Fussball

Erste Niederlage für Amerell vor Gericht

SID
Manfred Amerell (r.) hat vor Gericht eine erste Niederlage gegen Michael Kempter eingesteckt
© Getty

Der frühere DFB-Schiedsrichterbetreuer Manfred Amerell musste im Prozess mit dem ehemaligen FIFA-Referee Michael Kempter schon vor dem Urteil eine erste Niederlage einstecken.

Das Landgericht Hechingen hat einen "Ablehnungsantrag" der Anwälte Amerells gegen alle drei Richter der ersten Zivilkammer abgewiesen.

In einer Mitteilung von Landgerichts-Vizepräsident Herbert Anderer heißt es, dass das Ablehnungsgesuch für "unbegründet" erklärt wurde, da keine Tatsachen oder Umstände vorlägen, die "vom Standpunkt des Ablehnenden aus bei vernünftiger Betrachtung die Befürchtung wecken könnten, die Richter stünden der Sache nicht voreingenommen und damit nicht unparteiisch gegenüber".

Damit bleibt es laut Anderer nach "jetzigem Zeitpunkt" dabei, dass die Kammer um den Vorsitzenden Richter Alexander Meinhof am 12. Mai (10.00 Uhr) eine Entscheidung verkünden wird.

Amerell mit schlechten Karten

Diese Entscheidung muss aber nicht zwingend ein Urteil sein, sie kann auch die Fortsetzung des Verfahrens beinhalten. Ursprünglich sollte eine Entscheidung am 18. April verkündet werden. Durch die Befangenheitsänträge der Anwälte Amerells konnte dieser Termin aber nicht eingehalten werden.

Zuletzt war bekannt geworden, dass Amerell in der juristischen Auseinandersetzung offenbar schlechte Karten besitzt. Das Landgericht hat beiden Kontrahenten im Schiedsrichter-Skandal einen Vergleichsvorschlag unterbreitet, der Kempter entgegenkommt.

Intime Kontakte: Einvernehmlich oder erzwungen?

Demnach müsste Amerell auf seine Schadenersatzforderung in Höhe von 150.000 Euro verzichten. Zudem sieht der Vergleichsvorschlag vor, dass beide Parteien in Bezug auf E-Mails und SMS-Mitteilungen künftig Diskretion wahren, auf öffentliche Erklärungen verzichten sowie die gegenseitigen Leistungen im Schiedsrichterwesen des deutschen Fußballs respektieren und wertschätzen.

Amerell, der Kempter wegen angeblicher Verletzung von Persönlichkeitsrechten verklagt hat, lehnt den Vergleich kategorisch ab. Kempter, der Amerell der sexuellen Belästigung bezichtigt, würde dem Vergleich nach Angaben seines Anwalts Christoph Schickhardt grundsätzlich zustimmen.

Bei dem Prozess geht es um die zentrale Frage, ob die intimen Kontakte zwischen Amerell und Kempter einvernehmlich waren oder unter dem Druck von Amerell zustande kamen.

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