Fussball

De Bruyne verrät Fast-BVB-Wechsel

Von Adrian Franke
Kevin de Bruyne beendete die aktuelle Saison als bester Scorer der Bundesliga
© getty

Kevin De Bruyne könnte im Pokalfinale am Samstagabend auch für Borussia Dortmund auflaufen, der Offensivmann stand 2013 kurz vor einem Wechsel zur Borussia: Wie er jetzt verriet, wollte ihn BVB-Trainer Jürgen Klopp damals als Ersatz für Mario Götze holen. Ein Treuebekenntnis zum VfL Wolfsburg wird es indes weiterhin nicht geben.

"Hätte der FC Chelsea damals Ja gesagt, dann würde ich heute vielleicht für Dortmund spielen. Am Ende hat es nicht geklappt", so De Bruyne in der Sport Bild. Warum sich die beiden Klubs damals nicht einigen konnten, weiß er bis heute nicht. Doch Klopp habe ihn einige Male angerufen und genau erklärt, was er mit ihm vorhabe.

"Mario Götze ging ja zum FC Bayern. Er sagte zu mir: "Kevin, du bist meine erste Option für ihn." Er zeigte mir auf, wie er spielen lassen wollte, welche Rolle ich einnehmen sollte", berichtete der Belgier. Die Konstellation wäre für ihn damals super gewesen, "der größte Konkurrent um den Platz im zentralen Mittelfeld war nicht da. Aber am Ende kam es anders."

Große Erwartungen? "Macht Spaß"

Stattdessen avancierte er beim VfL nach dem Wechsel im Januar 2014 schnell zum Leistungsträger, doch der Druck belastet den 23-Jährigen nicht: "Im Gegenteil. Es macht Spaß, wenn die Leute diese großen Erwartungen haben. Selbst wenn sie mich nach schlechten Leistungen kritisieren, empfinde ich das so." Die Kritik zeige letztlich nur, "dass die Menschen glauben, dass ich ein guter Spieler bin".

Das will er im Pokalfinale bestätigen: "Dass sich vieles auf mich fokussiert, kann ein Vorteil für uns sein. Dadurch entstehen Freiräume für meine Mitspieler, die sie nutzen können. Grundsätzlich sage ich: Auch wenn wir in der Liga vor Dortmund landeten, stehen die Chancen bei 50:50. Ein Pokalfinale ist nicht mit einem Meisterschaftsspiel zu vergleichen. Es herrscht ein ganz anderer Druck."

Dennoch sei das große Saisonziel bereits erreicht. "Wir wollten mittelfristig in die Champions League. Nun haben wir es schon in der zweiten Saison als Vize-Meister geschafft, wobei uns bereits 2014 nur ein Punkt für Platz vier und die Qualifikation zur Champions League fehlte. Wir wissen, dass wir eine überragende Saison gespielt haben. Der Pokalsieg wäre eine Zugabe", betonte De Bruyne.

Wechsel schon im Sommer?

Nichtsdestotrotz wird es auch weiter kein unumstößliches Bekenntnis zum VfL geben: "Ich sage immer, dass ich sehr glücklich hier bin. Aber ich sage nicht, dass ich zu 100 Prozent bleibe. Es kann doch sein, dass sich in den nächsten Wochen im Urlaub Möglichkeiten für mich und den Verein auftun. Das kann im Moment niemand sagen."

Zwar habe er bislang noch mit keinem anderen Klub gesprochen, "dennoch kann ich jetzt nicht sagen, ich bleibe definitiv hier. Ich glaube, die Leute verstehen einen besser, wenn man ehrlich zu ihnen ist, anstatt ewige Treue zu schwören, und dann ist man weg." Wohin der Weg möglicherweise gehen könnte ist so komplett offen - auch den erneuten Schritt nach England würde er trotz seiner schlechten Erfahrungen bei Chelsea, wo er es 2013 in der Hinrunde auf lediglich 131 Liga-Einsatzminuten brachte, wagen.

De Bruyne ist sich sicher: "Ich bin jetzt ein anderer Spieler, habe zwei Jahre mehr an Erfahrung, habe eine WM gespielt und rund 100 Pflichtspiele zusätzlich gemacht. Ich denke, dass mich die Menschen heute anders sehen als vor zwei Jahren, als ich das junge Talent war. Aber man muss sich immer weiterentwickeln, das will ich auch in den nächsten Jahren." Lediglich zu Chelsea-Coach Jose Mourinho zieht es ihn nicht mehr: "Ich denke, um ehrlich zu sein, dass ich zu Chelsea nicht wieder zurückgehen würde, solange er dort ist."

Kevin de Bruyne im Steckbrief

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