Eintracht Frankfurt-Coach bezweifelt den Nutzen der Europa League-Qualifikation

Kovac: Prestige aber kein finanzieller Nutzen

Von Ben Barthmann
Freitag, 26.05.2017 | 10:36 Uhr
Nico Kovac muss die Frankfurter zunächst für das DFB-Pokalfinale fit machen
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Niko Kovac geht mit Eintracht Frankfurt ins Pokalfinale gegen Borussia Dortmund. Ein Sieg könnte die Europa League bedeuten. Der Trainer bezweifelt den Sinn dahinter.

"Für den Klub wäre es lukrativ. Sportlich gesehen sind internationale Duelle immer mit Prestige für die Spieler verbunden", führt Kovac im Interview mit dem kicker an. Damit hätte ein Sieg im Pokal und die damit verbundene Qualifikation zur Europa League einen großen Vorteil.

Doch Kovac ist unentschlossen, was die Europa League angeht: "Man bekommt mehr, aber das reicht nicht aus, um seinen Kader so zu verstärken und zu verbreitern, dass man alle Wettbewerbe gut spielen kann. Augsburg, Freiburg, jetzt Mainz - alle hatten Probleme."

"Letztes Atom Energie"

Nichtsdestotrotz will Kovac das Pokalfinale natürlich gewinnen. "Man muss 90 Minuten hellwach sein, darf in keiner Sekunde des Spiels abschalten, weil Dortmund nach Ballgewinnen sehr schnell umschaltet mit seinen Raketen", führt er an.

Alle Faktoren müssen stimmen, so der Kroate, dann könne die Eintracht den Favoriten aus Dortmund ärgern: "Wir sind der klare Außenseiter, doch in einem Spiel ist alles möglich. Meine Jungs werden das letzte Atom Energie freisetzen, um zu gewinnen."

Pokal anderer Druck als Abstiegskampf

Dabei hat Kovac auch keine Angst vor einer möglichen Verlängerung. Er blickt zurück auf die Verlängerung gegen Gladbach im Halbfinale. Dort hatte kein Spieler Probleme: "Das zeigt, wir haben die Fitness und könnten auch erneut über 120 Minuten gehen."

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Obendrein kommt ein ganz anderer Druck als im Jahr zuvor. "Die Situation vor einem Jahr im Abstiegskampf war sehr viel schwieriger. Es ging um die Existenz, das sorgte für eine negative Anspannung. Jetzt ist es eine positive Anspannung", so Kovac.

Appell für Tuchel

Mit Hinblick auf den Rivalen Tuchel wagt der Eintracht-Trainer Kritik am System Fußball. "Ich glaube, dass Geld ein ganz großer Faktor ist. Es ist sehr viel mehr Geld im Spiel, und sobald mehr Geld im Spiel ist, vergisst man das Drumherum und ist nur geldgesteuert", merkt er an.

Für Kovac ist klar: "Das Geld macht uns alle krank und lässt uns rational nicht richtig nachdenken." Er kann Tuchel nur Lob aussprechen: "Thomas macht einen außerordentlich guten Job und hat über Mainz und Dortmund eine super Entwicklung genommen."

Die Eintracht im Überblick

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