Fussball

BVB spendet Millionenbetrag für Holocaust-Gedenkstätte: "Dem Antisemitismus die Wurzel ziehen“

Von SPOX
Setzt sich nachhaltig für die Erinnerungskultur ein: Borussia Dortmund und sein Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke.

Seit Jahren setzt Bundesliga-Spitzenreiter Borussia Dortmund regelmäßig Zeichen gegen Rechtsradikalismus. Nun beteiligt sich der BVB auch aktiv an der Erinnerungskultur und spendet einen Millionenbetrag an die bedeutendste Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem.

"Als ich hörte, dass in der Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem ein 'Haus der Sammlung' entstehen soll, war das für mich ein Impuls", erklärt BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke im exklusiven Gespräch mit DAZN und SPOX die Hintergründe der massiven finanziellen Unterstützung.

Neben dem Bundesliga-Klub beteiligen sich auch die Deutsche Bank, die Deutsche Bahn, Daimler und Volkswagen mit jeweils einer Millionen Euro an der Spendenaktion.

"Dieses Projekt zu unterstützen, passt zu Borussia Dortmund, weil wir uns gerade im Bereich der Holocaust-Historie sehr engagieren und unter anderem seit vielen Jahren Bildungsreisen nach Auschwitz-Birkenau anbieten", sagt Watzke.

Dass der BVB ein derartig hohes Engagement gegen Rechtsextremismus und für die Erinnerungskultur an den Tag legt, ist auch darin begründet, dass der Klub schon lange ein Problem mit rechtsextremen Hooligans hat.

BVB kämpft seit Jahren gegen Rechtsradikalismus in der eigenen Kurve

Die Fanabteilung des BVB kämpft gemeinsam mit dem Verein seit Jahren gegen den Rechtsradikalismus, den besonders Dortmunder Hooligans aus dem Umfeld der Gruppe Northside in die Südkurve der Schwarz-Gelben tragen.

Schon lange tobt ein Kampf zwischen Hooligans aus der rechtsextremen Szene und den Ultras der Gruppe The Unity, die sich offen gegen Rassismus und Rechtsextremismus einsetzt. Seit Frühjahr 2018 versuchen Mitglieder der Northside-Hooligans, Ultras einzuschüchtern, um zu verhindern, dass Aufrufe gegen Rechts verbreitet werden.

Der Verein sprach in der Folge in den vergangenen Jahren mehrfach Stadionverbote gegen Neonazis aus der eigenen Fankurve aus, um sich dem Problem anzunehmen. Außerdem gründete der Verein im September 2012 den Arbeitskreis gegen Rechts und arbeitet eng mit dem Verfassungsschutz zusammen.

BVB-Chef Watzke: "Haben als Deutsche eine historische Verantwortung"

Mit der finanziellen Unterstützung für die Holocaust-Gedenkstätte in Israel will der BVB nun das nächste Zeichen setzen. Watzke habe das Gefühl gehabt, "dass antisemitische Tendenzen in unserer Gesellschaft zunehmen". Dagegen müsse man sich wehren, erklärt der 59-Jährige: "Wir als Deutsche haben eine historische Verantwortung. Was Deutschland den Juden angetan hat, wird noch Generationen beschäftigen, damit sich derlei nie mehr wiederholt."

Deshalb unterstütze man beim BVB den Bau des Hauses der Sammlungen "aus tiefstem Herzen". Watzke und der Bundesliga-Klub wollten ein Zeichen setzen, "dass man dem Antisemitismus immer wieder aufs Neue die Wurzeln entziehen muss".

Die Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem wurde am 19. August 1953 durch die Knesset als staatliche Behörde gegründet und wird jährlich von über zwei Millionen Menschen besucht. Der Name Yad Vashem geht auf die Bibelstelle Jesaja 56,5 zurück: "Und denen will ich (...) ein Denkmal (Yad) und einen Namen (Shem) geben; einen ewigen Namen, der nicht vergehen soll."

Werbung
Werbung
Werbung
Werbung