Der 29. Bundesliga-Spieltag in Zahlen

Bayern ist Leipzigs Vater

Von SPOX
Montag, 17.04.2017 | 16:56 Uhr
FC Bayern, RB Leipzig
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Die Bundesliga wird alt. Ständig wiederholt sich alles. Blaupausen werden zur Kopie von Vereinsgeschichten genutzt. Nur der Hamburger SV tanzt mal wieder aus der Reihe und stellt einen neuen Rekord auf. Herzlichen Glückwunsch!

Leipzigs Vater: Die Anzeichen verdichten sich, dass Deutschlands allseits beliebtester Fußballklub RasenBallsport Leipzig tatsächlich keinerlei Tradition hat. Die Roten Bullen haben einfach in der sportlichen Mottenkiste der Bundesliga gegraben und sich die Erfolge des FC Bayern herausgefischt. Diese werden nun Schritt für Schritt kopiert. Man könnte fast meinen, der Neuling entspringt dem deutschen Rekordmeister. Die Leipziger stehen nach 29 Spielen bei 61 Punkten. So gut war ein Aufsteiger noch nie. Also außer den Bayern natürlich (1965/66 umgerechnet 62 Punkte). Wie der Vater so der Sohn.

Who's your Daddy? Wie das bei Erfolgsfamilien so ist, werden ordentlich Slaps verteilt. Andere müssen leiden. Hierbei handelt es sich - natürlich - um den Sport-Club Freiburg. Wieso natürlich? Nun, Christian Streich schaut sich "Leipzig gerne an". Das taten ihm schließlich seine Spieler gleich und so geriet der SC mit 0:4 unter die Räder - die höchste Bundesliga-Niederlage der Breisgauer. Also seit dem 0:4 gegen Bayern natürlich (Februar 2014). Der Apfel... noch Fragen?

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Brace Yourselves, Gunners! Wenn das so weiter geht, muss sich Arsenal in Zukunft auch vor Leipzig hüten. Sonst setzt es die nächsten 1:5-Pleiten. Aber noch kein Grund zur Sorge. Nächstes Jahr entgeht Arsenal diesem Match-Up womöglich sowieso. Zwei Siege fehlen den Roten Bullen noch, um Rang drei zu sichern und damit die direkte CL-Qualifikation.

Vom Baby zum Mann: Auch Niko Kovac sucht händeringend nach einer Erfolgsblaupause. Auf seiner täglichen Tour durch die YouTube-Galaxien ist er dabei offensichtlich auf Julian Nagelsmann gestoßen. In dessen Tutorial "Vom Baby(-Mourinho) zum (Nagels)Mann" ist Kovac über den Begriff Fair Play gestolpert und hat kurzerhand einen Imagewechsel bei der Eintracht gefordert. Das Resultat: Erstmals in dieser Saison blieb Frankfurt ohne Gelbe Karte. Chapeau.

Fair Play war's nicht: Das ging jedoch nach hinten los. Frankfurt wartet nun eben seit zehn Spielen auf einen Sieg. Komisch. Bei Hoffenheim klappt's auch mit Fair Play. In der zweiten Halbzeit gegen Gladbach blieb die Nagelsmann-Truppe gar ohne Foul. Ergo: Weitersuchen, Herr Kovac.

Lauffaule TSG: Vielleicht sollten die Frankfurter auch einfach weniger laufen. Denn ein guter Nagelsmann läuft nur so weit er muss. Deswegen machen seine Schützlinge auch keine unnötigen Sprints bis zur Grundlinie. An der Formel "Vmax (Ball) > Vmax (Spieler)" orientiert, hauen die Hoffenheimer ein gutes Stück früher auf die Pille als andere Teams. Daraus resultierten bisher 13 Tore von außerhalb des Sechzehners. Noch ein Distanztreffer und die TSG stellt den Bundesligarekord ein (Hoffenheim 2013/14, Bremen 2006/07). Seit detaillierter Datenerfassung 2004 versteht sich.

Passfauler Sulu: Kollege Aytac Sulu haut noch ein Stück früher auf die Pille. Die Folge ist ein Haufen klärender Aktionen (7), aber auch starke neun (!) Pässe über die volle Spieldauer. Immerhin brachte der 31-Jährige jeden einzelnen davon an den Mann.

Nächster Nachahmer: Zurück zu Papa FC Bayern. Der schaffte es in unnachahmlicher Manier, alle 21 Torschüsse gegen Leverkusen vom gegnerischen Tornetz fernzuhalten. Seit nunmehr 450 Pflichtspielminuten warten die Bayern in Leverkusen auf einen eigenen Treffer. An der desolaten Chancenverwertung hatte nur Rafinha keinen Anteil. Der Brasilianer versuchte es erst gar nicht - als einziger Bayern-Akteur. Ähnlich locker ging der FC Schalke mit seinen Abschlüssen um (26 Torschüsse - 1 Tor). Dennis Aogo hat sich das Fernbleiben vom Darmstädter Tor clever von Rafinha abgekuckt - als einziger Schalker.

Unheimliche Groupies: Thilo Kehrer schnüffelte gar in der noch ferneren Vergangenheit des ehemaligen Schalkers herum. Der Youngster holte sich mit 20 Jahren, sechs Monaten und 26 Tagen seinen ersten Platzverweis in der Bundesliga. Schon gruselig, dass er dabei auf den Tag genau gleich alt war wie Rafinha bei dessen erster Roten Karte. Manche Groupies sind echt unheimlich.

Just for Fun: SNSNSNS - Wolfsburgs Heimbilanz seit der Rückrunde.

Die Reinkarnation von M&M: Ousmane Dembele und Pierre-Emerick Aubameyang heißt das neue Traumpaar, das damit wohl in die Fußstapfen von Brangelina tritt. Dembeyang haben nach Vorarbeit Ous und Abschluss Auba bereits acht Buden fabriziert. Das ist seit detaillierter Datenerfassung Bestwert in der Bundesliga-Geschichte - neben M&M: Johan Micoud und Miroslav Klose.

Der Eine von Dembeyang: Der gabunische Anteil von Dembeyang hat aber freilich mehr als acht Tore erzielt. Aubameyang netzte in der laufenden BuLi-Saison bereits 26 Mal. Für ihn ist das persönlicher Rekord. In der Geschichte des BVB liegt er damit auf Rang vier - Tendenz steigend:

  • Lothar Emmerich: 31 Tore (Saison 1965/66)
  • Lothar Emmerich: 28 Tore (Saison 1966/67)
  • Manni Burgsmüller: 27 Tore (Saison 1965/66)
  • Pierre-Emerick Aubameyang: 26 Tore (Saison 1916/17 - 5 ausstehende Spiele)
  • Pierre-Emerick Aubameyang: 25 Tore (Saison 2015/16)

Stürmerproblem? Die drei besten Torschützen der aktuellen Spielzeit stellen Polen, Gabun und Frankreich. Jogi Löw darf sich folgerichtig die Stürmerproblem-Diskussion um die Ohren schlagen lassen, richtig? FALSCH! Timo Werner und Mario Gomez retten die deutsche Stürmerehre. Leipzigs Youngster kann es sogar mit dem jungen Jürgen Klinsmann aufnehmen. Er war der letzte deutsche Angreifer, der im Alter von 21 Jahren 16 Saisontore zählte (VAU EFF BE!).

Gomez-Formtief: Nun zu Super-Mario. Der ist mit 14 Buden zwar fünftbester Bundesliga-Stürmer und hat auch gegen den FCI jubeln dürfen, befindet sich aber im Formtief. Tatsächlich hat beim VfL seit dem 24. Februar 2017 ein anderer Spieler als Gomez getroffen. Was erlaube Malli!?

Verwirrter HSV: Und überhaupt ... wenn schon Jokertor, dann bitte gegen den HSV, Herr Malli! Die Rothosen können das. Schon 14 Gegentore wurden dem Bundesliga-Dino von Einwechselspielern eingeschenkt. Herzlichen Glückwunsch zum Joker-Gegentor-Rekord!

  • Hamburger SV: 14 Joker-Gegentore (Saison 2016/17)
  • VfL Wolfsburg: 13 Joker-Gegentore (Saison 2015/16)
  • Saarbrücken: 13 Joker-Gegentore (Saison 1992/93)

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