Formel 1

Eine komplett neue Strecke?

Von Sebastian Schramm
Beide bisherigen Abu-Dhabi-GP gewann Sebastian Vettel
© Getty

Durch DRS und KERS könnte das Rennen in Abu Dhabi (Training, Fr., 10 Uhr im LIVE-TICKER und bei Sky) zu einem Überholfestival werden. Tückisch wird es dennoch: Der Wüstensand lässt grüßen. Weltmeister Sebastian Vettel geht auf "seiner" Strecke weiter auf Rekordjagd.

Streckendaten:

  • Name: Yas Marina Circuit
  • Ort: Abu Dhabi
  • Länge: 5,554 Kilometer
  • Runden: 55
  • Renndistanz: 305,470 Kilometer
  • Kurven: 9 Rechtskurven, 12 Linkskurven

Darauf kommt es an: Futuristisch. Langweilig. TV-Strecke. Beeindruckend. Keine Herausforderung für die Piloten. Bei wohl kaum einer Strecke gehen die Meinungen weiter auseinander als auf dem Yas Marina Circuit. Eines ist dennoch sicher: Bei keinem Grand Prix sind die Bilder beeindruckender. Start in der Abenddämmerung, Zieleinfahrt in der Finsternis.

Auf der Strecke selbst geht es aber zum Leidwesen der Piloten unspektakulärer zu. Lange Geraden und langsame Kurven prägen das Bild. Die angedachten Mutkurven sind eher zu Vollgaskurven mutiert. Ein Hoffnungsschimmer könnte die Teams aber aus der Wüsten-Lethargie reißen. Es wird, wie schon zuletzt in Indien, zwei DRS-Zonen geben.

Vorsicht ist trotz neu geschaffener Überholmöglichkeit geboten. Durch den Wüstensand abseits der Ideallinie könnte man sich schnell neben dem Kurs wiederfinden.

McLaren-Pilot Jenson Button zeigt sich ob der neuen Möglichkeiten erfreut: "Die neuen Regeln könnten den Kurs in eine Strecke verwandeln, auf der Überholmanöver häufiger und spannender werden", so der Brite.

Wetter-Prognose:

  • Freitag: leicht bewölkt, 19-28 Grad, 10 Prozent Regen-Risiko
  • Samstag: leicht bewölkt, 16-29 Grad, 10 Prozent Regen-Risiko
  • Sonntag: leicht bewölkt, 19-29 Grad, 10 Prozent Regen-Risiko

Reifenwahl: Medium und Soft. Wie auf den meisten Strecken setzt Pirelli auf eine bei den Teams bereits bekannte Kombination. In Abu Dhabi wird der Reifenverschleiß jedoch ein ganz anderes Niveau erreichen.

Wie schnell bauen die weichen Pirellis bei den hohen Asphalttemperaturen nach dem Start ab? Wie reagieren sie, wenn sich die Strecke im Zuge der Dunkelheit abkühlt? Interessant wird ebenfalls sein, wann man den harten Pneu aufziehen soll. In den letzten Rennen kam es häufiger vor, dass die Strategie geändert wurde und die Mischung früher zum Zuge kam als vorher angedacht.

Zusätzlich zu den üblichen elf Sätzen Rennreifen hat Pirelli pro Auto zwei Sätze einer experimentellen weichen Mischung dabei, die im Training am Freitag getestet werden sollen. Es wird also eine Menge Rennaction geben.

Statistik

  • Sieger 2010: Sebastian Vettel (Red Bull) in 1:39:36,873 Stunden
  • Pole-Position 2010: Sebastian Vettel (Red Bull) in 1:39:394 Minuten
  • Schnellste Rennrunde 2010: Lewis Hamilton (McLaren) in 1:41,274 Minuten
  • Rekordsieger: Sebastian Vettel (2 - 2009, 2010)

Die Favoriten:

Red Bull: Die Weltmeisterschaft ist gelaufen - und das weitaus früher als geplant. Weltmeister Sebastian Vettel wird es sicherlich freuen, auf eine Strecke zurückzukehren, die bis jetzt noch keinen anderen Sieger kennt als ihn. Immerhin befindet er sich noch auf Rekordjagd.

Holt er im Wüstenstaat seine 14. Pole der Saison, zieht er mit Nigel Mansell gleich. Gewinnt er, rückt er Michael Schumacher (meiste Siege pro Saison) immer dichter auf die Pelle. Bei Mark Webber geht es noch um den Vize-Titel. Nach seinen zuletzt dürftigen Vorstellungen und dem eindeutigen Aufwärtstrend der McLaren wird dieses Unterfangen allerdings mehr als schwer.

McLaren: Licht und Schatten bei den Silberpfeilen. Der Bolide funktioniert zum Ende der Saison immer besser, vor allem Jenson Button holt mit seiner Fahrweise Woche für Woche das Maximum heraus.

Einzig und allein Lewis Hamilton fällt zurzeit ein wenig ab. Trotzdem rechnet er sich für den Abu Dhabi-GP große Chancen aus: "Der Kurs sollte den Charakteristiken unseres Autos wirklich liegen - das Layout sollte es uns also ermöglichen, die Vorteile von DRS und KERS zu maximieren, was bei unserem Auto sehr gut funktioniert." Wie beim GP in Indien wird McLaren mit einigen Neuerungen an den Start gehen.

Ferrari: Die Rückkehr an den Ort des Grauens. Wohl kein Ferraristi erinnert sich gerne an die Schmach vom letzten Jahr. Eine falsche Strategie und der Titel war futsch. In diesem Jahr soll sich alles zum Besseren wenden.

Ferrari wird mit dem neuen Frontflügel aufwarten, der in Korea und Indien durch seine extremen Schwingungen in den Fokus der Öffentlichkeit geraten war. Die Qualitätsprobleme, die vor allem bei Felipe Massa durch extremes Flattern aufgetreten sind, sollen laut der Scuderia bereits behoben worden sein.

Mercedes: Nach dem doppelten Punktgewinn in Indien wollen die Silberpfeile ihre ansprechende Form bestätigen. Vor allem Michael Schumacher, der im letzten Jahr das Rennen nach nur einer Runde wegen eines Unfalls beenden musste, freut sich auf die Herausforderung.

"Ich bin dort im letzten Jahr bei meinem ersten Rennen auf dieser Strecke wirklich sehr gerne gefahren. Ich hoffe, dass wir unsere gute Mannschaftsleistung beim Heimrennen unseres Anteilseigners Aabar fortsetzen können - gerne würde ich dort weitere Punkte erzielen", so Schumacher.

Und auch Nico Rosberg, der im letzten Jahr das Rennen auf dem vierten Platz beenden konnte, zeigt sich voller Vorfreude: "Im Laufe des Indien-Wochenendes fühlte ich mich sehr wohl in meinem Auto; auf diesem Ergebnis will ich in Abu Dhabi aufbauen."

Zeitplan:

  • Freitag, 10 Uhr: 1. Training
  • Freitag, 14 Uhr: 2. Training
  • Samstag, 11 Uhr: 3. Training
  • Samstag, 14 Uhr: Qualifying
  • Sonntag, 14 Uhr: Rennen

Die Fahrerwertung im Überblick

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