Lasogga: Personalie mit Priorität

Von SPOX
Der Hamburger SV will Pierre-Michel Lasogga unbedingt halten
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Hamburger SV

Wo besteht Bedarf?

Eine im wahrsten Sinne des Wortes zentrale Schwachstelle bleibt die Position im defensiven Mittelfeld. Milan Badelj hat sich dort zwar stabilisiert, ist und bleibt aber eher ein Spieler für die Halbpositionen und kein klassischer Sechser. Tolgay Arslans Anlage ist zu offensiv, Tomas Rincon hat immer mehr Probleme mit dem Tempo in der Liga. Hier bestünde wohl am meisten Handlungsbedarf. Der lange Ausfall von Dennis Diekmeier hat einige Kandidaten auf die rechte Verteidigerposition gespült, keiner konnte überzeugen. Ein echter Backup wäre eine Überlegung wert. Grundsätzlich gilt beim HSV aber wie schon seit Jahren, dass nicht immer unbedingt die Qualität der einzelnen Spieler das Problem ist, sondern deren Einstellung zu ihrem Beruf. Insofern dürfte sich Trainer Bert van Marwijk für die Rückrunde am bestehenden Personal orientieren - und das "härter anfassen", wie Sportchef Oliver Kreuzer bereits angekündigt hat. Auf der anderen Seite könnte sich mit dem 19. Januar einiges ändern, wenn die Initiative "HSVPLUS" auf der Mitgliederversammlung durchgewunken wird. Dann will Milliardär Klaus-Michael Kühne so kräftig investieren wie noch nie: Die "Sport-Bild" spricht von rund 100 Millionen Euro. Auf der anderen Seite stehen beim HSV derzeit 99,58 Millionen Euro Verbindlichkeiten...

Wer ist im Gespräch?

Am dringlichsten bleibt die Personalie Pierre-Michel Lasogga. Der soll unbedingt gehalten werden, der HSV hat Hertha BSC auch schon ein Angebot unterbreitet. Allerdings betonen die Berliner, ihren Stürmer nach Ende der Ausleihe wieder zurück in die Hauptstadt holen zu wollen. Paralell beobachtet der HSV wie etliche andere Klubs auch den Österreicher Philipp Hosiner von Austria Wien. Gerüchte gibt es auch um Niklas Moisander, finnischer Innenverteidiger von Ajax Amsterdam. Aber der dürfte momentan noch erheblich zu teuer sein für den HSV (rund 6 Mio. Euro Marktwert).

Wer soll/darf gehen?

Der HSV hat immer noch einige Spieler auf der Payroll, die längst weg sein müssten. Gojko Kacar, Robert Tesche (beide nicht mit im Trainingslager) und Michael Mancienne stehen zum Verkauf und sind die dringlichsten Personalien. Artjoms Rudnevs, der unter van Marwijk kaum mehr eingesetzt wurde, wird zumindest bis zum Saisonende an Hannover 96 verliehen, plus Kaufoption. "Es gibt eine Menge zu tun. Wir wollen Spieler verkaufen, zudem laufen auch einige Verträge aus. Da möchten wir die ersten Gespräche führen. Ich bin im ständigen Kontakt mit den Beratern und Klubs. Wir hoffen, dass sich etwas tut", sagt Kreuzer. Der muss sich zudem um die Zukunft von Dennis Aogo kümmern. Der ehemalige Nationalspieler dürfte bei einem entsprechenden Angebot gerne bei Schalke 04 bleiben, wohin Aogo derzeit verliehen ist.

Hannover 96

Wo besteht Bedarf?

Mit der Verpflichtung von Tayfun Korkut als Nachfolger von Mirko Slomka haben die Verantwortlichen eine mutige Entscheidung getroffen. Der noch unerfahrene Coach soll den Klub aus dem Tabellenkeller führen. Dabei ist es kein Geheimnis, dass Hannover unbedingt einen Stürmer sucht, konnte man doch in der Hinrunde nur 23 Tore erzielen. Zudem will Mame Diouf den Verein gerne verlassen. Der zweite Angreifer der 96er, Didier Ya Konan, ist derzeit verletzt und steht daher nicht zur Verfügung. Einzig Artur Sobiech bleibt somit noch als nomineller Stürmer übrig. Auf der Torwartposition besteht bisher kein Bedarf, allerdings könnte es im Sommer so weit sein. In Gladbach und Schalke soll man ein Auge auf Ron-Robert Zieler geworfen haben.

Wer ist im Gespräch?

Artjoms Rudnevs kommt auf Leihbasis vom Hamburger SV und wird vorerst bis zum Saisonende bleiben. Dann muss sich 96 entscheiden, ob man den lettischen Angreifer kaufen will. Nicolas Castillo gilt als fast sicherer Transfer. Sein Verein, CD Universidad Catolica, meldete den Wechsel des Chilenen bereits als perfekt und auch in Hannover bezeichnete man die Verhandlungen als "sehr weit fortgeschritten". Neben dem 20-jährigen Stürmer ist auch der Angreifer Paul-Georges Ntep von Auxerre ein Thema in Hannover.

Wer soll/darf gehen?

Mame Diouf steht vor einem Abgang. Die Frage ist nur, ob der Stürmer sich bereits im Winter verabschiedet oder erst im Sommer. Zuletzt kündigte Klubchef Kind an, dass Diouf "sofort gehen könnte". Mittelfeldspieler Franca wurde bereits nach einem halben Jahr in Hannover nach Brasilien verliehen. Auch Linksverteidiger Sebastien Pocognoli könnte den Verein noch verlassen.

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