Formel 1

Rosberg profitiert von Hamilton-Pech

Von Dominik Geißler
Rosberg holte sich die zweite Pole in Folge
© getty

Nico Rosberg hat sich im Qualifying zum Großen Preis von Russland (alle Sessions im LIVETICKER) die 24. Pole seiner Karriere gesichert. Der WM-Führende setzte sich mit 1:35.417 Minuten vor Sebastian Vettel (+0,706 Sekunden) durch. Der Ferrari-Pilot wird allerdings aufgrund eines Getriebewechsels fünf Startplätze nach hinten versetzt. Lewis Hamilton ereilte wie schon in China ein Motorenproblem.

"Das ist der zweite Motor mit dem gleichen Schaden", zeigte sich der Weltmeister nach dem Ausscheiden gegenüber Sky mehr als zerknirscht: "Wir haben den Fehler erst am Ende von Q2 bemerkt. Es ist definitiv eine sehr harte Saison. Es gibt nichts, was ich tun kann. Ich gebe aber niemals auf."

Mercedes' Motorsportchef Toto Wolff bestätigte bei Sky, dass die Energierückgewinnung MGU-H wie in Shanghai überhitzte und die Power dadurch verloren ging: "Wir müssen auf Holz klopfen, dass das Problem nicht auch noch bei Nicos Auto auftritt." Wenn Hamiltons Motor zum Rennen gewechselt werden muss, erwartet ihn zudem noch eine Strafversetzung auf den letzten Platz. Mercedes wird erst Sonntagfrüh bekanntgeben, ob die Abtriebseinheit getauscht wird.

Nachdem sich Hamilton darüber hinaus während des Q1 in Kurve zwei verbremst hatte und nicht wie im Fahrerbriefing besprochen auf den Kurs zurückkehrte, erhielt er eine Vorladung bei den Rennstewards. Doch Glück im Unglück für den 31-Jährigen: Er bekam lediglich eine Verwarnung aufs Auge gedrückt.

"Für Lewis und Sebastian sind die Probleme unglücklich, das ist extremes Pech. Für mich macht es das natürlicher einfach", sagte Rosberg in der Pressekonferenz: "Ich muss aber morgen konzentriert bleiben und mich auf meinen Job konzentrieren." Der Polesitter hat nun beste Chancen auf den saisonübergreifend siebten Sieg in Serie. Seine Qualifying-Zeit war zudem 1,7 Sekunden schneller als die des Vorjahres.

Bottas siegt im Finnen-Duell

Valtteri Bottas stellte Williams' Stärke auf der Motorenstrecke unter Beweis und fuhr auf den dritten Rang (+1,119 Sekunden). "Ich bin sehr zufrieden. Die ganze Woche lief gut. Aber morgen zählt es und sonntags sahen wir in dieser Saison noch nicht gut aus", sagte der Finne anschließend.

Hinter ihm folgt Landsmann Kimi Räikkönen, der aufgrund eines Fahrfehlers im letzten Sektor eine bessere Platzierung verpasste.

Ohne Patzer absolvierte Stallgefährte Vettel seine Runden. Für den Heppenheimer war es eine "gute Rückmeldung". Er habe "das Maximum erreicht. Wir können immer noch ein gutes Rennen haben. Wir hatten in diesem Jahr noch kein perfektes Rennen, vielleicht ja morgen."

Das Ergebnis des Qualifyings im Überblick

Die Top 10 komplettieren Bottas' Teamkollege Felipe Massa, Daniel Ricciardo im Red Bull, Force-India-Pilot Sergio Perez sowie Daniil Kvyat und Max Verstappen.

Hülkenberg enttäuscht

Nico Hülkenberg platzierte sich lediglich auf den 13. Platz und musste sich damit seinem Teamkollegen Perez geschlagen geben. "Es war nicht mehr drin", resümierte der Emmericher am Boxenfunk nüchtern. Beide Force-India-Piloten bestreiten an diesem Wochenende ihren 100. Grand Prix.

Pascal Wehrlein beendete das Qualifying auf Platz 20. Der Rookie schlug seinen Manor-Teamkollegen Rio Haryanto und Markus Eriksson im Sauber, der als Letztplatzierter die schwache Form der Sauber bestätigte. Auch Felipe Nasr sowie die beiden Renaults von Jolyon Palmer und Kevin Magnussen schieden in Q1 aus.

Auffällig war in der gesamten Qualifikation, dass der glatte Asphalt gepaart mit den harten Reifensätzen, die Pirelli für das Wochenende gewählt hatte, es schwierig machte, die Gummis auf Temperatur zu bringen. Dadurch brauchten die Piloten immer mehrere Runden, um ihre jeweils beste Zeit zu setzen.

Quali-Duelle: So steht es im teaminternen Wettkampf

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