Heimliche Helden des 14. Spieltags

Große und kleine Notnägel

Von Oliver Wittenburg
Samstag, 28.11.2009 | 22:54 Uhr
Stark im Zweikampf: Peer Kluge (l.) zieht gegen Freiburgs Debütant Jackson Mendy den Kürzeren
© Getty
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Zwei Spieler hatte niemand auf dem Zettel, ein dritter scheint auf dem richtigen Weg vom Nervenbündel zum eiskalten Vollstrecker. Hamburgs Tunay Torun, Wolfsburgs Fabian Johnson und Jackson Mendy vom SC Freiburg prägten auf ihre Weise den 14. Spieltag.

Tunay Torun: Ein Hollywood-Drehbuchautor hätte sich etwas ganz anderes ausgedacht. Schlusspfiff, Feuerwerk, der Held wird auf Händen getragen, hätte er vielleicht geschrieben. Dazu: sentimentale Musik. Doch Happyends gibt es für den HSV nicht. Tristesse heißt der ständige Begleiter der Hanseaten im Herbst 2009. Und so humpelte der vermeintliche Held mit Schmerzen im linken Oberschenkel in der 67. Minute vom Feld, und seine Teamkollegen fingen sich noch einen ein. 1:1 in Mainz hieß es am Ende.

Dennoch hat Tunay Torun einen bleibenden Eindruck hinterlassen. Den 19-jährige Türke verschlug es zum dritten Mal in seiner noch jungen Bundesligakarriere in die Startelf des HSV und er machte in Mainz gar nicht mehr den Eindruck des fahrigen Nervenbündels wie zumeist bei seinen Einsätzen zuvor. Eiskalt erzielte er nach nicht einmal drei Minuten die Führung für den HSV, als ihm Sturmpartner Eljero Elia den Ball in die Gasse servierte. Ein kurzer Sprint, ein Blick und ganz souverän schob er den Ball am herauseilenden Heinz Müller in die Maschen.

Das Tor setzte Kräfte frei und Torun ackerte im weiteren Verlauf der Partie für zwei, was er auch musste, nachdem Elia früh verletzt ausgeschieden war und Marcus Berg an seiner Seite mehr schlecht als recht amtierte. Torun hatte sogar das 2:0 auf dem Fuß, als er in einem Getümmel vor dem Mainzer Tor den Überblick behielt und schnell abzog, jedoch diesmal an Müller scheiterte.

Doch der Gesamteindruck war äußerst positiv. Als ständiger Unruheherd in der Mainzer Hintermannschaft im Spiel gegen den Ball und als Anspielstation für sein Mittelfeld hinterließ Torun einen starken Eindruck. Immer wieder ließ er sich geschickt frei und hätte vielleicht noch mehr Schaden am Bruchweg anrichten können, wäre er nicht zweimal wegen vermeintlicher Abseitsposition zurückgepfiffen worden.

Am Mittwoch geht's für den HSV in der Europa League gegen Rapid Wien. Auch wenn Mladen Petric dann sein Comeback geben könnte, sollte Trainer Bruno Labbadia wissen, dass er in der momentan schwierigen Zeit auf Tunay Torun setzen kann.

Fabian Johnson: 1,1 Millionen Euro ließ sich der frischgebackene deutsche Meister VfL Wolfsburg den Transfer von Fabian Johnson von den Münchener Löwen kosten. Was die Wölfe mit dem Juniorennationalspieler vorhatten, war bis jetzt nicht ganz klar. Eine Einwechslung in der 76. Minute beim Stand von 0:3 gegen Leverkusen am fünften Spieltag und ein halbstündiges Intermezzo gegen Schalke in der Woche darauf standen bis Samstagnachmittag für den bald 22-Jährigen zu Buche. Seit dem Spiel in Gelsenkirchen hatte ihn Trainer Armin Veh nicht mehr berücksichtigt, nachdem er Johnson zunächst in die Startelf berufen hatte, um ihn dann in der 31. Minute wieder vom Platz zu nehmen. Urteil: Der Proband war vollkommen überfordert gewesen.

Jetzt gab Johnson ausgerechnet im Gastspiel bei den heißen Bremern sein Comeback. In der Startelf auf der Position des Linksverteidigers. Nationalspieler Marcel Schäfer, wie Johnson ein Ex-Löwe, musste dafür weichen. Ob Veh nun Schäfer einfach mal eine Verschnaufpause gönnen wollte oder ihn zu einer Denkpause verdonnerte, sei dahingestellt. Sollte er jedoch geplant haben, auf der linken Seite für mehr defensive Stabilität zu sorgen, dann ist sein Plan voll aufgegangen, denn Johnson erledigte seine Aufgabe mehr als ordentlich.

In der Offensive freilich ist Schäfer eine andere Hausnummer, doch defensiv ließ Johnson nichts zu wünschen übrig. Vor allem seine Sprintschnelligkeit war beeindruckend. Nachfragen bitte an Werders Rechtsverteidiger Clemens Fritz, den Johnson ein-, zweimal im Laufduell spielerisch abkochte und ihm so den Zahn zog.

Es ist nicht davon auszugehen, dass Johnson die Hackordnung auf den Wolfsburger Außenbahnen in ihren Grundfesten erschüttert hat, dafür ist die Qualität der Konkurrenz zu groß. Dennoch dürfte er den schlechten Eindruck seines Startelf-Debüts weggewischt haben. Urteil: Der Proband hat sich für weitere Aufgaben empfohlen.

Jackson Mendy: Von der Hertha einmal abgesehen, ist der SC Freiburg die Schießbude der Liga. 30 Gegentore nach 13 Spieltagen lautete die Bilanz vor dem Spiel in Nürnberg. Daraus zu folgern, dass der Aufsteiger eine miese Abwehr hat, ist etwas voreilig, wenn man bedenkt, dass 20 der 30 Tore (2:4 Stuttgart, 0:5 Leverkusen, 2:5 Hannover, 0:6 Bremen) aus vier Spielen stammen und die Breisgauer auch schon vier Mal zu null gespielt haben.

Dennoch durfte man sich Sorgen machen nach dem Debakel gegen Werder. Zum einen fehlten mit Pavel Krmas und Kapitän Heiko Butscher zwei Eckpfeiler der Viererkette und zum anderen hatte Gegner Nürnberg zuletzt in Wolfsburg mit grandiosem Hurra-Fußball 3:2 gewonnen. Doch die Defensive hielt.

Oliver Barth kam zu seinem ersten Bundesliga-Einsatz von Beginn an, und dann war da noch ein ganz Neuer, den sich Trainer Robin Dutt von der zweiten Mannschaft ausborgte: Jackson Mendy.

Der 22-jährige Franzose war im Sommer von Hansa Rostock II aussortiert worden, scheiterte dann im Probetraining bei Rot-Weiß Erfurt und landete schließlich in Freiburg. Dort spielt er in der Regionalliga Süd und kann immerhin auf das Siegtor gegen 1860 München II Mitte September verweisen. Vor seiner Zeit in Deutschland war Mendy für Stade Rennes und Paris FC in der obersten französischen Amateurliga aktiv. Außer seiner stattlichen Athletik ("Défenseur au physique imposant"/1,92 m, 90 kg) hat er auch dort keinen bleibenden Eindruck hinterlassen.

Und jetzt also sein Bundesliga-Debüt. Aus dem Nichts. Und das Ergebnis konnte sich sehen lassen: Die Schießbude der Liga spielte mit einer Notabwehr zu null und stoppte den aktuellen Abwärtstrend. Mittendrin war Jackson Mendy, der seine linke Abwehrseite dichthielt, sieben von acht Zweikämpfen gewann und hie und da im Luftkampf aufräumte. Nach vorne ging nichts, doch das war bei seinem ersten Abstecher in den Profibereich auch nicht verlangt. Am Sonntag wird ihn die zweite Mannschaft wohl schmerzlich vermissen. Dann geht es gegen Nürnberg II, und dem Sieger winkt die Tabellenführung.

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