Fussball

Der FC Bayern kann's auch schmutzig

SID
Jose Ernesto Sosa (r.) erzielte sein erstes Pflichtspieltor für den FC Bayern München
© Getty

Nach dem Zittersieg gegen den Karlsruher SC war bei Bayern München allen die Erleichterung ins Gesicht geschrieben, die Kampfansage an die Konkurrenz im Titelrennen aus Berlin und Wolfsburg folgte aber prompt.

"Wir freuen uns, dass wir wieder richtig dabei und dran sind. Wir werden jetzt keine Ruhe mehr geben", sagte Trainer Jürgen Klinsmann nach dem 1:0 (1:0)-Heimerfolg gegen den wackeren Karlsruher SC. Uli Hoeneß wollte Kritik an der gegen Ende wenig souveränen Vorstellung des deutschen Fußball-Rekordmeisters gar nicht erst gelten lassen.

"Hertha hat die letzten zehn Spiele so gewonnen, da brauchen wir uns nicht für zu verteidigen", sagte der Manager und spielte damit auf die hauchdünnen Siege der Berliner an, die seiner Meinung nach weiterhin der Hauptkonkurrent um die Schale bleiben.

Bayern-Coach lässt Nachlässigkeiten zu

Klinsmann verwies ebenfalls auf den Rivalen aus der Hauptstadt, der nach seiner Zählung "sieben- oder achtmal" so gewonnen habe, und forderte angesichts des verletzungsbedingten Ausfalls des Sturmduos Luca Toni und Miroslav Klose Nachsicht für die Abkehr vom Hurra- zum Hertha-Stil: "Das darf sich die Mannschaft auch mal erlauben."

Beinahe hätte der Tabellenletzte allerdings in der Nachspielzeit die in der letzten halben Stunde zunehmenden Nachlässigkeiten der Bayern noch mit dem Ausgleich bestraft. Doch Ze Roberto auf der Linie und die Querlatte verhinderten einen unerwarteten Rückschlag im Kampf um die Meisterschaft.

"Kleines Endspiel" in Wolfsburg

Stattdessen rückten die Bayern dank des Treffers von Jose Ernesto Sosa aus der 34. Minute bis auf einen Punkt an den Tabellenführer aus Berlin heran. Punkt- und torgleich stehen die Münchner nun mit dem VfL Wolfsburg auf Platz zwei. Nach der Länderspielpause reisen die Bayern zum "kleinen Endspiel" (Klinsmann) oder "vorentscheidenden Spiel" (Hoeneß) zu Felix Magaths Wölfen.

Für Mark van Bommel stand bereits fest: "Wenn wir da gewinnen, werden wir Meister." Der Kapitän gab allerdings auch zu, dass der Auftritt gegen den KSC "gar nicht gut war, das wissen wir alle". Als "annähernd katastrophal" bezeichnete Torwart Michael Rensing sogar die zweite Halbzeit.

Doch auch er teilte van Bommels Erkenntnis: "Wir haben die drei Punkte - und das ist ganz wichtig." Gerade solche Spiele müsse man gewinnen, um Meister zu werden, meinte Hoeneß. Ganz nebenbei war es sogar der erste Bundesliga-Heimerfolg in der laufenden Saison ohne Gegentor.

Hoeneß verteidigt Riberys Tätlichkeit

Beinahe hätte das Spiel aber einen weiteren personellen Rückschlag für die Münchner bereitgehalten, doch der gerade erst wiedergenesene Franck Ribery sah für seinen Griff in das Gesicht von Andreas Görlitz nur die Gelbe Karte. Schiedsrichter Guido Winkmann hätte für die Aktion des Franzosen, die sich zumindest am Rande einer Tätlichkeit bewegte, auch Rot zeigen können.

Hoeneß verteidigte seinen Star. "Wenn man die ganze Zeit auf die Socken kriegt, wehrt man sich halt mal. Das war eine völlig harmlose Geschichte", befand der Manager.

Durchhalteparolen beim KSC

Immer bedrohlicher wird dagegen die Lage für die Karlsruher. Fünf Punkte beträgt der Rückstand auf den Relegationsplatz, sieben sind es gar bis zum rettenden Ufer. Dennoch sahen sich die Badener durch den Auftritt bei den Münchnern gestärkt.

"Das sollte uns Mut machen", sagte Trainer Edmund Becker. Und der von München an Karlsruhe ausgeliehene Görlitz ergänzte: "Die Mannschaft lebt."

Dass sie sich noch nicht aufgegeben hat, betonte auch Kapitän Christian Eichner, trotz allen Ärgers über die nun schon 540 Minuten anhaltende Torflaute: "Es reicht so langsam. Irgendeiner möchte nicht, dass wir ein Tor schießen. Aber wir werden weitermachen. Diese Mannschaft möchte drin bleiben."

Bayerns glanzloser Sieg in der SPOX-Analyse

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