Sebastian Rode vom BVB nach seinem Saisonaus: Mindestens ein verlorenes Jahr

Mittwoch, 14.03.2018 | 18:32 Uhr
Sebastian Rode wird in dieser Saison nicht mehr für den BVB spielen.
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Für Borussia Dortmunds Sebastian Rode ist die Saison nach einer Leisten-OP beendet. Der Mittelfeldspieler selbst spricht von einem "komplett verlorenen" Jahr, kündigt jedoch an, wieder angreifen zu wollen. Über seiner Zukunft stehen jedoch mehr Fragezeichen denn je.

Ein Selfie aus einem Krankenhausbett. Im Hintergrund eine beige Wand, unter dem Kopf ein hautfarbenes Kissen auf schneeweißer Bettwäsche, am Leib ein Krankenhemd. Es ist eine klinische, eher unbehagliche Atmosphäre, in die Sebastian Rode die Follower seiner Social-Media-Kanäle mitnimmt.

Passend für die Botschaft, die er zu vermelden hat: "Auf dem Weg zu einem schnellen Comeback habe ich in der Reha hart gearbeitet und alle konservativen Mittel ausgeschöpft. Leider nicht mit dem gewünschten Erfolg die Schmerzen loszuwerden und auf den Platz zurückzukehren. Nun habe ich mich zu einem operativen Eingriff entschieden, welcher für mich diese komplett verlorene Saison vorzeitig beendet."

Es ist ein weiterer Nackenschlag für den 27-Jährigen, dessen Karriere in den letzten Jahren stagnierte. Mindestens.

Rode trotz Saisonaus optimistisch

Dennoch lächelt Rode auf dem Selfie und hält seinen Daumen nach oben. "Aber wie ihr mich kennt, werde ich nicht aufgeben, immer optimistisch bleiben und weiterhin hart an meinem Comeback arbeiten, um pünktlich zur Vorbereitung auf die neue Saison wieder mit der Mannschaft trainieren zu können", schrieb er weiter.

Seine Zuversicht und seinen Optimismus kann man Rode nicht in Abrede stellen. Klar könnte man fragen: Was soll er auch anderes machen? Bei seiner Geschichte der letzten Jahre könnte er allerdings durchaus auch erste Anzeichen von Verbitterung entwickeln.

Die Stationen in der Profi-Karriere von Sebastian Rode

ZeitraumVereinLigaspiele
2008 - 2010Kickers Offenbach15
2010 - 2014Eintracht Frankfurt94
2014 - 2016FC Bayern München38
seit 2016Borussia Dortmund14

Sebastian Rodes Zeit beim FC Bayern kein Fiasko

Das Fazit seiner zwei Jahre beim FC Bayern nach seinem ablösefreien Wechsel von Eintracht Frankfurt fiel nicht komplett negativ aus.

Rode machte insgesamt 38 Bundesligaspiele, wurde zweimal Meister und einmal Pokalsieger und brachte seine Fähigkeiten, wenn er denn mal spielen durfte, gut ein. Im Starensemble des Rekordmeisters fiel er nicht merklich ab, seine Dynamik, seine Aggressivität im Zweikampf und sein Zug in den Sechzehner machten ihn zum wertvollen Ergänzungsspieler.

Er brachte einen Aspekt ins Spiel der Münchner, den in dieser Ausprägung sonst niemand brachte. Ob er sich auf das Lob von Pep Guardiola, dass er Rode "liebt", etwas einbilden sollte, ist zwar ein eigenes Thema. Doch nicht umsonst wechselte der Trainer ihn in seiner ersten Saison in vier von sechs K.o.-Spielen in der Champions League ein.

Nichtsdestotrotz war das entscheidende Wort, das unter dem Strich stand, eben "Ergänzungsspieler". Rode hatte nie das Standing, sich in der Startelf der Münchner festspielen zu können - womöglich auch, weil sein Spielstil nicht zu 100 Prozent zum Rekordmeister passte.

Transfer zum BVB klang vielversprechend

Deswegen war ein Wechsel unausweichlich. "Ich bin ein sehr geduldiger Typ. Es ist dann aber schwer, die Ruhe zu bewahren. Ich habe dennoch viel von Pep Guardiola gelernt und schätze ihn als Trainer. Ich hätte mir gewünscht, mehr zu spielen, ich habe immer Vollgas gegeben. Es war am Ende dann keine schwere Entscheidung, mich gegen die Bayern zu entscheiden", erklärte er im Juli 2016 im BVB-Kurztrainingslager in Kirchberg (Tirol).

Der Transfer für 12 Millionen Euro zu Borussia Dortmund klang vielversprechend.

Nach nun ebenfalls knapp zwei Jahren beim BVB hat sich dieses Versprechen noch nicht eingelöst.

Zunächst brauchte Rode Anlaufzeit. Zwar kam er auf seine Einsätze, er hatte jedoch Probleme damit, sich ins Spielsystem der Dortmunder zu integrieren. Immer wieder unterliefen ihm technische Fehler, er hatte Schwierigkeiten in der Abstimmung und in der Dosierung von Offensive und Defensive. Vor allem im Zweikampf waren seine Werte ausbaufähig. Mit nicht einmal 40 Prozent gewonnenen Duellen fiel er im Vergleich zu Gonzalo Castro (48 Prozent), Julian Weigl (63 Prozent), Nuri Sahin (44 Prozent) oder Raphael Guerreiro (47 Prozent) deutlich ab.

Rodes lange Liste der Verletzungen

Und dann kamen die Verletzungen. Eine Blinddarm-OP, eine Leisten-OP, ein Muskelbündelriss, ein Muskelfaserriss, eine Stressreaktion am Schambein und infolgedessen nun eben eine erneute Operation an der Leiste. Seit Mitte Dezember 2016 stand Rode gerade einmal bei vier Pflichtspielen auf dem Rasen, insgesamt nur 101 Minuten.

In der laufenden Saison spielte er sogar erst ein einziges Mal: Beim Supercup gegen den FC Bayern wurde er zur Halbzeit eingewechselt, leitete das 2:1 für den BVB stark ein, war jedoch später im Elfmeterschießen neben Bartra einer der Pechvögel, die an Sven Ulreich scheiterten.

Doch seitdem zeigt die Statistik der Einsatzminuten eine Null.

Rode wurde immer, wenn er sich ans Team herankämpfte, wieder zurückgeworfen. Rückschlag folgte Rückschlag. Dabei geriet beinahe in Vergessenheit, dass er im Kader des BVB überhaupt noch eine Option ist.

Fragezeichen über Rodes Zukunft

221 Tage ist es her, dass Rode letztmals das BVB-Trikot in einem Pflichtspiel trug. Nun ist es Gewissheit, dass er es in dieser Saison auch nicht mehr tragen wird.

Der "komplett verlorenen Saison", wie sie Rode selbst bezeichnend, kann ein "mindestens" hinzugefügt werden.

Allem Optimismus zum Trotz steht über der Zukunft des 27-Jährigen ein größeres Fragezeichen als je zuvor.

Zwar ist der BVB dafür bekannt, verletzte Spieler nicht fallen zu lassen. Nicht zuletzt deswegen verlängerte Marco Reus kürzlich seinen Vertrag bis 2023. Und es ist auch nicht so, als würden Rodes Kollegen in seiner Abwesenheit alles dermaßen in Grund und Boden spielen, dass es gar keine Chance mehr gäbe, wieder ins Team zu kommen.

Allerdings ist Rode zu Beginn der neuen Saison auch seit anderthalb Jahren aus dem Spielbetrieb raus und hat aufgrund seiner Leistungen vor der Verletzungsflut nicht unbedingt einen Riesenbonus.

Trainerfrage beim BVB ausschlaggebend für Rodes Zukunft

Dazu kommt die Unwägbarkeit der Trainerfrage. Rodes Fähigkeiten haben weder zu Guardiolas noch zu Tuchels Stil perfekt gepasst. Ob er eine echte Chance hat, im zweiten Anlauf beim BVB noch einmal richtig durchzustarten, wird auch davon abhängen, wer in der kommenden Saison auf der Trainerbank sitzt.

Von der ungewissen Zukunft lässt sich Rode jedenfalls vorerst nicht aus dem Konzept bringen. Stattdessen betont er in seinem Social-Media-Post, sich jetzt vorerst voll aufs Fansein zu konzentrieren: "Auch wenn ich sehr enttäuscht bin, der Mannschaft diese Saison nicht mehr helfen zu können, drücke ich weiterhin die Daumen und bin sicher, dass diese Saison noch einiges drin ist, wenn wir morgen Salzburg aus dem Weg räumen."

Zumindest seine Beliebtheitswerte dürfte er mit solchen Aussagen hochhalten.

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