Formel 1

Rosberg-Pole - Kvyat überschlägt sich

Nico Rosberg entschied in Suzuka zum zweiten Mal in der Saison 2015 das Qualifying für sich
© getty

Formel-1-Weltmeister Lewis Hamilton hat beim Großen Preis von Japan (So., 7 Uhr im LIVETICKER) zum zweiten Mal in Folge die Pole Position verpasst. Teamkollege Nico Rosberg fuhr beim Qualifying in Suzuka in 1:32,584 Minuten die Bestzeit und profitierte von einem heftigen Unfall von Red-Bull-Pilot Daniil Kvyat.

Der Russe kam eine Minute vor Ablauf der Uhr in Q3 im Rechtsknick vor der Haarnadel mit dem linken Rad auf den Kunstrasen und verlor sofort die Kontrolle. Der RB11 knallte mit der linken Seite heftig in die Mauer, die linken Räder wurden abgerissen, bevor das Auto durch das Kiesbett ausgehebelt wurde. Nach einem einfachen Überschlag stieg Kvyat unverletzt aus. Die Session wurde anschließend nicht mehr gestartet.

"Ein Anfängerfehler. Ich bin mit zwei Rädern ins Gras gekommen", sagte Kvyat anschließend und dachte an seine Mechaniker: "Mir tut's leid für die Jungs, dass ich ihnen Arbeit bereite." Red Bull kündigte an, aus Sicherheitsgründen Chassis, Antriebseinheit und Getriebe zu tauschen. Damit startet Kvyat wohl aus der Box. Alle anderen Fahrer rücken eine Position auf.

Rosberg siegt im Mercedes-Duell

Durch den frühzeitigen Abbruch durfte sich Rosberg nach dem Erfolg beim Spanien-GP über seine zweite Pole Position im Jahr 2015 freuen. Es ist seine zweite in Folge in Suzuka. "Super Tag heute. Gutes Comeback für unser Team nach Singapur", sagte der Polesitter: "Das ist eine Erleichterung, dass wir nach wie vor ein tolles Auto haben."

Die Zeiten des Qualifyings in Suzuka

"Nico fährt gut", gab Hamilton zu. Ihm fehlten 0,076 Sekunden auf die Bestzeit. Er verlor das teaminterne Duell erst zum zweiten Mal in der laufenden Saison. Die Silberpfeile stehen somit beim 14. Rennen schon zum 10. Mal gemeinsam in Reihe 1.

Die beiden Mercedes-Piloten gingen die entscheidende Phase des Qualifyings grundverschieden an. Hamilton ließ sich für seine erste Aufwärmrunde in Q3 zehn Sekunden länger Zeit als sein Teamkollege aus Deutschland und verbremste sich anschließend in der Haarnadelkurve.

Ferrari und Williams deutlich hinter Mercedes

Die übrigen Teams konnten mit den Silberpfeilen nicht mithalten. Valtteri Bottas qualifizierte sich im Williams als Dritter vor Sebastian Vettel, der noch nie ein Rennen gewonnen hat, wenn er beim Start nicht unter den ersten Drei war. Der Deutsche war das gesamte Qualifying über langsamer als Ferrari-Teamkollege Kimi Räikkönen. Erst in Q3 entschied er das Duell zu seinen Gunsten.

Der Iceman musste sich allerdings nicht nur Vettel geschlagen geben. Auch Felipe Massa war im Williams schneller. "Wir wussten, dass Suzuka für uns besser ist als Singapur", sagte Teamkollege Bottas stellvertretend für den Rennstall aus Grove: "Das Setup war von Anfang an besser." Massa startet einen Platz vor Räikkönen als Fünfter. Immerhin: Für den Finnen ist Rang 6 das beste Resultat in einem Suzuka-Qualifying seit der Saison 2009.

Wie Räikkönen verlor auch Nico Hülkenberg das teaminterne Duell. Er scheiterte zum dritten Mal in den letzten vier Rennen als Elfter an der Qualifikation für die Top 10 und wird zudem für seinen Unfall mit Massa in Singapur um drei Plätze strafversetzt. "Die Runde hätte nicht besser sein können", sagte Hülkenberg: "Ich war am Limit mit dem Auto."

Sein Force-India-Kollege Sergio Perez qualifizierte sich derweil als Neunter. Daniel Ricciardo (Red Bull) als Siebter und Romain Grosjean (Lotus) als Achter gehen vor ihm ins Rennen. Kvyat steht ohne Zeit als Zehnter im Qualifying-Resultat.

Schreckmomente zu Beginn

Schon Q1 endete ungewohnt. Als die Fahrer ihre letzte gezeitete Runde absolvierten, stellte Max Verstappen seinen Toro Rosso ohne Vortrieb mitten auf der Strecke ab. Weil das gefährlich war, versetzten ihn die Stewards in der Startaufstellung um drei Plätze nach hinten.

Doppelt geschwenkte Gelbe Flaggen an der Unfallstelle bedeuteten, dass nach Verstappens Parkmanöver niemand seine Zeit verbessern konnte. Die ausgeschiedenen Pechvögel: Jenson Button (McLaren-Honda), Marcus Ericsson, Felipe Nasr (beide Sauber), Will Stevens und Alexander Rossi (beide Manor).

Während Platz 16 für Button das schlechteste Suzuka-Qualifying seiner 16-jährigen Formel-1-Karriere bedeutete, musste Rossi auf die Zustimmung der Stewards für seinen Rennstart hoffen. Der US-Amerikaner verpasste die 107-Prozent-Marke, bekam aber die Starterlaubnis.

Schon vor dem frühzeitigen Ende erlebte Sauber einen Schreckmoment. Ericsson verlor beim Anbremsen der Spoon-Kurve die Kontrolle über das Heck und rutschte spektakulär in die Auslaufzone. "Was ist da passiert?", erkundigte er sich beim Team, nachdem das Kiesbett gerade noch einen Einschlag in die Begrenzung verhindert hatte. Immerhin lief der Motor noch. Der Schwede konnte weiterfahren und führt nun im Qualifying-Duell mit Teamkollege Nasr.

Quali-Duelle: So steht es im teaminternen Wettkampf

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