Druck auf dem Youngster

Avdijaj: "Überall der 49-Millionen-Mann"

Von Adrian Franke
Mittwoch, 26.11.2014 | 13:49 Uhr
Donis Avdijaj gilt als eines der größten Schalker Talente
© getty
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Obwohl er noch kein Bundesligaspiel gemacht hat, statte der FC Schalke 04 Youngster Donis Avdijaj mit einer Ausstiegsklausel über 49 Millionen Euro aus. Der 18-Jährige sprach jetzt offen über den erhöhten Druck und die gestiegene Erwartungshaltung. Sein Autounfall, der ihn bundesweit ins Gespräch brachte, sei auch deshalb komplett übertrieben dargestellt worden.

"Diese Klausel war erst mal eine große Ehre. Es war ja zunächst nicht publik, so wusste ich es für mich und konnte es für mich verarbeiten", berichtete Avdijaj in der "Sport Bild", fügte aber hinzu: "Als es rauskam, wurde der Druck immer höher. Der Druck ist nicht zu viel für mich, aber ein einfacher Auffahrunfall interessiert plötzlich. Viele haben nur gewartet, bis etwas passiert."

So werde jetzt alles mit dieser Zahl in Verbindung gebracht: "Überall ist man der 49-Millionen-Mann. Wenn man in einem Spiel kein Tor schießt, heißt es: Der 49-Mio.-Bubi hat es gegen diese Truppe nicht geschafft, ein Tor zu schießen. Natürlich tut einem das nicht gut."

Autounfall "halb so schlimm"

Mit seinem Mercedes war Avdijaj vor einigen Wochen auf einen Lamborghini aufgefahren, was für Schlagzeilen sorgte. doch der Verdacht eines illegalen Autorennens erhärtete sich laut Polizei-Angaben bislang nicht. "Es wäre schön gewesen, wenn mich jemand persönlich gefragt hätte zu den Vorwürfen", betonte das Talent: "Fast 99 Prozent von dem, was geschrieben wurde, haben nicht gestimmt. Es stimmt nur, dass ich dieses Auto einen Unfall hatte."

Tatsächlich aber war alles "halb so schlimm. Es war ein Auto von mir, ich bin mit 36 km/h in der 30er Zone gefahren, ich bin ein ehrlicher Mensch. Wenn man 36 fährt, ist der Abstand nicht so groß. Der vor mir hat abgebremst, dann habe ich ihn touchiert. Bei einem Sportwagen mit Carbon sieht das natürlich nicht so gut aus."

Gleichzeitig gab er rückblickend aber zu: "Der Mercedes war vielleicht im Nachhinein nicht die beste Entscheidung. Ich habe nicht viel darüber nachgedacht. Ich war stolz, weil ich mir mein Wunschauto leisten konnte. Das haben wir aber jetzt zurückgegeben. Man muss dazu sagen, dass wir den Dienstwagen von VW, den ich jetzt fahre, drei Monate vor dem Unfall bestellt hatten. Ich bin sicher kein Proll."

Avdijaj: Will immer gewinnen

Das treffe auch auf seine Leistungen auf dem Platz zu: "Heute wird ein unbändiger Siegeswillen teils als pure Arroganz ausgelegt. Ich gebe immer alles dafür zu gewinnen. Egal ob im Training, Torschusstraining oder Spiel. Ich versuche, das deutlich zu machen, dass ich einfach nur gewinnen will. Das gelingt leider nicht immer."

Abseits des Platzes aber würde er sich selbst "als sehr sympathischen, liebevollen und bodenständigen Familienmenschen" bezeichnen. Darüber hinaus verzichtet der gläubige Muslim auf Alkohol, künftig will er sich jetzt noch stärker auf seine Leistungen fokussieren: "Mein Ziel ist einfach, Gas zu gehen und es so schnell wie möglich in die erste Liga zu schaffen - bei Schalke. Ich bin von mir überzeugt, dass ich das schaffen kann."

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