Formel 1

Favorit? Nein, danke!

Von Jan-Hendrik Böhmer
McLaren (hier mit Jenson Button) hat auf eine schnelle Runde scheinbar die Nase vorn
© Getty

Die letzten Testfahrten vor dem Saisonstart sind rum. Doch wer ist für das erste Rennen in Bahrain am besten gerüstet? Ferrari, McLaren, Red Bull, Mercedes - oder ein Underdog? Keines der Teams nimmt die Favoritenrolle an. Wir fassen zusammen.

Das Problem: Zwar wurden in Barcelona diverse Runden im Qualifying-Trimm gefahren, doch wer dabei wie viel Benzin an Bord hatte, bleibt ein Geheimnis. Und selbst wenn man es wüsste, so wird das Klassement wegen der bis zum Bahrain-Rennen zu erwartenden Aerodynamik-Updates vermutlich noch einmal ordentlich durcheinandergewirbelt.

Alle Test-Zeiten des Winters im Überblick

"Bis zum ersten Rennen ist alles ein Rätsel", sagte Red-Bull-Stardesigner Adrian Newey dem "Red Bulletin". "Auch mit Erfahrung und aller Technik kann man das nicht wissen."

Dennoch: eine erste Einschätzung? "McLaren hat richtig stark ausgesehen", so Michael Schumacher. Sind Jenson Button und Lewis Hamilton also die Favoriten? Nein. Denn: "Letztlich hängt es davon ab, wer bis Bahrain welchen Schritt machen kann."

Mercedes: Bluff oder Rückstand?

Für Mercedes selbst wäre dabei derzeit wohl ein größerer Schritt nötig. Zwar sieht der W01 bei Long-Runs nicht schlecht aus, hängt aber scheinbar bei der reinen Geschwindigkeit hinter McLaren, Ferrari und Red Bull zurück. Oder war das alles nur ein Bluff?

"Erst war ich ein wenig pessimistisch", so Schumacher. "Aber das war, bevor ich unsere Daten studiert habe. Anhand derer lässt sich ablesen, dass wir möglicherweise mit mehr Benzin unterwegs waren als die Konkurrenz. Also sieht es doch ganz gut für uns aus."

"Wir sind noch nicht da, wo wir eigentlich hinwollen. Andererseits sind wir auch nicht so weit weg", sagt auch Ross Brawn. Und Schumacher ergänzt: "Es ist nur fair, wenn wir sagen, dass die Zeiten nicht immer das wahre Bild wiedergegeben haben. Doch wir wissen, dass unsere Aussichten für die ersten Rennen recht ordentlich sind."

Ferrari: zuverlässig und konstant

Mehr als nur ordentlich ist die Leistung von Ferrari. "Es scheint so, als würden Felipe und Fernando die Messlatte legen können", so Schumacher. In der Tat beeindruckten Alonso und Massa bei ihren Long-Runs mit durchgehend guten Zeiten. "Unser Auto ist zuverlässig und konstant. Genau das, womit wir das Rennjahr beginnen wollen", erklärt Massa.

Und dass man am Ende von McLaren und Red Bull überholt wurde? "Wir waren nicht in Barcelona, um Könige der Wintertestfahrten zu werden", stellt Massa klar. "Und wir haben auch nie erwartet, mit einem Vorteil zum ersten Rennen zu reisen und dort mit Leichtigkeit siegen zu können." Es würde ein harter Kampf, so der Brasilianer.

Red Bull: "Müssen um den Titel mitfahren"

Auch mit Red Bull. Denn Red-Bull-Boss Dietrich Mateschitz stellt klar: "In diesem Jahr müssen wir um den Titel fahren", so der Österreicher gegenüber den "Salzburger Nachrichten". "Wir gehören sicher zu den drei schnellsten Teams."

Aber die Favoritenrolle? Die will man auch hier nicht annehmen. "Ganz vorne sehe ich uns noch nicht, daran müssen wir noch etwas arbeiten", erklärt Sebastian Vettel.

Showdown in Bahrain

Fazit: Keiner will es gewesen sein. Dennoch sieht es so aus, als sei Ferrari über die Renndistanz am stärksten, McLaren dafür mit wenig Benzin auf eine Runde.

Red Bull ist an beiden ganz nah dran. Schwer einzuschätzen ist Mercedes: Bluffen Schumi und Co. - oder hängen sie wirklich noch etwas hinterher? Diese Frage wird wohl tatsächlich erst am 14. März beantwortet.

Testfahrten: Die letzte Runde geht an McLaren

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