Ömer Toprak über den Wechsel zum BVB und seine Rolle unter Bosz

Toprak: "Ich kämpfe um die Stammelf"

Sonntag, 30.07.2017 | 15:08 Uhr
Ömer Toprak will es beim BVB in die Startaufstellung schaffen
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Nach sechs Jahren bei Bayer Leverkusen verbringt Ömer Toprak derzeit seine ersten Wochen bei Borussia Dortmund. Im BVB-Trainingslager in Bad Ragaz stellte sich der Abwehrspieler den Journalisten. Toprak über seinen Wechsel nach Dortmund, die Rolle als Innenverteidiger unter Trainer Peter Bosz und seine Gesangseinlage vor der Mannschaft.

Ömer Toprak über...

...seinen ersten Eindruck vom BVB: "Ich wusste es ja schon zuvor, wenn man aber Teil davon ist, ist es noch einmal etwas anderes: Der Verein ist einfach riesig. Ob in Asien oder hier im Trainingslager, es ist alles deutlich größer als in Leverkusen."

...seine Rolle als Innenverteidiger in Dortmund: "Das wird man sehen. In Leverkusen war ich Stammspieler und Vize-Kapitän, aber genau deshalb bin ich auch diesen Schritt gegangen. Ich habe eine neue Herausforderung gesucht, um mich persönlich und fußballerisch weiterzuentwickeln. Hier ist in jedem Training die Qualität höher als in Leverkusen. Daher muss man jeden Tag ans Maximum gehen und dadurch wird man ein besserer Spieler mit einer stärkeren Persönlichkeit. Wir haben hier sehr gute Verteidiger, die wir alle über die gesamte Saison gesehen brauchen werden. Klar ist, dass ich natürlich so oft wie möglich spielen möchte. Ich kämpfe darum, in die Stammelf zu kommen. Dafür werde ich alles in meiner Macht stehende versuchen."

...seinen "verspäteten" Wechsel zur Borussia: "Ehrlich gesagt war die letzte Saison wirklich sehr, sehr schwer für mich. Es gab mehrere Dinge, die nicht so richtig gepasst haben. Dennoch habe ich versucht, mich voll auf den Fußball zu fokussieren und gewissenhaft zu arbeiten. Ich denke, dass das die Leute dort auch so sehen. Es war eben deshalb nicht einfach, weil ich diesen Schritt schon im Vorjahr machen und den Verein verlassen wollte. Das hat leider nicht geklappt, aber umso glücklicher bin ich jetzt, hier zu sein."

...seinen Draht zu Nationalmannschaftskollege Nuri Sahin: "Mit ihm stehe ich schon lange in Kontakt. Er hat mich bei meinem Kart-Unfall vor acht Jahren direkt angerufen und mir seine Hilfe angeboten. Auch bei der Nationalelf haben wir uns immer gut verstanden. Er meinte vor längerer Zeit, dass wir irgendwann einmal im Verein zusammenspielen sollten. Dann ist er zu Real Madrid gewechselt und es sah etwas schwer aus, das wirklich hinzukriegen. (lacht) Ich freue mich jetzt, dass es doch noch geklappt hat. Auch zu Gonzalo Castro und Andre Schürrle habe ich einen guten Draht, da wir in Leverkusen ja Teamkollegen waren."

...den Abgang von Thomas Tuchel, dessen Wunschspieler Toprak war: "Das stimmt mich nicht nachdenklich. Er wollte mich unbedingt haben, aber ich habe mich letztlich für den Verein entschieden. Ich habe die Ausstiegsklausel bewusst für den BVB gezogen und mich auch relativ früh positioniert."

...Gemeinsamkeiten zwischen Peter Bosz und Roger Schmidt: "Sie beide wollen ein offensives Attackieren und hohes Pressing sehen. Gewisse Abläufe sind gleich, die Details unterscheiden sich aber schon. Hier versuchen wir auch mehr Ballbesitz zu haben und Fußball zu spielen. Das war in Leverkusen unter Schmidt nicht ganz so. Allerdings ist beim BVB auch die Qualität der Spieler höher. Ich bin davon überzeugt, dass das ein sehr gutes System für die Mannschaft ist."

...die defensive Instabilität des BVB: "Es ist ein Mannschaftssport - wir attackieren und verteidigen zusammen. Wenn die Jungs vorne richtig pressen, wird es für jeden Gegner schwer. Espanyol ist beim Testspiel ja kaum über die Mittellinie gekommen. Es ist ein mannschaftstaktisches Verhalten, das wir verbessern wollen."

...das neue System von Bosz: "Das braucht natürlich Zeit. Vor allem, weil es für die meisten hier etwas komplett Neues ist, immer hohen Druck auszuüben und anders zu stehen. Es gibt wirklich viele Details, die sehr wichtig für diese Art von Fußball sind. Manchmal entscheiden eben diese Nuancen ein Spiel. Wir versuchen hier im Trainingslager, so viel wie möglich der neuen Philosophie aufzusaugen, damit es auf Anhieb gleich gut funktioniert."

...die Anforderungen an die Innenverteidiger: "Wir wollen lieber nach vorne attackieren, als 60 Meter nach hinten rennen zu müssen. Wir wollen die Bälle schon in der Hälfte der gegnerischen Mannschaft gewinnen und dann so schnell wie möglich Richtung Tor gehen."

...den Rücktritt des türkischen Nationaltrainers Fatih Terim: "Es ist schwierig, das von hier aus zu beurteilen. Ich habe es mitbekommen, bin aber nicht so wirklich drin und weiß nicht, was dort genau abgelaufen ist. Ich bedauere es, dass er nicht mehr da ist, da wir in den letzten Jahren einen positiven Lauf mit ihm hatten."

...seine Gesangseinlage vor der Mannschaft: "Das kam ganz gut an. Ich wusste, dass man singen und eventuell noch etwas anderes machen muss. Marcel Schmelzer ist auf mich zugekommen und hat gesagt: Du musst singen. Das war für mich kein Problem. Ich habe auch ein relativ leichtes Lied ausgewählt, das auch die meisten kannten. Man kann den Refrain gut mitsingen, daher war das ein Erfolg. (lacht)

...den Kampf um die Spitze in der Bundesliga: "Bayern München ist nunmal die Nummer eins. Wir wollen weiterhin erfolgreich sein. Letzte Saison war für den BVB ein gutes Jahr, schließlich ist man trotz des großen Umbruchs Pokalsieger geworden und hat die Champions-League-Qualifikation erreicht. Man darf nicht vergessen, dass es noch bemerkenswerter ist, was sie nach dem Anschlag geleistet haben."

...den Supercup gegen den FC Bayern: "Es ist ein Pflichtspiel, in dem es um einen Titel geht. Daher gehen wir das als Spieler so an, dass wir unbedingt gewinnen wollen."

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