Wolfsburg ohne klares Konzept gegen den HSV

SID
Freitag, 11.02.2011 | 13:34 Uhr
Pierre Littbarski feiert gegen den HSV sein Bundesliga-Debüt als Cheftrainer
© Getty
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Als Spieler hat er mit dem WM-Titel 1990 das Nonplusultra erreicht, als Trainer jedoch tut sich Pierre Littbarski vor seinem Bundesliga-Debüt mit dem VfL Wolfsburg schwer.

Pierre Littbarski wirkt grüblerisch und ein wenig ungelenk. Der Weltmeister von 1990 soll dem VfL Wolfsburg den Weg aus der Krise weisen, sorgt jedoch vor seiner Bundesliga-Premiere als Cheftrainer mit einem kuriosen Zickzack-Kurs für Unruhe und Verwirrung. Erst wurde Diego suspendiert, doch die Strafe muss er nicht bezahlen, dann wollte "Litti" sich nur noch siezen lassen. Jetzt, sagt er, "gibt es ein Durcheinander", das sei dann "ganz lustig".

Für das erste Durcheinander sorgte die Suspendierung des Spielmachers. Zunächst griff Littbarski hart durch und verbannte die launische Diva für ein Spiel auf die Tribüne. Dann ließ der Interimscoach Milde walten und bestimmte, dass der Brasilianer die Geldstrafe von 100.000 Euro doch nicht zahlen muss.

Auf Unverständnis stießen auch Littbarskis Aussagen zum Spiel gegen den Hamburger SV am Samstagnachmittag.

Statt Aufbruchsstimmung verbreitete der neue Coach Skepsis und Pessimismus: "Wir werden keine Berge versetzen können", sagte er nachdenklich.

"Das bereitet mir Magenschmerzen"

Weil der HSV das Hinspiel verloren hat, gab Littbarski zu bedenken: "Hamburg wird noch mehr motiviert sein. Das ist ein unangenehmer Punkt. Das bereitet mir Magenschmerzen."

Eine Rolle rückwärts unternahm der 50-Jährige auch im Urteil über Vorgänger Steve McClaren. Zunächst hatte er die Arbeit des Engländers kritisiert und einigen Spielern "Defizite im konditionellen Bereich oder in der Beweglichkeit" attestiert. Einen Tag später ruderte er zurück: "Zu einer Kritik an der Arbeit von Steve McClaren besteht überhaupt kein Anlass. Ich habe auch gestern mit ihm telefoniert und mich mit ihm ausgetauscht, das war mir sehr wichtig."

Keinen klaren Kurs gab es auch im Streit mit Grafite. "Ich weiß nicht, was hier passiert", maulte der Brasilianer. Nach einem Schlag auf dem Nacken musste der Angreifer im Training zunächst kürzertreten. Als er sich wieder fit meldete, schickte ihn "Litti" in die B-Elf. "Ich verstehe nicht, was das soll", sagte Grafite.

Wolfsburger Systemänderung

Trotz aller Spannungen ist Littbarski am Samstag zum Siegen verdammt. Sollten die "Wölfe" nicht schnell den Anschluss ans Mittelfeld herstellen, droht dem früheren Profi des 1. FC Köln (406 Bundesligaspiele/116 Tore) wie vielen seiner Weltmeister-Kollegen von 1990 als Trainer das vorzeitige Aus. Nach wie vor werden Ralf Rangnick und Huub Stevens als große Lösung in Wolfsburg gehandelt.

Entscheidend wird sein, ob der 73-malige Nationalspieler Littbarski auf dem Platz den Weg zum Erfolg findet. Einige Neuerungen hat er für das HSV-Spiel angekündigt. So bevorzugt er das konservative 4-4-2 und sorgt damit in der Wolfsburger Elf für den x-ten Systemwechsel in dieser Saison. Einen jedoch wird es freuen: Grafite dürfte neben Neuzugang Patrick Helmes seinen Platz in der Startelf sicher haben - trotz des Ärgers mit Littbarski.

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