor annimmt und nach links zu Timo Werner weiterleitet. Der Angreifer verzieht frei aus elf Metern - da war mehr drin!

26.: Berlin kontert über links. Die Flanke bringt wenig Gefahr, aber der VfB bringt die Pille nicht sauber weg. Stocker ist als erster Akteur am schwachen Klärungsversuch von Schwaab und probiert's von der Strafraumgrenze. Ulreich ist unten und wehrt den strammen Schuss zur Seite ab.

38.: Starke Spieleröffnung der Schwaben! Werner wird auf dem linken Flügel auf die Reise geschickt und lässt Pekarik im Laufduell hinter sich. Die flache Hereingabe trudelt durch den Fünfmeterraum, am langen Pfosten klärt Plattenhardt recht unkonventionell und haut sich das Ding beinahe ins eigene Tor...

65.: Kostic flankt halbhoch von rechts und Brooks lässt die Kugel unbeholfen durchkullern. Ginczek schmeißt sich am Fünfer in den Ball, schaufelt die Pille aber über den herausstürmenden Kraft über den Kasten.

72.: Schwaab läuft bei einer Ecke von rechts geschickt am kurzen Pfosten ein und zwingt Kraft mit einem schönen Kopfball zur Faustabwehr!

81.: Da war sie, die riesen Möglichkeit für die Hertha! Kalou marschiert nach einem Stuttgarter Ballverlust durchs Mittelfeld und spielt klasse links raus zum gestarteten Schulz. Der Joker ist zwölf Meter vor dem Tor frei durch, legt den Ball aber Zentimeter am langen Pfosten vorbei.

Fazit: Stuttgart ist in einer Partie auf schwachem Niveau besser, vor dem Tor aber erschreckend harmlos - und wäre am Schluss beinahe noch ausgekontert worden.

Der Star des Spiels: Geoffroy Serey Die leistete sich zwar ein paar Fehlpässe, war aber mit Abstand bester Mann auf dem Platz. Starke Antizipation und mit einigen richtig starken Balleroberungen. Wichtig im Spielaufbau mit einer Passquote von über 90 Prozent gewann der Ivorer fast 60 Prozent seiner Zweikämpfe und hatte nach Alexandru Maxim die meisten Ballaktionen aller Spieler auf dem Feld (103).

Der Flop des Spiels: Daniel Ginczek war fast 70 Minuten lang ein Geist auf dem Spielfeld. 21 Ballaktionen, 13 Pässe, 9,1 Prozent gewonnen Zweikämpfe - blasser und ungefährlicher geht's kaum.

Der Schiedsrichter: Dr. Felix Brych hatte keine leichte Partie zu leiten und lag das eine oder andere Mal daneben. Heitingas Verwarnung nach 15 Sekunden war noch korrekt, nach dem Zweikampf Pekarik gegen Werner (30.) hätte man aber auf Freistoß für den VfB entscheiden müssen. Beim Check von Niedermeyer gegen Kraft und der anschließenden Rudelbildung muss der VfB-Verteidiger genauso Gelb sehen wie wenige Minuten danach bei der eingesprungenen Grätsche gegen Schulz.

Das fiel auf:

  • Der VfB startete engagiert und übernahm sofort die Initiative. Vor allem in den ersten 15 Minuten ließen die Schwaben die Hertha gar nicht aus der eigenen Hälfte und zwangen die Berliner mit hohem Pressing zu vielen Fehlern im Spielaufbau. Die Passquote von Berlin in Hälfte eins teils nur knapp über 50 Prozent.
  • Auch wenn die Durchschlagskraft bei den letzten Aktionen zu Wünschen übrig ließ, gefiel Stuttgarts spielerisch ansprechendes offensives Dreiermittelfeld mit Werner, Maxim und Kostic. Eine Reihe weiter hinten ließ sich Serey Die immer wieder zwischen die Innenverteidigung fallen, um den Spielaufbau einzuleiten.
  • Die Hertha hingegen überließ dem Tabellenletzten den Ball und verlagerte sich von Anfang an aufs Kontern. Gegen aufmerksame Stuttgarter fanden die biederen Berliner aber zu selten die Räume.
  • Auch mit den zur Pause eingewechselten Cigerci und Schulz nahm die Hertha nicht mehr am Spiel teil, die Ballbesitzwerte sanken im zweiten Durchgang sogar unter 30 Prozent. Der VfB auf der anderen Seite konnte an das Tempo der starken Anfangsphase nicht mehr anknüpfen.

Stuttgart - Hertha: Die Statistik zum Spiel

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