Donnerstag, 09.09.2010

Bundesliga: Bremen ohne drei Stützen nach München

"Wir kommen ja nicht mit 18-Jährigen..."

Mit einer Not-Abwehr und einem Haufen personeller Probleme reist Werder Bremen am 3. Spieltag der Bundesliga zum FC Bayern München (Sa., 18.15 Uhr im LIVE-TICKER). Doch wenn man schon mal da ist, kann man auch Punkte mitnehmen, meint Neuzugang Mickael Silvestre trotz akutem Personalmangel selbstbewusst.

Mickael Silvestre (l.) spielte in England schon für Manchester United und den FC Arsenal
© Imago
Mickael Silvestre (l.) spielte in England schon für Manchester United und den FC Arsenal

"Ich brauche sicher ein paar Spiele, um zu sehen, was ich dem Team geben kann", sagt der neue Werder-Verteidiger Silvestre im "Bild"-Interview - wohl wissend, dass es gleich die erste Aufgabe in sich haben wird.

Da Bremen in München am Samstag ohne die etatmäßigen Innenverteidiger Per Mertesacker (Augenbogenbruch) und Naldo (Knieverletzung) antreten muss, wird der 33-Jährige wohl neben Sebastian Prödl innen in der Abwehr auflaufen.

Bange machen gilt aber nicht. "Wir haben dort die Fans gegen uns, aber es ist auf alle Fälle möglich, dort zu gewinnen. Wir fahren da ja nicht mit 18-Jährigen hin", so Silvestre.

Silvestre oder Pasanen in der Mitte?

Die Abwehr werden aller Voraussicht nach Clemens Fritz, Prödl, Silvestre und Petri Pasanen oder Sebastian Boenisch bilden - wobei auch nicht auszuschließen ist, dass Trainer Thomas Schaaf den Neuzugang links gegen Thomas Müller einsetzen wird und Pasanen dafür nach innen zieht.

Wie sollen sie spielen? Die voraussichtliche Aufstellung

Beim FC Bayern München hat man jedenfalls Respekt vor den Bremern, die in den vergangenen fünf Spielzeiten stets Punkte aus der bayrischen Landeshauptstadt mit nach Hause nahmen.

"Mir ist es lieber, ich weiß gegen wen ich spielen muss", sagte Miroslav Klose, der immer noch auf einen Treffer gegen seinen Ex-Verein wartet, zur unklaren Personalsituation beim Gegner.

Frings: "Ein Schock"

"Ich kenne Schaaf, der zaubert immer einen aus dem Hut", so der Stürmer, der von 2004 bis 2007 für Werder auf Torejagd ging. Erstaunlicherweise hätten die Bremer vor allem in personell klammen Situationen stets Kampfgeist bewiesen und die Spiele gewonnen, führt Klose mahnend an.

Was Werder auf dem Papier noch härter trifft, ist indes der Ausfall des Stürmers Claudio Pizarro, der seinen Muskelfaseriss noch nicht ganz auskuriert hat und deshalb wie schon in der vergangenen Saison nicht gegen seinen Ex-Klub auflaufen kann.

"Dass gleich drei Stammspieler ausfallen, ist natürlich ein Schock", stöhnte Werder-Kapitän Torsten Frings bereits. Auf der anderen Seite kann Werder derart geschwächt auch ein stückweit befreiter nach München fahren - der Erwartungsdruck ist nicht so hoch.

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Mit Arnautovic und Wesley?

Die Frage ist nun: Setzt Schaaf auf eine oder zwei Spitzen? Wahrscheinlicher ist in jedem Fall ein 4-2-3-1 mit dem zuletzt überzeugenden Marko Arnautovic als spielenden Stürmer.

Dahinter dürfte auch Neuzugang Wesley erstmals zum Einsatz kommen - eine weitere Unbekannte, die den Bayern zu schaffen macht.

Die ersten Trainingseindrücke des Brasilianers waren jedenfalls überzeugend. Geschäftsführer Klaus Allofs meinte bereits: "Die Wahrscheinlichkeit ist groß, dass er spielen wird." Leidtragender wäre in dem Fall Tim Borowski, der für den 23-Jährigen Platz machen müsste.

Silvestre will schnell Deutsch lernen

Ein kleiner Vorteil: Große Anpassungsschwierigkeiten sind bei Silvestre zumindest nicht zu erwarten.

"Es ist mir wichtig, die Sprache des Landes zu können, in dem ich lebe", sagte Silvestre der "Kreiszeitung Syke" und führte an, dass Deutsch in seiner Schulzeit mal erste Fremdsprache gewesen sei.

"Ich verstehe noch ganz gut Deutsch. Das Sprechen muss ich aber erstmal wieder lernen", sagt Silvestre. Wörter wie "Abseits, Hintermann, links, rechts, hinten, vorne" beherrsche er bereits, so der Franzose.

Die wird er am Samstagabend in der Allianz Arena sicher brauchen können.

FC Bayern vs. Werder Bremen: Die Bundesliga-Bilanz

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