Fussball

Jonas Hofmann im Interview: "Ich glaube, ich würde mich als Aladin verkleiden"

Seit 1. Januar 2016 spielt Jonas Hofmann bei Borussia Mönchengladbach.

Jonas Hofmann trifft mit Borussia Mönchengladbach am letzten Spieltag auf seinen Ex-Klub Borussia Dortmund (15.30 Uhr im LIVETICKER) - und könnte ihm den Meistertitel vergeigen. Im Interview mit SPOX und Goal spricht er über das besondere Spiel und den überraschenden Trainerwechsel bei Gladbach.

Außerdem erzählt Hofmann von Dortmunds Double-Feier 2012, Jürgen Klopps Motivationskünsten und der Bundesligatauglichkeit seines ehemaligen Co-Trainers Zeljko Buvac. Hofmann berichtet von Gladbacher Golfduellen, Abenden an der Dartsscheibe und einem geplanten Aladin-Kostüm.

Herr Hofmann, hätten Sie ein schlechtes Gewissen, wenn Sie Ihrem Ex-Klub Dortmund mit einem Sieg am Samstag die Chance auf den Meistertitel nehmen würden?

Jonas Hofmann: Nein, da hätte ich gar kein schlechtes Gewissen. Ich gehe mit viel Vorfreude ins Wochenende und denke dabei nur an uns. Wir können mit einem Sieg schließlich unseren eigenen kleinen Meistertitel holen - nichts anderes wäre der Einzug in die Champions League.

Welchen Dortmunder würden Sie im Fall der Fälle nach dem Spiel als erstes trösten?

Hofmann: Den, den ich als erstes sehe. Besonders leidtun würde mir aber natürlich Marco Reus. Er wartet schon so lange sehnsüchtig auf seinen ersten Meistertitel.

Die Bundesliga-Tabelle vor dem letzten Spieltag

PlatzTeamSp.ToreDiffPkt.
1.Bayern München3383:315275
2.Borussia Dortmund3379:443573
3.RB Leipzig3362:273566
4.Borussia M'gladbach3355:401555
5.Bayer Leverkusen3364:511355
6.Eintracht Frankfurt3359:431654
7.Wolfsburg3354:49552
8.TSG Hoffenheim3368:482051
9.Werder Bremen3356:48850

Als Dortmund 2012 letztmals Meister wurde, spielten Sie in der zweiten Mannschaft.

Hofmann: Das war damals der Wahnsinn! Dortmund ist eine verrückte Fußballstadt und ohne den Verein wäre sie nur die Hälfte wert. Dementsprechend wirkte sich das Double damals auf die ganze Stadt aus.

Welche Erinnerungen haben Sie an die Feierlichkeiten?

Hofmann: Wir sind mit der Profimannschaft zum Pokalfinale gefahren und waren nach dem 5:2-Sieg auch bei der Feier dabei. Diesen Abend habe ich bis heute genau im Kopf. Ich kann mich daran erinnern, dass das Lied "An Tagen wie diesen" rauf und runter gelaufen ist.

Kommen wir zur Gegenwart und Ihrem aktuellen Verein. Seit einigen Wochen steht die Trennung von Trainer Dieter Hecking im Sommer fest. Hat er sich seitdem verändert?

Hofmann: Nein. Er ist Profi genug, um das auszublenden. Hinsichtlich des Trainings, der Spielanalysen und des ganzen Drumherums hat sich nichts geändert. Ich sehe bei ihm im Alltag keine Nachlässigkeiten. Ganz im Gegenteil: Er hat uns gesagt, dass es für ihn jetzt sogar noch schöner wäre, die Champions League zu erreichen, um sich so vom Verein zu verabschieden.

Waren Sie von der Entscheidung des Klubs überrascht?

Hofmann: Jeder von uns war überrascht, weil es aus dem Nichts kam. Normalerweise liest man vor so einer Entscheidung in den Medien entsprechende Spekulationen, aber wir haben bis zur Verkündung nichts mitbekommen.

War es die richtige Entscheidung?

Hofmann: Max (Eberl) meinte zu uns, dass wir mit einem neuen Trainer einen neuen Weg gehen und neu einschlagen wollen. Nach der nächsten Saison kann man, denke ich, ein erstes Zwischenfazit ziehen.

Was haben Sie für ein Bild vom neuen Trainer Marco Rose?

Hofmann: Während meiner Zeit in Mainz habe ich erfahren, dass er dort einst spielte. Persönlich habe ich ihn aber nicht kennengelernt. In der vergangenen Saison habe ich mir natürlich die Europa-League-Spiele seiner Salzburger gegen Dortmund angeschaut.

Wenige Tage nach der Verkündung, dass er als Trainer übernehmen wird, haben Sie Ihren Vertrag bis 2023 verlängert. Gibt es da einen Zusammenhang?

Hofmann: Ich denke schon, dass Max diesbezüglich mit Marco Rose gesprochen hat. Ein persönliches Gespräch hatte ich mit Marco Rose noch keines, aber das war auch gar nicht nötig.

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