Dienstag, 10.07.2012

Großbritannien-GP: Driver-Ranking

"Er ist ein sehr dummer Fahrer"

Auch in der Formel-1-Saison 2012 bewertet SPOX-Redakteur Alexander Mey nach jedem Grand Prix die fahrerischen Leistungen der Piloten und stellt sein persönliches Driver-Ranking auf. Teil 9: Großbritannien-GP.

Pastor Maldonado (hinten) rutschte in Silverstone in den Sauber von Sergio Perez hinein
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Pastor Maldonado (hinten) rutschte in Silverstone in den Sauber von Sergio Perez hinein

Auf dem Podium unterscheidet sich mein Ranking diesmal nicht vom Original, die drei Fahrer da oben waren einfach die Besten des Wochenendes in Silverstone. Michael Schumacher war meiner Meinung nach besser, als der siebte Platz im Ziel aussagte. Ein Hühnchen gibt es mit Pastor Maldonado zu rupfen.

Meine Wertung für den Großbritannien-GP:

Platz 1, Mark Webber: So ein starkes Wochenende habe ich schon länger nicht mehr von ihm gesehen. Ich fand ihn noch stärker als bei seinem Sieg in Monaco. Vettel hat wieder eine harte Nuss im eigenen Team zu knacken. Sein Qualifying war unter den extrem schwierigen Bedingungen am Samstag bereits stark. Im Rennen ist er dann so lange fehlerlos gefahren, bis er seine Chance gewittert und Alonso in einem starken Manöver noch überholt hat. Einen solchen Killerinstinkt war man von Webber vor allem im letzten Jahr nicht gewohnt. Seine Vertragsverlängerung passt ins Bild und ist vollkommen nachvollziehbar.

Platz 2, Fernando Alonso: Ich bin ehrlich, ich habe nicht mehr damit gerechnet, dass Alonso sich den Sieg in Silverstone in den letzten Runden noch nehmen lässt. Zu souverän war er das ganze Wochenende über. Aber gegen die Schwäche der weichen Pirelli-Pneus war sogar er am Ende machtlos. Routiniert, wie er ist, erkennt er seine Chancenlosigkeit gegen den heranstürmenden Webber aber schnell und lässt ihn ziehen, anstatt sich auf ein halsbrecherisches Duell einzulassen und einen Ausfall zu riskieren. Mund abputzen, 18 Punkte mitnehmen, die WM anführen. So wird's gemacht.

Platz 3, Sebastian Vettel: Gegen seine Leistung gibt es eigentlich nichts zu sagen. Er hat keine Fehler gemacht und war konstant schnell unterwegs. Aber eben auch konstant einen Tick langsamer als Webber im gleichen Auto. Willkommen im brandheißen Teamduell!

Platz 4, Felipe Massa: Eines seiner besten Wochenenden seit Jahren. Im Qualifying schnell, im Rennen mit einigen sehenswerten Zweikämpfen - vor allem gegen Schumacher. Das war ein Lebenszeichen von Massa, wenngleich er nüchtern betrachtet lediglich zeigt, was der Ferrari mittlerweile kann. Was ein Elite-Fahrer mit dem Ferrari machen kann, zeigt Alonso.

Platz 5, Michael Schumacher: Im Regen hat er mich ziemlich beeindruckt - mal abgesehen von seinen paar Drehern kurz vor Abbruch der zweiten Quali-Session. Aber zu der Zeit war es wirklich unfahrbar. Dass er in einem Trockenrennen chancenlos sein würde, war ihm garantiert schon vor dem Start klar. Trotz des unterlegenden Silberpfeils hat er aber eine gute Mischung aus harter Verteidigung und fairem Umgang mit den schnelleren Kollegen gefunden. Am Ende hat er bei der Jagd auf Hamilton noch einmal gut aufgedreht. Insgesamt ein haushoher Punktsieg gegen Rosberg.

Platz 6, Kimi Räikkönen: Der Iceman hat mal wieder ein gutes Ergebnis nach Hause gefahren, ohne dabei allerdings sonderlich aufzufallen. Irgendwie fährt er in dieser Saison oft so, wie er sich auch nach außen gibt. Ein cooler Hund, der aber den großen Auftritt vermeidet. Das bringt ihm gute WM-Punkte ein, aber das richtige Glanzlicht fehlt noch.

Platz 7, Lewis Hamilton: Mit einem ab Samstag rätselhaft schwachen Auto konnte auch Hamilton nicht zaubern. Im ersten Stint des Rennens hat er es versucht und dank des langen Wartens auf den Boxenstopp zumindest für ein sehenswertes Duell mit Alonso um die Führung gesorgt. Alles in allem war er aber dazu verdammt, in der Menge mit zu schwimmen.

Platz 8, Romain Grosjean: Hätte er am Ende von Q2 sein Auto nicht ins Kiesbett geschmissen und wäre entsprechend weiter vorne gestartet, hätte er Räikkönen im Teamduell schlagen können. Im Rennen war er nämlich gut unterwegs und hat für ein paar heiße Zweikämpfe gesorgt.

Großbritannien-GP: Pack die Badehose ein!
Willkommen in Silverstone, willkommen im Stau. Wie es sich vor einem anständigen Badeurlaub gehört, muss man erstmal ordentlich anstehen
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Willkommen in Silverstone, willkommen im Stau. Wie es sich vor einem anständigen Badeurlaub gehört, muss man erstmal ordentlich anstehen
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Der Tipp des Tages: Einfach mal das Auto stehen lassen und den Gummistiefeln ein heilendes Moorbad gönnen. Soll sehr gesund sein, der Schlamm von Silverstone
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Diese eigentümlichen Gebilde werden oft versehentlich für Zelte gehalten. In Wahrheit handelt es sich hierbei aber um U-Boot-Stellplätze der britischen Marine
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Auch das sind nicht etwa Regenschirme. Es handelt sich um den oft falsch verstandenen originalen Sonnenschutz der traditionellen Inselbewohner
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Dieser ist auch praktisch mit der neuesten royalen Gummistiefel-Mode kombinierbar
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Dieser ist auch praktisch mit der neuesten royalen Gummistiefel-Mode kombinierbar
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Wichtiger Hinweis: "Warning. Slippery Surface". Achtung, Rutschgefahr!
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Wichtiger Hinweis: "Warning. Slippery Surface". Achtung, Rutschgefahr!
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Für Heikki Kovalainen war das Schild offenbar zu klein...
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... ebenso wie für Wasserballett-Kollege Romain Grosjean
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... ebenso wie für Wasserballett-Kollege Romain Grosjean
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Wählen Sie hier bitte Ihre Lieblings-Überschrift. A) Man, die Jungs haben aber einen dicken Fisch an der Angel. B) Schiffbruch bei Bruno Senna
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In beiden Fällen gilt: Viel zu tun für die Jungs von den Docks
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Mit den rutschigen Bedingungen haben auch diese Herren hier zu kämpfen. Japanisch-Schweizerisches Wasserspringen beim Boxenstopp von Kamui Kobayashi
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Der Japaner verschätzt sich beim Boxenstopp und räumt mehrere Mechaniker ab
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Glücklicherweise wird niemand ernsthaft verletzt. Kobayashi soll sich "mit zehn Kästen Bier" entschuldigen, rät Formel-1-Experte Niki Lauda auf RTL
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Ins Schwimmen kommt auch Fernando Alonso - und zwar auf abgefahrenen Reifen. Der Spanier muss sich kurz vor Ende des Rennens Mark Webber geschlagen geben
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Fachmännisches Urteil von Hugh Grant: klassischer Fall von "nass gemacht"
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Fachmännisches Urteil von Hugh Grant: klassischer Fall von "nass gemacht"
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Und gerade als die Silverstone-Regatta eigentlich trockengelegt war, holt Mark Webber zur Feier des Tages die Champagner-Pistole raus. Super, Mark!
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Und gerade als die Silverstone-Regatta eigentlich trockengelegt war, holt Mark Webber zur Feier des Tages die Champagner-Pistole raus. Super, Mark!
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Platz 9, Sergio Perez: Sehr schade, dass er von Maldonado aus dem Rennen genommen wurde, denn bis dahin hat er mir ausgezeichnet gefallen. Er war aggressiv unterwegs, aber was hatte er von Startplatz 15 aus auch großartig zu verlieren? Der Crash mit Maldonado ging aber nicht auf seine Kappe - doch dazu später mehr.

Platz 10, Nico Hülkenberg: Ihm ist im Rennen in den letzten Runden das gleiche Schicksal widerfahren wie Alonso, nur dass er nicht ganz so abgezockt damit umgegangen ist. Auf den weichen Reifen war er am Ende deutlich langsamer als seine Verfolger. Nach starkem Rennen hielt er Senna, Button und Kobayashi trotzdem bis zur vorletzten Runde hinter sich. Dann hat er leider den einen kleinen Fehler gemacht, der ihn weg von der Ideallinie und raus aus den Punkten befördert hat.

Härtefall, Pastor Maldonado: Der Venezoelaner hat den Kredit, den ihm sein Sieg in Barcelona eingebracht hat, langsam komplett aufgebraucht. Es vergeht kaum ein Rennwochenende, an dem er nicht irgendeinen Bock schießt. Schnell ist er immer noch, aber viel zu ungestüm. Mit seiner Fahrweise hat er mittlerweile seine Kollegen gegen sich aufgehetzt. Perez hat nach dem Crash in Silverstone sogar gesagt: "Er ist ein sehr dummer Fahrer. Er hat keinen Respekt vor anderen." Da ist etwas dran. So kann er nicht weitermachen, denn er fährt offiziell unter Bewährung. Nach der Strafe für den Hamilton-Unfall in Valencia muss er diesmal 10.000 Euro blechen und erhielt eine Verwarnung. Irgendwann kann sogar eine Sperre ein Thema werden.

Stand in der Fahrer- und Konstrukteurs-WM

Meine Punkte für das Silverstone-Wochenende:

England-GP - Ranking

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