Bundesliga - 30. Spieltag

Hertha steuert auf den Abgrund zu

Von Stefan Rommel / Martin Jahns
Dienstag, 10.04.2012 | 21:51 Uhr
Für Lell (l.) und die Hertha wird es langsam richtig duster - Freiburg ist fast gerettet
© Getty
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Hertha BSC taumelt weiter bedenklich Richtung Zweite Liga. Zum Auftakt des 30. Spieltags verloren die Berliner im Abstiegskrimi gegen den SC Freiburg mit 1:2 (0:1) und bleiben Vorletzter.

Vor 45.787 Zuschauern im Berliner Olympiastadion erzielten Roman Hubnik per Eigentor (7.) und Sebastian Freis (67.) die Tore für die Gäste. Hubniks Anschlusstreffer war letztlich zu wenig (81.).

Von Otto Rehhagels propagierter "Entscheidungsschlacht" war die Hertha gefühlte Lichtjahre entfernt und enttäuschte stattdessen kämpferisch und spielerisch komplett. Für Berlin war es unter Rehhagel die fünfte Niederlage im achten Spiel und die dritte Heimniederlage in Folge.

Freiburg dagegen hat aus den letzten sieben Spielen sagenhafte 17 Punkte geholt und ist mit nunmehr 35 Punkten fast schon gerettet.

Reaktionen:

Otto Rehhagel (Trainer Hertha BSC): "Wir haben noch Glück gehabt, dass unsere Konkurrenten auch alle verloren haben. Deswegen ist die Situation wie vor dem Spiel. Aber es wird natürlich immer enger."

Christian Streich (Trainer SC Freiburg): "Es darf uns nichts passieren. Wir spielen in der ersten Bundesliga mit Freiburg. Das ist so schwierig und so gefährlich gegen diese topbesetzten Mannschaften. Wir können sofort drei, vier Spiele hintereinander verlieren - so schnell können wir uns gar nicht umschauen."

Sebastian Freis (SC Freiburg): "Wenn ich die anderen Ergebnisse heute sehe, war das ein Riesenschritt. Wir werden nicht locker lassen, solange es rechnerisch möglich ist, auf einen Abstiegsplatz zu kommen."

Der SPOX-Spielfilm:

Vor dem Anpfiff: Die Hertha mit der Mannschaft, die zuletzt in Gladbach einen Punkte geholt hat.

Freiburg ohne seine beiden Sechser Schuster (verletzt) und Makiadia (5. Gelbe Karte). Flum und Guede bilden das Zentrum. Dembele beginnt im Sturm.

7., 0:1, Hubnik (Eigentor): Dembele wird rechts am Strafraum nicht angegriffen. Dessen harmlose Flanke klärt Hubnik ungewollt mit dem linken Knie. Über Kraft hinweg fliegt der Ball an den linken Innenpfosten und von dort ins Tor.

17.: Klasse Doppelpass zwischen Guese und Freis. Dembele frei vor Kraft, schießt den Ball aber mit links aus 13 Metern nur an die Oberkante der Latte.

30.: Nach einem tollen Pass in die Gasse ist Schmid halblinks frei vor Kraft, doch der Berliner Keeper hält den Flachschuss aufs lange Eck aus zehn Metern mit einer guten Fußabwehr.

44.: Freistoß Rukavytsya von links. Am langen Pfosten hat Raffael ein bisschen Platz, köpft den Ball aber doch zwei Meter am Tor vorbei.

57.: Ben-Hatira zieht aus 25 Metern einfach mal ab. Unangenehmer Aufsetzer, aber Baumann hält sicher.

65.: Raffael durchs Mittelfeld, Pass auf Lassoga. Der zieht kurz aus, knallt dann aus 22 Metern satt drauf. Knapp rechts vorbei.

67., 0:2, Freis: Baumann mit einem weiten Abstoß, Guede verlängert per Kopf. Hubnik hat den kürzeren Weg zum Ball, Freis ist aber einfach spritziger, spitzelt den Ball vorbei. Dann umkurvt er Kraft und schiebt aus acht Meter ins leere Tor ein.

81., 1:2, Hubnik: Raffaels Schuss wird abgefälscht und entwickelt dich zur Kerze. Baumann kommt aus dem Tor, geht dann aber total zaghaft zum Ball und wird von Hubnik ohne Probleme übersprungen. Der Ball kullert aus zehn Metern ins Tor.

82.: Ramos auf Lell, der von rechts scharf an den ersten Pfosten flankt. Lassoga mit Rücklage, schießt den Ball im Fallen aus vier Metern drüber.

90.: Nach einem Durcheinander im Freiburger Strafraum kommt Ramos durch Zufall an den Ball - bekommt aber aus zehn Metern nur ein Schüsschen genau auf Baumann hin.

Fazit: Verdienter Sieg für Freiburg, das sich als Mannschaft präsentierte und solide verteidigte. Berlin zwar bemüht, aber spielerisch derart arm, dass es selbst für einen Punktgewinn nicht reichte.

Der Star des Spiels: Karim Guede durfte im zentralen Mittelfeld ran und zeigte dort eine vorzügliche Leistung. Robust räumte Guede die wenigen durchdachten Berliner Angriffe beiseite, war stark im Spielaufbau und kam sogar ein paar Mal selbst zum Abschluss.

Der Flop des Spiels: Raffael soll der große Hoffnungsträger der Berliner im Abstiegskampf sein. Gegen Freiburg bekam er Spiel aber zu keinem Zeitpunkt in den Griff und leistete sich viel zu viele leichte Abspielfehler. Seine wenigen guten Aktionen verpufften gefahrlos für die Gäste. Von einem Spieler seiner Klasse muss in einer so entscheidenden Phase mehr kommen - ebenso wie von Adrian Ramos, der 90 Minuten förmlich unsichtbar war.

Der Schiedsrichter: Peter Gagelmann wählte eine ziemlich kleinliche Linie und machte sich damit nicht immer nur Freunde. Allerdings leistete er sich keinen gravierenden Fehler - bis auf Diagnes Ellbogeneinsatz gegen Lassoga, den er hätte ahnden müssen.

Analyse: In einer von beiden Seiten verhaltenen Anfangsphase war Freiburg einen Hauch offensiver und gewitzter im letzten Spieldrittel. Freis und Dembele harmonierten sowohl im Angriffsspiel als auch in der Defensivarbeit recht gut.

Die Gastgeber konnte mit dem Rückstand nur schwer umgehen, der Abstand zwischen der tiefstehende Viererkette und dem Rest der Mannschaft war zu groß. Berlin baute seine Angriffe auch zu umständlich auf, aus dem defensiven Mittelfeld gab es keine entscheidenden Impulse. Nach einer Viertelstunde musste sich die Mannschaft schon erste wütende Pfiffe gefallen lassen.

Bis zur Pause änderte sich daran kaum etwas, weil die Hertha Freiburg auch gar nicht pressen wollte, sondern sich permanent ängstlich zurückzog - und trotzdem in der Abwehr einige Male bedenklich schwamm.

Freiburg blieb bei seinen durchdachten und schnell vorgetragenen Kontern stets gefährlich und hätte bis zur Pause höher führen können. Rehhagel reagierte, brachte für die zweite Halbzeit mit Lassoga einen zweiten Stürmer und stellte auf 4-4-2 um. Trotzdem änderte sich an Berlins Ideenlosigkeit nichts.

Die Gastgeber erhöhten nach einer Stunde zwar den Druck und kamen auch zu zwei kleineren Chancen. Dann erstickte Freis' Tor die zarten Bemühungen aber auf einen Schlag. Die Hertha war wie paralysiert und praktisch schon tot - ehe Baumanns eigenartige Aktion die gastgeber doch noch zurück ins Spiel holte.

Erst in den letzten Minuten entwickelte Berlin so etwas wie Druck auf das Gästetor, war aber bei den beiden Abschlüssen von Lassoga und Ramos nicht konsequent und gierig genug.

Hertha - Freiburg: Daten zum Spiel

 

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