Lothar Matthäus zur Lage der Bundesligaa

"Wichtig, dass Reus in der Liga bleibt"

Von Christoph Köckeis
Donnerstag, 04.12.2014 | 15:18 Uhr
Marco Reus wechselte 2012 zu Borussia Dortmund
© getty
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Nach den Spekulationen über einen möglichen Transfer von Marco Reus hat sich Experte Lothar Matthäus im Rahmen eines "Sky"-Pressetalks zur Situation geäußert. Der ehemalige Weltfußballer spricht zudem über die BVB-Krise, seine Ballon-d'Or-Favoriten und Pep Guardiola.

Lothar Matthäus über...

... das Duell Bayern vs. Leverkusen: "Bayern München hat in der Bundesliga eine Ausnahmestellung. Die Meisterschaften sind gefühlt meist zu Weihnachten entschieden. Sie werden sich diese nicht mehr nehmen lassen, dafür sind sie einfach zu stabil, der Kader zu stark. Aber: Leverkusen hat mich in vielen Spielen begeistert. Mit dem neuen Trainer (Anm.: Roger Schmidt) wurde die Ausrichtung wesentlich offensiver. Jetzt versucht man den Ball schnell zurückzuerobern, dadurch haben sie die Möglichkeit, was zu holen."

... den Schmidt-Fußball: "Viele Gegner verstecken sich und haben nicht die Qualität. Deswegen glaube ich, wird es spannend. Wenn du die Abwehr des FC Bayern früher attackierst, wird das eine Umstellung. Xabi Alonso etwa ist es nicht gewohnt, dass er direkt bedrängt wird. Dante ebenso wenig, oder wer auch immer ran darf. Man lässt sie meist bis 40 Meter vor dem Tor kombinieren, erst dann macht man die Räume eng. Leverkusen wird in der gegnerischen Hälfte nach Ballverlust angreifen. Man wird sich aus der Defensive wagen, schnellstmöglich das Gegenpressing einleiten - dafür steht Schmidt."

... die Weltfußballer-Wahl: "Es ist ein tolles Ergebnis, unter den drei Auserwählten zu sein. Manuel hat ein neues Torwart-Spiel erfunden. Er ist der elfte Feldspieler, eine Art Libero. Durch die WM konnte er auf sich aufmerksam machen. Für die Südamerikaner war sein Stil Neuland. Sie kannten ihn zwar, mehr nicht, da die deutsche Bundesliga dort kaum verfolgt wird. Neuer wurde über Europas Grenzen hinaus bekannt. Er war einer der Spieler, die entscheidend dazu beigetragen haben, dass Deutschland nun Weltmeister ist.

... seinen Ballon-d'Or-Favoriten: "Ich persönlich habe die Sorge, dass Ronaldo Weltfußballer wird. Seine Torquote ist einzigartig, er stellt Rekorde auf. Normalerweise sollte die WM alles überstrahlen, aber Ronaldos Tore werden die WM überstrahlen. Für mich geht er als Favorit in den Dreikampf. Er begeistert uns jedes Wochenende. Messi ist nur ein Außenseiter, weil er zu häufig verletzt und vor der WM nicht in Top-Form war. Ich habe ihn nicht so stark gesehen, wie die FIFA-Experten, die ihn gar zum besten Spieler des Turniers wählten. Das war ein WM-Geschenk. Ich glaube, er hat selbst den Kopf geschüttelt, als er nach dem Finale plötzlich oben stand und die Auszeichnung entgegen nahm."

... die BVB-Krise: "Mitleid will in Dortmund keiner. Die Borussia ist in eine Lawine geraten, wo man dachte, sie ließe sich jede Woche aufhalten. Nur die Spieler konnten sie nicht aufhalten. Ich bin überzeugt, dass sie in den nächsten Spielen einige Punkte holen. Sie werden die Winterpause nutzen, das Geschehene mental zu verarbeiten, sodass sie sich in der Rückrunde aus diesen Regionen verabschieden werden. Ein einstelliger Tabellenplatz oder die Europa League sind möglich. Außer Bayern ist keine Mannschaft stabil. Wenn sie eine ordentliches Frühjahr erleben, ist ein internationaler Startplatz realistisch."

... die Dortmunder Schwierigkeiten: "Die Weltmeisterschaft kann nicht das Problem sein. Natürlich war es eine hohe Belastung und der Urlaub kürzer. Aber dieser Erfolg, den die Spieler dort hatten, sollte Motivation genung sein. Ich habe es selbst erlebt 1990. Mein bestes Jahr war das nach der Weltmeisterschaft. Auch mit wenig Urlaub. Du bist da als Gladiator ins Stadion eingezogen und hast den Gegner vernichtet. Deswegen ist mir die WM eine zu billige Ausrede. Ich glaube, Dortmund hat mir der Situation nicht gerechnet. Weder die Verantwortlichen noch die Profis. Plötzlich sind sie mit etwas konfrontiert, worauf sich nicht gefasst waren. Sie sehnen sich deshalb nach der Winterpause."

... die Transferpolitik: "Ciro Immobile oder Adrian Ramos können Robert Lewandowski nicht ersetzen, das ist klar. Dortmund hat viel Geld in die Hand genommen. Man sagt sich, die Neuzugängen sind gut, brauchen nur Zeit. Aber Zeit hast du im Fußball nicht. Die Leichtigkeit ist verloren gegangen. Ich war die letzten Jahre ein Fan vom Dortmunder Stil - der ist kaum wiederzuerkennen. Es fehlt das Selbstbewusstsein, die Freude, das Miteinander, all das ist verloren gegangen, kommt jedoch wieder."

... Jürgen Klopp: "Er wirkt leicht angeschlagen in Interviews. Dennoch bleibt er weiterhin der richtige Mann. Es ist seine Mannschaft, er hat sie aufgebaut, den Spielstil entwickelt. Ein anderer Trainer hätte seinen Arbeitsplatz wahrscheinlich schon verloren - da hilft ihm die Vergangenheit. Dortmund weiß, dass er die Situation meistern kann."

... mögliche Neuzugänge beim BVB: "Es ist die Pflicht eines jeden Sportdirektors, wenn eine Möglichkeit da ist, den Kader zu verstärken. Ich gehe davon aus, dass man in Dortmund nicht die Augen verschließt und die Qualität vielleicht mit einem Transfer stabilisiert."

... Marco Reus: "Wichtig ist, dass er in der Bundesliga bleibt. Es wäre schade, wenn er nach Spanien oder England wechselt. Bayern München muss sich Gedanken über die Zukunft machen, das tun sie. Philipp Lahm, Bastian Schweinsteiger, Franck Ribery, Arjen Robben - bei ihnen wird in ein, zwei oder drei Jahren die Leistung ein bisschen nach unten gehen. Man kommt in ein gewisses Alter, wird verletzungsanfälliger. Die Stabilität geht verloren. Ich bin überzeugt, dass sich Bayern nach jüngeren Spielern umschauen muss, um die Lücke, die jene Akteure irgendwann hinterlassen, zu schließen."

... sein Gefühl in der Causa Reus: "Wenn ich Verantwortlicher des FC Bayern wäre, würde ich mir Gedanken machen. Uli Hoeneß sagte mal, dass man verpflichtet sei, jeden deutschen Nationalspieler zum FC Bayern zu holen. Mich verwunderte deshalb der Transfer von Toni Kroos zu Real Madrid, zumal man den neun Jahre älteren Alonso holte. Zukunftsorientiert wäre Kroos vielleicht die bessere Wahl gewesen. Bei Reus geht es nicht um wirtschaftliche Aspekte, es geht darum, die Chance auf Titel zu haben. Vielleicht sind die Erfolge in Dortmund emotionaler, das mag sein. Im Endeffekt fragt mich aber keiner, welcher Titel emotionaler war."

... die Spanien-Welle beim FCB: "Bayern darf das nicht verlieren, was sie auszeichnet: die deutschen und bayrischen Spieler. Schweinsteiger, Lahm oder Thomas Müller sind ja die Gesichter des Vereins. Ein Thiago, ein Martinez, ein Alonso, das sind allesamt tolle Spieler. Aber wir sollten Stolz sein auf unseren Nachwuchs, um den uns viele andere Länder beneiden. Man merkt den spanischen Einfluss seitdem Pep Guardiola hier ist, solange er da ist, wird es so bleiben. Nichtsdestotrotz ist es für die Bundesliga eine Auszeichnung, wenn solche Stars kommen."

... Pep Guardiola: "Ich bin überzeugt, dass er sich wohlfühlt. Er hat ein perfektes Umfeld, eine Position, die er sich wünscht, in der er Einfluss auf die Mannschaft hat. Bayern ist eine Top-Adresse im Weltfußball, ich sehe deshalb keinen Grund, zu Chelsea oder Manchester zu gehen."

... die Konkurrenz in der Bundesliga: "Ich habe immer die Hoffnung, dass Schalke sein Potenzial ausschöpft. Wolfsburg macht im jetzigen Moment einen stabilen Eindruck. Sie haben große Chancen, Vize-Meister zu werden. Gladbach wurde vielleicht zu hoch gelobt und kämpft mit einer Schwächephase. Hoffenheim hat eine sehr starke Offensive, ist aber teilweise zu grün hinter den Ohren in der Abwehr."

... die Dominanz der Bayern: "Von zehn Mal müssen sie acht Mal Meister werden. Diese Dominanz ist da, weil eine gewisse Stabilität vorhanden ist, die Professionalität auf dem Platz und hinter den Kulissen. Von den Spieler wird sehr viel gefordert. Man gibt sich nicht mit einem Champions-League-Platz zufrieden. Mich würde es freuen, wenn Schalke mal ein anderes Ziel ausrufen würde. Mit Platz drei und vier das Saisonziel erreicht zu haben, kann nicht zufriedenstellend sein. Um die Mannschaft zu kitzeln, muss ich mir mehr vornehmen. Die Konkurrenten der Bayern sind alle zufrieden damit - das ist mir zu wenig. Ich darf Spielern keine Ausrede geben.

Marco Reus im Steckbrief

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