Fussball

Die Umstrukturierung der Führungsetage bei Borussia Dortmund: Mia san BVB

Von Johannes Wiest
Matthias Sammer und Sebastian Kehl unterstützen künftig wieder den BVB.
© getty

Mit Sebastian Kehl wird ab dem 1. Juni ein Mann mit Stallgeruch Leiter der Lizenzspielerabteilung von Borussia Dortmund. Auch Matthias Sammer kehrt zum BVB zurück. Die Umstrukturierung der Führungsetage erinnert an eine altbewährte Strategie des FC Bayern München.

"Sebastian bringt hohe fachliche Kompetenz mit und ist eine Identifikationsfigur. Er steht als Leiter der Lizenzspielerabteilung für Glaubwürdigkeit, Professionalität und wird beim BVB maßgeblich mitgestalten", sagte Sportdirektor Michael Zorc über die Rückkehr von Sebastian Kehl.

Der 38-Jährige machte von 2002 bis 2015 263 Bundesligaspiele für den BVB, war absoluter Führungsspieler und langjähriger Kapitän. Künftig soll er seine Qualitäten neben dem Platz unter Beweis stellen. Ab dem 1. Juni wird Kehl die neugeschaffene Position des Leiters der Lizenzspielerabteilung besetzen. In dieser Funktion soll er als Bindeglied zwischen der Mannschaft und der Führungsetage agieren.

Vorbereitet hat sich Kehl darauf bestens. "Mein Management-Abschluss bei der UEFA, meine Arbeit beim DFB und bei der DFL sowie die Trainer-A-Lizenz-Ausbildung haben mir für die aktuellen Anforderungen des Fußballs weitere Perspektiven eröffnet, von denen ich in meiner neuen Rolle sicher profitiere", erklärte Kehl in einer Stellungnahme.

BVB: Ex-Spieler sollen die Dortmunder zum Erfolg führen

Kehl ist der zweite Ex-Spieler, der innerhalb kürzester Zeit an alte Wirkungsstätte zurückkehrt. Zuvor wurde bereits Matthias Sammer als neuer Berater vorgestellt. Wie Kehl holte er mit dem BVB Meisterschaften, gewann sogar die Champions League mit dem Klub.

Sammer soll in seiner Funktion nach Aussage von Klub-Chef Hans-Joachim Watzke "eine unbequeme, aber von Vertrauen geprägte Diskussionskultur" schaffen. Er soll das Dreiergespann bestehend aus Zorc, Kehl und Watzke mit seiner Erfahrung und Expertise unterstützen. "Ich werde dem Klub als Gesprächspartner zur Verfügung stehen. Alle zwei Wochen wollen wir uns besprechen und austauschen. Ich bin kein Phantom, das irgendwann auftaucht", sagte Sammer gegenüber Eurosport.

Auch die Entwicklung in anderen Positionen des Vereins zeigt: Die Dortmunder bauen vermehrt auf ehemalige Spieler in wichtigen Positionen. Patrick Owomoyela ist seit März genau wie Karlheinz Riedle Botschafter, Roman Weidenfeller wird sie in dieser Rolle nach seinem Karriereende verstärken. Lars Ricken ist bereits seit 2008 Nachwuchskoordinator.

Dortmund auf den Spuren des FC Bayern München

Spieler mit Stallgeruch sollen den BVB in eine glorreiche Zukunft führen - eine Herangehensweise, die an das Mia san Mia des FC Bayern München erinnert. Vor allem Uli Hoeneß ist bei den Münchnern dafür bekannt, verdiente Spieler und Identifikationsfiguren zu fördern. Dies war ein entscheidender Grund für die Verpflichtung von Niko Kovac als neuen Trainer.

"Niko war Spieler bei Bayern, er kennt die handelnden Personen sowie die Strukturen und die DNA des Klubs sehr gut. Wir sind überzeugt, dass er der richtige Trainer für die Zukunft des FC Bayern ist", sagte Sportdirektor Hasan Salihamidzic über den Ex-Bayern-Spieler und künftigen Trainer Kovac. Einst spielten sie Seite an Seite mit Mehmet Scholl für die Bayern. Er soll die Jugendabteilung verstärken, genau wie Miroslav Klose.

Der FC Bayern versteht es besser als viele andere Klubs, verdiente Spieler auch nach ihrer Profikarriere gewinnbringend einzubinden. Basierend auf den Umstrukturierungen der jüngsten Vergangenheit scheint auch der BVB in diese Richtung zu steuern.

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