No Country For Old Men

Donnerstag, 21.05.2015 | 15:40 Uhr
Verabschieden sich von der Bundesliga: Kehl, Rolfes, Noveski und Co.
© getty
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Nach der Saison verlassen einige altgediegene Profis die Bundesliga. Die einen beenden ihre Karriere, andere setzen die Laufbahn in ihrer Heimat fort. SPOX blickt zurück auf fünf Spieler, die die Geschichte der Bundesliga maßgeblich mitgeschrieben haben.

Pavel Krmas: Old but gold

Der Tscheche war nie der auffälligste Spieler, er war kein Zauberer am Ball oder ein Verfechter des technisch hochwertigen Fußballs im Breisgau. Pavel Krmas war Innenverteidiger, und das auf eine angenehm unaufgeregte Art. Interviews gibt's von ihm sehr wenige, Krmas war nie ein großer Fan des Rampenlichts. Kein Sergio Ramos, der quer über den Platz rannte, um mit Schiedsrichtern oder Gegenspieler zu diskutieren. Angesprochen, auf die drei wichtigsten Wörter für Spieler, die gerade neu nach Deutschland gewechselt seien, antwortete er einmal: "Kämpfen und siegen."

Krmas zeichnete vor allem seine Kopfballstärke aus. Der Schnellste war er nie, gab dem Sport-Club in den letzten Jahren aber in der Defensive enorme Sicherheit und sah dabei schon unzählige Innenverteidiger kommen und gehen. In seinem ersten Spiel für die Freiburger nach dem Wechsel vom FK Teplice nach Deutschland in die 2. Liga verteidigte er mit Heiko Butscher beim 1:0-Sieg über den SC Paderborn am 17. August 2007.

In seiner Debütsaison absolvierte er 31 Spiele und schwang sich unter Robin Dutt sofort zum Leistungsträger auf. Immerhin kam er mit der Empfehlung von drei Champions-League-Spielen für Sparta Prag. 2009 gelang ihm mit Freiburg der Aufstieg. In der Bundesliga hatte er aber anschließend wiederholt mit Muskelproblemen zu kämpfen, was ihn immer wieder zurück warf. Dabei hat er scheinbar erst jetzt auf seine alten Tage gelernt, wie er mit sich und seinem Körper umzugehen hat.

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So bekam er von Trainer Christian Streich in den letzten zwei Jahren bewusst kleinere Pausen. "Ich habe gelernt, auf meinen Körper zu hören und bin im guten Kontakt mit den Trainern, wann es besser ist, etwas runterzufahren", sagte Krmas: "Ich habe mich das die ganze Zeit einfach nicht getraut, habe die Signale ignoriert. Doch jetzt wissen wir beide: Lieber kurz mal aussetzen, als dann wieder wochenlang ausfallen."

Starke Zweikampfwerte zum Abschluss

Neben ihm in der Innenverteidigung entwickelten sich die jungen Freiburger Talente zu etablierten Bundesliga-Profis. Matthias Ginter, inzwischen Weltmeister und Profi beim BVB, profitierte ebenso von der Krmas' Erfahrung, wie es in diesem Jahr beispielweise Marc-Oliver Kempf tat.

Seine größten Erfolge feierte Krmas im Breisgau mit der Europa-League-Qualifikation 2013, ansonsten ging es die meiste Zeit nur gegen den Abstieg. Aber von der Art her scheint Pavel Krmas auch eher für diese Art Fußball gemacht worden zu sein. Den letzten Beweis tritt er im Abstiegsfinale bei Hannover 96 an.

In seiner letzten Saison hat Krmas noch einmal ordentliche Zahlen abgeliefert. In 21 Spielen gewann er knapp 65 Prozent seiner Zweikämpfe am Boden, fast 70 Prozent seiner Duelle in der Luft. Im Sommer geht es mit der Familie zurück nach Tschechien. Und apropos Zahlen. Diese scheinen Pavel Krmas generell zu liegen. Hat er doch ein abgeschlossenes Mathematikstudium.

Pavel Krmas: Old but gold

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