Die Torjäger im Blickpunkt

"Torero" trifft auf den "letzten Kaiser von Köln"

SID
Donnerstag, 15.12.2011 | 16:57 Uhr
Lukas Podolski befindet sich derzeit in Top-Form und hat schon 14 Tore erzielt
© Getty
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Wenn Bayern München am Freitagabend (20.15 Uhr im LIVE-TICKER und bei Sky) den 1. FC Köln zum Jahresabschluss empfängt, treffen in Top-Torjäger Mario Gomez und Lukas Podolski zwei der drei besten Stürmer der Bundesliga aufeinander. Beide sind für ihre Klubs eine Art Lebensversicherung, dabei wäre Gomez fast wie einst Podolski beim FCB gescheitert.

Eigentlich kann man ja gar nicht verstehen, warum Lukas Podolski nicht schon längst seinen Vertrag beim 1. FC Köln über 2013 hinaus verlängert hat. Denn schon einmal dankte der "letzte Kaiser von Köln", wie der Radiosender WDR 2 Podolski einmal nannte, in der Domstadt ab und ging 2006 ins Exil zu Bayern München.

So richtig glücklich wurde niemand. Jetzt lassen die "Geißböcke" und eine ganze Stadt nichts unversucht, damit sich "Prinz Poldi" nicht erneut ins Unglück stürzt. Sogar seine eigene Hymne bekommt er von der Kölner Band Brings.

Nur einer ist besser

Es läuft derzeit einfach für Podolski. Doch wenn er am Freitagabend zum Hinrunden-Abschluss der Fußball-Bundesliga bei seinem Ex-Verein in München antritt, trifft er einen, der noch treffsicherer ist als er: Mario Gomez.

Auch der Bundesliga-Toptorjäger hatte in München wie einst Podolski lange Zeit Anlaufschwierigkeiten, Gomez allerdings überwand diese letztlich eindrucksvoll. Denn wie die Bild-Zeitung vorrechnete, hätten die Bayern ohne "Torero" Gomez und dessen 15 Treffer sieben Punkte weniger auf dem Konto.

Die Herbstmeisterschaft, die ihnen angesichts von drei Zählern Vorsprung auf Meister Borussia Dortmund sowie Pokalsieger Schalke 04 und der um zehn beziehungsweise 19 Treffer besseren Tordifferenz praktisch nicht mehr zu nehmen ist, wäre kein Thema.

Der FC ohne Podolski - unvorstellbar

Ähnlich sieht es beim FC aus, der ohne Podolskis 14 Tore und fünf Vorlagen gar zehn Zähler weniger hätte und Tabellenschlusslicht wäre. Stattdessen aber träumt man am Rhein sogar insgeheim mal wieder von Europa. Denn mit einem Sieg bei den Bayern könnte Köln auf Platz sieben springen und den Kontakt zu den Europa-League-Plätzen herstellen.

"Dass er torgefährlich ist und einen sehr guten linken Fuß hat, weiß jeder. Wir dürfen ihm keine Räume bieten, damit es schwer wird für ihn", sagte Bayern-Kapitän Philipp Lahm vor dem Wiedersehen mit Podolski. Und auch für Nationaltorwart Manuel Neuer ist es "sehr wichtig, Poldi in den Griff zu bekommen".

Podolski spielt wohl die beste Hinrunde seiner bisherigen Karriere. Warum sollte er also wechseln? "Poldi gehört zu Köln wie der Kölner Dom", sagte Bayerns Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge in der "Liga-total"-Lounge. Dennoch kokettiert der "kölsche Jung" mit einem Wechsel. Wenn er den FC wirklich verlassen sollte, sagte Podolski unlängst über seine Zukunft, "reizt mich auf jeden Fall das Ausland". Irgendwie logisch, da er sich zwischen 2006 und 2009 in München nicht durchgesetzt hatte.

Zuspruch, Motivation und ein Schubser

"Spanien wäre ein gutes Land, aber nach Köln passt er besser", sagte Bayern-Trainer Jupp Heynckes über Podolski, der nach seiner Meinung ein Spieler ist, den man "als Trainer speziell behandeln muss. Er braucht Zuspruch, Motivation, Vertrauen und manchmal auch einen Schubser."

Wie Podolski hatte auch Gomez Anlaufschwierigkeiten in München, nachdem er vor zwei Jahren für 30 Millionen Euro vom VfB Stuttgart gekommen war. Erst nach dem Weggang von Trainer Louis van Gaal startete er durch.

Heynckes fordert aber noch mehr körperliche Präsenz von seinem Torjäger, den er aber für einen echten Mannschaftsspieler hält. Extra-Vorlagen für Gomez' Kampf um die Torjägerkanone wird es daher auch nicht geben.

"Für Mario steht der Mannschaftserfolg über allem. Und im Moment ist es für uns erstmal angesagt, Spiele zu gewinnen", sagte Heynckes, der noch um den Einsatz des zuletzt grippekranken Franck Ribèry bangt. Für Nationalspieler Bastian Schweinsteiger käme ein Comeback noch zu früh. "Das Risiko ist noch zu groß", sagte Heynckes.

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