Donnerstag, 13.11.2014

Ärger über individuelle Fehler

Veh: "Ich bin kein Zauberer"

Armin Veh glaubt nach wie vor an seine Mannschaft. Der Trainer des VfB Stuttgart sieht positive Tendenzen, mahnt gleichzeitig aber davor, die Situation falsch einzuschätzen. In seiner ursprünglichen Skepsis sieht er sich bestätigt, dennoch müsse das Team jetzt die sich wiederholenden Fehler abstellen.

Armin Veh zeigt sich über den kommenden Saisonverlauf optimistisch
© getty
Armin Veh zeigt sich über den kommenden Saisonverlauf optimistisch

"Es gibt kein Patentrezept, ich bin kein Zauberer. Ich sehe aber, dass wir einiges besser machen als zu Saisonbeginn. Ich habe jetzt mehr Zuversicht als nach den ersten Spielen", erklärte Veh gegenüber den "Stuttgarter Nachrichten" und führte weiter aus: "Vergangene Saison war der VfB die zweikampfschwächste Mannschaft der Liga und hat die wenigsten Großchancen herausgespielt. Das haben wir abgestellt."

Zudem sei Stuttgart auswärts "die laufstärkste Mannschaft. Und ich kann keinem meiner Spieler den Willen absprechen. Wenn einer faul ist, werfe ich ihn raus. Aber das ist nicht der Fall." Dennoch ärgern ihn einige Dinge: "Wir arbeiten intensiv daran, die Fehler abzustellen. Im Training klappt das auch ordentlich. Warum wir aber im Wettkampf die ­Fehler dennoch machen, ist schwer zu ­beurteilen, dafür gibt es keine schlüssige ­Erklärung."

Als konkretes Beispiel dienen dabei die Standard-Gegentore: "In der vergangenen Woche hatten wir sehr viel Zeit dafür aufgewendet, wie wir uns bei Standardsituationen des Gegners besser verhalten. Dennoch haben wir in Bremen wieder beide Gegentore nach Standards kassiert. Keiner unserer Spieler muss vom Potenzial her denselben Fehler zweimal machen."

Veh: "Skepsis ist begründet"

Allerdings hatte Veh schon vor der Saison Zweifel angemeldet und betont, dass der Kader nicht gut genug sei. "Ich habe von Anfang an gemerkt, wo es Probleme gibt. Deshalb war und ist diese Skepsis begründet. Vielleicht haben manche die Lage nach dem Klassenverbleib in der vergangenen Saison zu positiv gesehen. Ich glaube nicht, dass ich manche Dinge zu negativ sehe", stellte der 53-Jährige klar.

Dazu kommt, dass der Klub dennoch mehr Druck als die vermeintlich kleineren Vereine der Liga habe. "Die Ruhe, wie sie auch in Freiburg herrscht, haben wir nicht, weil wir ein größerer Verein sind und eine größere Tradition haben", so Veh.

Dadurch sei die Erwartungshaltung "in Stuttgart immer relativ hoch. Und es kann ja auch nicht sein, dass wir seit Jahren gegen den Abstieg spielen. Mit unserem Etat sollten wir permanent einen ordentlichen Mittelfeldplatz hinbekommen." Verstärkungen im Winter bleiben daher ein Thema: "Da sind wir dran. Bis dahin konzentrieren wir uns mit dem aktuellen Kader auf die ­ausstehenden Spiele. Und das ist auch in Ordnung für mich."

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"Verzweifeln wäre ganz schlecht"

Doch obwohl der VfB aktuell nach nur einem Sieg in den letzten fünf Spielen Tabellenletzter ist, verfolgt Veh eine klare Devise: "Verzweifeln wäre ganz schlecht. Ich muss der Mannschaft ja etwas vermitteln. Da muss ich aufrecht vorangehen. Auf Platz 18 müsste jedem klar sein, worum es geht. Wenn du nach elf Spielen da unten stehst, ist das kein Zufall mehr. Da ist mehr denn je Ernsthaftigkeit gefragt."

Gleichzeitig brauche die Mannschaft gerade jetzt auch eine gewisse Lockerheit. "Die Balance muss stimmen. Das ist die Kunst", erklärte der VfB-Coach und gab als Ziel bis zur Winterpause einen Nicht-Abstiegsplatz aus: "Mindestens 15 wären gut. Dann wäre ich ­zuversichtlich. Ich bin überzeugt, dass wir genügend Mannschaften hinter uns lassen."

Der Kader des VfB

Adrian Franke

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