Höwedes-Verletzung trübt Schalker Freude

SID
Sonntag, 22.01.2012 | 17:48 Uhr
Benedikt Höwedes wird in der 42. Minute ausgwechselt
© Getty
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Die Nachrichten aus dem Krankenhaus Recklinghausen vergällten die Freude beim FC Schalke 04 über den starken Rückrundenstart. Mit dem 3:1 (1:0) über den VfB Stuttgart war der Pokalsieger nach Punkten gleichgezogen mit dem FC Bayern München, die Gelsenkirchener wiesen die exakt gleiche Sieg-Unentschieden-Niederlagen-Bilanz wie der Rekordmeister auf, aber das sorgenvolle Gesicht von Teamarzt Dr. Thorsten Rarreck signalisierte Schlimmes.

Benedikt Höwedes, der Kapitän und vorbildliche Kämpfer der Gelsenkirchener, lag einige Kilometer entfernt im Knappschaftskrankenhaus mit dick geschwollenem Gesicht. Ein dreifacher Jochbeinbruch wird den 23-Jährigen mehrere Wochen außer Gefecht setzen und könnte auch seine Chancen auf eine Teilnahme an der Europameisterschaft gefährden.

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An diesem Montag soll der Verteidiger operiert werden. Rarreck sprach von einer "realistischen Pause von vier bis sechs Wochen". Wenn alles gut gehe, fügte der Mediziner hinzu, könnte Höwedes vielleicht mit einer Schutzmaske nach drei Wochen wieder spielen. Aber davon solle bitte besser niemand ausgehen, sagte Rarreck.

"Stirn war härter als sein Wangenknochen"

"Das war eine blöde Situation. Meine Stirn war härter als der Wangenknochen von Benni", sagte Marco Höger. Der Teamkollege war mit Höwedes in der 32. Minute bei einem Kopfball zusammengeprallt. Der Kapitän, der in der 3. Minute das 1:0 durch Joel Matip mit einem brachialen Kopfball vorbereitet hatte, wurde zunächst einige Zeit auf dem Platz liegend behandelt.

Nach einigen Minuten aber, in denen er mehr über den Platz taumelte als zu spielen, ließ er sich kurz vor der Pause auswechseln. Christoph Metzelder, der schon lange nicht mehr zum Schalker Stammpersonal zählt, kam in die Partie und lieferte eine überzeugende Leistung ab. Doch angesichts der immer länger werdenden Ausfallliste dachte Manager Horst Heldt umgehend über die Verpflichtung eines Abwehrspielers nach. "Metze hat das sehr gut gemacht. Trotzdem sind wir dort nicht gut besetzt", sagte Heldt.

Denn auch Ralf Fährmann, Peer Kluge, Jefferson Farfan und Lewis Holtby fallen wegen Verletzungen noch aus. Zudem muss Jermaine Jones wegen seiner langen Sperre bis in den März hinein ersetzt werden. Und gegen Stuttgart blieb auch Alexander Baumjohann zur Pause in der Kabine. "Ich glaube, ich habe einen kleinen Faserriss im Adduktorenbereich", sagte der Mittelfeldspieler.

Von der Meisterschaft zu reden bringt Unglück

Die Schalker, die im Hinspiel beim 0:3 noch eine desolate Leistung geboten hatten, genießen ihre Position in der Tabelle. Dass sie dank der Gladbacher Schützenhilfe mit den Bayern gleichziehen konnten, veranlasst sie aber nicht, an Größeres zu denken. "Wir nehmen es normal auf. Es ist ja nicht so, dass Schalke in den vergangenen Jahren nicht öfter mit oben stand", sagte Heldt. Von der Meisterschaft zu reden, bringe nur Unglück, meinte Trainer Huub Stevens lapidar.

Tatsächlich hält sich kaum jemand bei den Königsblauen für einen Titelkandidaten. Allein Klaas-Jan Huntelaar traute sich vor der Partie zu behaupten, bei dem geringen Abstand zu den Münchnern wäre "doch alles möglich". Er hatte ein wenig Pech, als ihm in der 8. Minute ein Tor, das sein 16. in der laufenden Saison gewesen wäre, wegen vermeintlichen Abseits aberkannt wurde.

Die junge Fraktion mit Matip (20), Kyriakos Papadopoulos (19) und Julian Draxler (18) übernahm das Toreschießen. Mit Shinji Okazakis Tor drei Minuten vor dem Abpfiff gelang Stuttgart nur noch Ergebniskosmetik. Die Schwaben, durch die Ausfälle von Timo Gebhart, Khalid Boularhouz, Christian Gentner (alle verletzt) und Artur Boka (beim Afrika-Cup) geschwächt, hinterließen einen traurigen Eindruck. Das Team des erzürnten Trainers Bruno Labbadia, muss sich, inzwischen deutlich im Minusbereich stehend, wieder darauf konzentrieren, den Abstand nach unten zu halten.

Debüt von Obasi

Ein Spieler, den es einmal nach Stuttgart gezogen hatte, gab bei den Schalkern sein Debüt: Chinedu Obasi, aus Hoffenheim gekommen, stand in der Startelf und deutete seine Möglichkeiten an.

Der Stürmer war beeindruckt von der Stimmung in der Arena, die sich deutlich von der Atmosphäre im Städtchen Sinsheim unterscheidet.

Er habe Großes vor mit Schalke, meinte der Nigerianer. Von Meisterschaft sprach er nicht, auch diese Botschaft von Stevens hat er verstanden.

Schalke - Stuttgart: Daten zum Spiel

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