Freitag, 09.07.2010

Formel 1

Hispania sortiert Senna für ein Rennen aus

Formel-1-Rennstall Hispania hat seinen Fahrer Bruno Senna vor dem englischen Grand Prix am Sonntag in Silverstone (So., 13.45 Uhr im LIVE-TICKER und auf SKY) aussortiert und durch Sakon Yamamoto (Japan) ersetzt. Die Pause soll nur für ein Rennen gelten.

Bruno Senna fährt in Silverstone nicht für das Hispania-Team
© Getty
Bruno Senna fährt in Silverstone nicht für das Hispania-Team

Bizarres Spiel um Bruno Senna: Der Neffe des dreimaligen Weltmeisters Ayrton Senna wurde von seinem Hispania-Team überraschend für den britischen Grand Prix in Silverstone aussortiert und durch den Japaner Sakon Yamamoto ersetzt. Was zunächst wie ein kompletter Rauswurf aussah, soll allerdings nur für ein Rennen gelten.

"Angesichts der Gerüchte um Bruno Sennas aktuellen Status bei Hispania bestätigt das Team, dass Senna alle Unterstützung hat und in den restlichen Rennen der Formel-1-WM 2010 fahren wird", teilte der Rennstall am Freitagnachmittag in einer Presseerklärung mit.

Der 26 Jahre alte Senna wurde von seiner Ausmusterung erst am Donnerstagnachmittag an der Rennstrecke überrascht. Danach war er für eine Stellungnahme nicht mehr erreichbar. Noch am Mittag hatte er zusammen mit Teamkollege Karun Chandhok einen PR-Termin beim Motorenlieferanten Cosworth absolviert.

Chandhok ursprünglich auf der Abschussliste

Der Vertrag mit Yamamoto soll angeblich bereits zu Beginn der Woche fixiert worden sein. Gerüchten zufolge könnte allerdings eigentlich Chandhok auf der Abschussliste gestanden haben, bis offenbar doch noch in letzter Sekunde Sponsorengelder des Inders beim Team eingingen.

Zunächst hatte es auch Spekulationen gegeben, dass Sennas Degradierung etwas mit seiner Kritik an den Einsätzen des österreichischen Testfahrers Christian Klien im freien Training zu tun haben könnte. Senna hatte moniert, dass dadurch ihm und Chandhok als Neulingen im Formel-1-Zirkus wertvolle Trainingszeit verloren ginge. Ähnlich hatte sich allerdings auch Chandhok öffentlich geäußert.

Wie Klien, der zwischen 2004 und 2006 insgesamt 46 Rennen für Jaguar und Red Bull fuhr, wurde auch Yamamoto nach Saisonbeginn als Testfahrer angeheuert. Der 28 Jahre alte Japaner, für den die Rückkehr in ein Stammcockpit das perfekte Geschenk zu seinem Geburtstag am Freitag war, bestritt zwischen 2006 und 2007 insgesamt 14 Grand Prix für Super Aguri und Spyker, wo damals auch der heutige Hispania-Teamchef Colin Kolles in gleicher Funktion tätig war.

Angeblich bringt Yamamoto viel Sponsorengeld mit, was das finanziell angeschlagenen Hispania-Team gut gebrauchen könnte.

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Zwei 16. Plätze für Senna

Senna, der in seinen ersten neun Formel-1-Rennen zwei 16. Plätze als beste Ergebnisse verzeichnete, hatte sich eigentlich auf das Rennen in Silverstone gefreut. "Ich liebe es, in Silverstone zu fahren", hatte er noch unter der Woche erklärt: "Es ist ein einzigartiger Platz und fühlt sich für mich wie ein zweites Heimrennen an. Die Atmosphäre ist großartig. Und ich war dort immer recht erfolgreich." Sowohl in seiner Zeit in der britischen Formel 3 als auch später in der GP2-Serie stand der Spät-Einsteiger auf der Pole Position.

Senna hatte mit Rücksicht auf seine Mutter Viviane nach dem tödlichen Unfall seines Onkels Ayrton am 1. Mai 1994 in Imola seine Rennleidenschaft lange unterdrückt. Erst als 20-Jähriger bestritt er mit Hilfe des früheren Formel-1-Piloten und Senna-Freundes Gerhard Berger erste Rennen in der Formel BMW und startete dann in kürzester Zeit bis in die GP2-Serie durch, in der er in seiner zweiten Saison 2008 Vizemeister wurde.

Der direkte Wechsel in die Formel 1 scheiterte zunächst, weil sich Honda aus der Königsklasse zurückzog und Ross Brawn, der das Team übernommen hatte, kurzfristig lieber auf die Erfahrung von Sennas Landsmann Rubens Barrichello setzte.

2009 entschied sich Senna gegen Starts für Mercedes in der Deutschen Tourenwagen-Meisterschaft und fuhr stattdessen einige Langstreckenrennen. Im Herbst unterschrieb er dann einen Vertrag bei Formel-1-Einsteiger Campos, der kurz vor Beginn dieser Saison den Besitzer und die Teamführung wechselte und in Hispania umbenannt wurde.

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