Sonntag, 08.04.2012

Bundesliga - 29. Spieltag

Eine gefühlte Niederlage für Nürnberg

Die einen stemmten sich erfolgreich gegen eine Niederlage, die anderen beendeten ihre Negativserie, aber Freude über die verdiente Punkteteilung wollte weder bei den gastgebenden Freiburgern noch bei den Nürnbergern aufkommen. "Am Ende ist das 2:2 okay", befand SC-Trainer Christian Streich nach dem Spiel mit zwei völlig unterschiedlichen Halbzeiten und der geglückten Aufholjagd seiner seit sechs Spielen unbesiegten Mannschaft. 0:2 hatten die Gastgeber nach dem ersten Abschnitt hinten gelegen.

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Cedric Makiadi dreht nach seinem Tor zum 2:2 Ausgleich jubelnd ab
© Getty
Cedric Makiadi dreht nach seinem Tor zum 2:2 Ausgleich jubelnd ab

Streichs positive Empfindungen über nun 14 Punkte hintereinander wurden vom "Schock" über die Verletzung von Kapitän Julian Schuster überlagert.

Bei einem Zusammenprall im Kopfballduell mit dem Nürnberger Tomas Pekhart zog sich der Mittelfeldmann einen Nasenbeinbruch und eine Fraktur des Oberkiefers zu. Für den erst vor einem Monat nach langer Verletzungspause zurückgekehrten Schuster ist die Saison damit beendet.

Auch den Franken war nach dem laut Trainer Dieter Hecking "gerechten Unentschieden" im mit harten Bandagen geführten Duell zweier abstiegsgefährdeter Tabellennachbarn nicht nach Feiern zumute. Sie hatten zwar ihr "Minimalziel" (Hecking) erreicht und die punktgleichen Badener (beide 32) hinter sich gehalten.

Den Tabellenzwölften schmerzte aber, nach vier Niederlagen am Stück zwei Zähler liegen gelassen zu haben. Innenverteidiger Per Nilsson beschlichen altbekannte Emotionen: "Wenn man 2:0 führt und noch ein 2:2 bekommt, dann fühlt sich das an wie ein verlorenes Spiel."

Nilsson verschuldet Strafstoß an Caligiuri

Nilsson, der erstmals seit Monaten wieder von der ersten Minute an mitwirken durfte, hatte durchaus seinen Anteil an der gefühlten Niederlage. Der Schwede verschuldete in der 53. Minute den Strafstoß, den der von ihm gefoulte Daniel Caligiuri zum 1:2-Anschlusstreffer verwandelte.

"Ich wollte ihm den Weg blocken. Wenn es ein Elfmeter war, dann war es unfassbar unglücklich und ärgerlich", sagte Nilsson halbwegs schuldbewusst.

Club-Keeper Raphael Schäfer fand weniger zurückhaltende Worte für die Entscheidung von Schiedsrichter Thorsten Kinhöfer, den von Nilsson eingeräumten Kontakt mit Caligiuri mit Strafstoß zu ahnden. "Wir hatten das Spiel im Griff. Dann wird durch eine Situation, in der nichts passieren kann, Elfmeter gepfiffen, den kein Schiedsrichter der Welt pfeift", zürnte Schäfer.

Der Pfiff war das Signal für die Freiburger zur Aufholjagd. "Wir wussten: Wenn wir ein Tor schießen, brennt der Baum", sagte der für Schuster nach 23 Minuten eingewechselte Johannes Flum. Das Osterfeuer zur Freude der 24.000 Zuschauer richtig zum Lodern brachte schließlich Cedrick Makiadi mit seinem Treffer zum 2:2-Endstand in der 79. Minute.

"Wir haben in der zweiten Halbzeit guten Fußball gespielt, wie man es mittlerweile von uns ja auch gewohnt ist", befand Makiadi. Wegen seiner fünften Gelben Karte muss der Mittelfeldspieler jedoch am Dienstag in Berlin pausieren. Markus Feulner fehlt den Nürnbergern am Mittwoch gelbgesperrt gegen Schalke.

Makiadi: "Die Nürnberger haben an der Grenze gespielt"

Für das Abstiegsduell bei der Hertha muss Freiburg damit die zuletzt von Schuster und Makiadi sehr erfolgreich besetzte Doppelsechs neu formieren. "Das ist sehr problematisch", gab Trainer Streich zu, der seine Erwartung eines robusten Gegners zu seinem Leidwesen erfüllt sah.

"Die Nürnberger waren physisch sehr, sehr stark - und auch spielerisch gut", sagte Streich. Makiadi meinte nach dem Härtetest: "Die Nürnberger haben an der Grenze gespielt."

Mit ihrer Aggressivität und Dynamik beeindruckten die selbstbewussten Franken die Freiburger. Unter freundlicher Mithilfe des eine Halbzeit lang völlig indisponierten SC-Innenverteidigers Fallou Diagne, der sich einen kapitalen Fehlpass leistete, beendete Daniel Didavi in der achten Minute und nach insgesamt 269 Minuten ohne Treffer die Nürnberger Torflaute.

Tomas Pekhart nutzte das Durcheinander in der Freiburger Abwehr dann in der 45. Minute und baute die verdiente Führung aus.

"Für viele Mannschaften wäre das 0:2 kurz vor der Halbzeit wohl der Genickbruch gewesen. Wir haben aber eine super Moral in der Mannschaft", sagte Stürmer Stefan Reisinger.

Von einem gefühlten Sieg wollte Streich aber nicht nur wegen der schweren Verletzung von Schuster nichts wissen. "Es gab ja nur einen Punkt. Es ist ein gefühltes Unentschieden", sagte der Erfolgscoach gewohnt trocken.

Freiburg - Nürnberg: Daten zum Spiel


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