Bruno Labbadia will nach VfL-Debüt "nicht rumspinnen": "Abstiegskampf ist Shit"

SID
Samstag, 24.02.2018 | 11:31 Uhr
Bruno Labbadia spielte bei seinem Einstand 1:1 gegen den FSV Mainz 05.

Bruno Labbadia hat bei seinem Einstand als Trainer des VfL Wolfsburg einen Punkt geholt. Ob der "Unabsteigbare" seinen Nimbus wahrt, muss sich erst noch zeigen.

Bruno Labbadia ließ sich Zeit. Es ging schon auf Mitternacht zu, da beantwortete der neue Trainer des VfL Wolfsburg immer noch geduldig die Fragen zu seiner durchwachsenen Rückkehr in die Fußball-Bundesliga nach 17 Monaten Abstinenz. Der 52-Jährige verzichtete im Anschluss an das 1:1 (1:1) im Kellerduell beim FSV Mainz 05 auf Phrasen - und war überraschend ehrlich: "Ich kann momentan keine Freude empfinden. Abstiegskampf ist Shit - das muss man einfach so sagen."

Nur ein Sieg aus den letzten zehn Partien

Dem "Unabsteigbaren", der noch nie mit einem seiner Klubs diesen Kampf verloren hat, ist die Schwere der Aufgabe bewusst. Schließlich hat der Meister von 2009 und Pokalsieger von 2015 durch das Remis weiterhin nur einen denkbar knappen Vorsprung auf den Relegationsplatz. Lediglich ein Sieg in den zurückliegenden zehn Partien - diese Hypothek nimmt Labbadia mit in das Spiel am Samstag gegen Bayer Leverkusen (15.30 Uhr im LIVETICKER).

"Ich habe Freude daran, mit der Mannschaft zu arbeiten. Und wir werden alles tun, um noch mehr Freude zu haben. Aber wir sind darauf eingestellt, dass es kein Zuckerschlecken wird", sagte der Coach, der erst am Dienstag den Job übernommen hat: "Wir dürfen nicht rumspinnen. In unserer Situation ist es wichtig, das Spiel gegen einen Konkurrenten nicht verloren zu haben."

Verantwortlich für den Teilerfolg war der Kroate Josip Brekalo, der seinen ersten Treffer für den VfL erzielte (6.). Das Tor des Japaners Yoshinori Muto (44.) sorgte vor 25.173 Zuschauern für den gerechten Endstand. "Wir nehmen auf jeden Fall mehr Positives mit in die Woche", sagte Sportchef Olaf Rebbe: "Das war eine gute Reaktion auf die turbulente Woche."

Rücktritt von Schmidt: "Da war auch vieles persönlich"

Für die Turbulenzen hatte der frühere FSV-Trainer Martin Schmidt mit seinem Rücktritt am Montag nach nur fünf Monaten im Amt gesorgt. So war Rebbe gezwungen, nach dem Niederländer Andries Jonker und dem Schweizer Schmidt bereits den dritten Coach in der laufenden Saison zu installieren.

Warum Schmidt das Handtuch geworfen hat, wollte Rebbe auch am Freitag nicht verraten. "Ich möchte nicht in die Gründe einsteigen, da war auch vieles persönlich", äußerte der Sportdirektor bei Eurosport: "Aber Martin hat mir vor dem Spiel eine WhatsApp geschickt und viel Glück gewünscht." Allzu viel halfen die Wünsche nicht. Dass alle drei Rebbe-Trainer mit einem 1:1 gestartet sind, scheint kein gutes Omen für Labbadia zu sein.

Mit düsteren Prophezeiungen will sich der Neue, dessen Vertrag bis 2019 wohl auch für die 2. Liga gilt, allerdings nicht beschäftigen. Der Coach hat genug damit zu tun, aus einem knapp 150 Millionen Euro teuren Kader mit einer Ansammlung von Einzelkönnern eine Mannschaft formen. Sollte ihm das nicht gelingen, ist vor allem der Job Rebbes gefährdet.

"Wir werden nicht wegfahren unter der Woche, aber wir werden viel Zeit miteinander verbringen", sagte Labbadia, der mit seinem Team die zweite Relegation in Folge verhindern möchte: "Wir werden die Dinge vertiefen und den Spielern einen Plan für das Leverkusen-Spiel mitgeben. Aber wir können nicht Zaubern in der einen Woche."

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