Mercedes: "Die Hoffnung ist groß"

SID
Freitag, 07.05.2010 | 17:23 Uhr
Michael Schumacher konnte zuletzt 2004 in Spanien triumphieren
© Getty

Sebastian Vettel hat beim Freien Training zum Spanien-GP in Barcelona die Bestzeit gefahren. Der Red-Bull-Pilot verwies seinen Teamkollegen Mark Webber auf Rang zwei. Michael Schumacher kam mit dem überarbeiteten Mercedes gut zurecht und wurde Dritter vor Lokalmatador Fernando Alonso im Ferrari und Lewis Hamilton (McLaren). Nico Rosberg wurde Siebter, Nico Hülkenberg flog im Williams heftig ab, blieb aber unverletzt.

Bestzeit für Sebastian Vettel, Platz drei für Michael Schumacher - ein deutsches Duo hat Hoffnungen auf den ersten deutschen Triumph in Spanien seit sechs Jahren geweckt.

2004 hatte Schumacher seinen sechsten Triumph in Barcelona gefeiert, diesmal beendete der 41-Jährige im runderneuerten Mercedes seine Pleitenserie gegen den im freien Training von Barcelona nur siebtplatzierten Teamkollegen Nico Rosberg.

"Abstand zu den Red Bulls ist sehr deutlich"

"Der Trend geht nach oben. Vom Auto her habe ich jetzt die Balance, die ich mir wünsche", sagte Schumacher mit Blick auf den Großen Preis von Spanien am Sonntag (ab 13.45 Uhr im LIVE-TICKER und auf SKY), dämpfte aber die Erwartungen: "Natürlich macht es mehr Spaß, wenn du Rennen gewinnst, aber ich befinde mich erst am Anfang eines Prozesses. Und der Abstand zu den Red Bulls ist schon noch sehr deutlich."

In 1:20,757 Minuten lag Schumacher zwar deutlich hinter den Red Bull von Vettel (1:19,965) und Mark Webber (1:20,175), distanzierte Rosberg jedoch fast um eine halbe Sekunde (1:21,271). "Nico hat noch etwas Abstimmungsarbeit vor sich. Er kann sich morgen noch steigern", erklärte Mercedes-sportchef Norbert Haug.

Podium scheint für Schumacher greifbar

Noch mehr grinsen konnte jedoch der 19 Jahre ältere Schumacher, der sich beim schon zur "letzten Chance" hochstilisierten Europa-Auftakt endlich in aufsteigender Form präsentierte. Bisher war Platz sechs von Bahrain das beste seiner enttäuschenden Resultate nach dem Comeback, doch diesmal scheint zumindest das Podium greifbar.

"Klar zu erkennen, dass Michael Schumacher mit unserem für die Europa-Premiere überarbeiteten Auto deutlich besser und vor allem schneller unterwegs war als zuletzt vor drei Wochen in China", kommentierte Haug: "Aber es fehlt noch ein gutes Stück zur Spitze - die Bäume wachsen nicht in den Himmel." Denn Favorit auf dem Circuit de Catalunya ist ganz klar Vettel. "Das Ziel ist die Pole Position und dann der Sieg. Schließlich wollen wir Weltmeister werden", sagte der 22-Jährige.

Veränderungen am Auto spürbar

Offenbar tragen die massiven Weiterentwicklungen am Mercedes nach den Wünschen von Schumacher aber Früchte. Neben einem neuen Chassis und dem verlängerten Radstand konnten Schumacher und Rosberg erstmals auch eine neue Airbox einsetzen, die aerodynamische Verbesserungen bringt.

"Unser Auto sieht besser aus", lobte Test- und Ersatzpilot Nick Heidfeld. "Die Balance scheint besser zu sein, das Auto ist besser zu fahren. Im Vergleich zu den anderen Teams haben wir hoffentlich mehr aufgeholt." Und weiter: "Die Hoffung für das Rennen ist groß. Aber wir sind lange genug dabei, um nicht zu viel zu erwarten. Das Kräfteverhältnis hat sich bestimmt nicht massiv verändert", so Heidfeld.

Außerdem erklärte er, dass man sich im Team bei der Entwicklung nicht besonders auf die Bedürfnisse von Michael Schumacher konzentriert habe. "Das ist kein Auto nur für Michael", sagte Heidfeld bei "Sky". "Es wurde nichts speziell für ihn entwickelt. Allerdings kann es sein, dass ihm die Änderungen besser liegen."

Dennoch war auch Nico Rosberg vom hinter dem Kopf des Fahrers befindlichen Aufbau begeistert: "Das ist schon cool, wenn man etwas Neues ausprobieren kann, was sonst noch niemand am Auto hat. Es sieht richtig futuristisch aus."

Unterbrechung nach Unfall

Das Training musste nach einem Unfall von Nico Hülkenberg für 14 Minuten unterbrochen werden. Der Williams-Pilot blieb bei dem heftigen Einschlag in die Reifenstapel aber ohne ernsthafte Blessuren.

"Mir gehts gut. Die verlorene Zeit ist nicht ideal, aber ich habe das Auto verloren", sagte er anschließend. In der Endabrechnung beider Trainingssitzungen blieb ihm nur Rang 19.

Zehnter wurde Adrian Sutil im Force India. Schlusslicht war Timo Glock im Virgin.

Vettel glaubt an Schumacher

Vor dem 5. von 19 WM-Läufen in Barcelona ist Rosberg bester Deutscher und hat als Zweiter nur zehn Zähler Rückstand auf den führenden Weltmeister Jenson Button. Vettel ist mit 15 Punkten Rückstand Fünfter, Schumacher liegt mit mit nur zehn Zählern weit zurück.

Der selbst von Schumacher-Manager Willi Weber als "neuer Schumi" gefeierte Vettel glaubt jedoch an die Rückkehr des Rekord-Weltmeisters: "Ich finde, Michael macht den ganzen Umständen entsprechend einen guten Job. Es kommt die Zeit, in der er wieder ganz vorne sein wird." Vielleicht schon am Sonntag in Barcelona.

So lief das Training: Der LIVE-TICKER zum Nachlesen

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