Formel 1

BMW bittet zum flotten Dreier

Von Alexander Mey
Sonntag, 23.03.2008 | 15:08 Uhr
bmw-sauber, kubica
© Getty

München - Es geht also auch ohne Chaos. Ohne Regen und ohne heftige Unfälle hat der Malaysia-GP deutlich mehr Licht ins Dunkel des wahren Kräfteverhältnisses gebracht.

Strahlend hell ist es aber immer noch nicht, denn das erste Duell zwischen Ferrari und McLaren-Mercedes ohne ein Handicap für einen der beiden steht nach wie vor aus. Erst dann kann man auch endgültig sagen, wie nah BMW-Sauber wirklich dran ist.

Nicht nur an der Spitze zeichnen sich aber erste Tendenzen ab - die Lehren des Malaysia-GP.

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Flotter Dreier

Nach zwei Rennen sieht es danach aus, als könne BMW-Sauber seine Mission, aus dem Zweikampf an der Spitze einen Dreikampf zu machen, tatsächlich erfüllen. "Wir haben gesehen, dass Robert Kubica sich gleich hinter den Ferraris etablieren konnte. Nick Heidfeld hat die schnellste Rennrunde gedreht. Das zeigt, dass wir ordentlich bei der Musik sind", sagte BMW-Motorsportdirektor Mario Theissen im Premiere-Interview.

Nick Heidfeld war trotz seines Scharmützels am Start mit Jarno Trulli und dem mittelmäßigen sechsten Platz ebenso euphorisch: "Wir waren heute ganz klar stärker als McLaren-Mercedes! Das stimmt einen sehr optimistisch. Melbourne war schon eine Überraschung. Und auch hier habe ich nicht damit gerechnet, dass wir so stark sind."

Mit elf Punkten ist Heidfeld punktgleich mit Kimi Räikkönen WM-Zweiter und auch das Team liegt mit 19 Zählern auf Platz zwei hinter McLaren-Mercedes. Da besteht auch kein Anlass für falsche Bescheidenheit.

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Respekt!

Genau den haben Ferrari und McLaren-Mercedes reichlich - und zwar voreinander. "Klar waren wir durch die Strafen stark gehandicapt, aber ich würde sagen, wir hätten hier Ferrari ebenso wenig geschlagen wie sie uns in Melbourne", sagte Mercedes-Motorsportchef Norbert Haug.

Dennoch war er mit den Plätzen drei und fünf nicht unzufrieden: "Die Leistungsdichte ist so groß geworden, da kann man nicht mehr einfach mit den Gegnern spielen. Wenn man in so einem Rennen trotzdem noch zehn Punkte holt und die Führung in beiden WM-Wertungen verteidigt, dann kann man von bestmöglicher Schadensbegrenzung sprechen."

Auch bei Ferrari schwingt der Respekt vor den Silbernen in der Rennanalyse mit. "Kimi ist gefahren wie ein Champion. Ein fantastisches Comeback nach der Enttäuschung von Melbourne", sagte Räikkönens Renningenieur Chris Dyer, fügte aber gleich hinzu: "Wir werden einen Teufel tun und McLaren unterschätzen."

Beide Teams lechzen offensichtlich danach, endlich einmal so richtig auf Augenhöhe gegeneinander zu kämpfen, um den gegenseitigen Respekt ein wenig abzulegen.

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Mein Gott Massa!

Geht das schon wieder los? Bereits nach zwei Rennen läuft Felipe Massa Gefahr, bei Ferrari hinter Räikkönen nur die zweite Geige zu spielen. Nach seinen beiden Nullnummern hat Massa im Teamduell schon elf Punkte Rückstand. In Australien war er selbst schuld, nachdem er sich in der ersten Kurve gedreht hatte.

In Sepang drehte er sich wieder, wieder war er selbst nicht ganz unschuldig. "Ich hatte in Turn 6 ein komisches Gefühl und kam weit raus auf den Kerb. Dann habe ich in Turn 7 das Auto einfach verloren. Keine Ahnung, was passiert ist", sagte Massa. Teamchef Stefano Domenicali erklärte später, durch den Ausritt auf die Kerbs sei die Aerodynamik am Auto gestört worden. Das habe den Abflug verursacht.

Das passt zu Massas katastrophalen Saisonstart. "Ich bin wahnsinnig enttäuscht, denn das ist sicher nicht der Saisonstart, den ich mir vorgestellt hatte", sagte Massa. Es seien zwar noch 16 Rennen, beteuert der Brasilianer, aber noch so eine Pleite und er darf den Rest der Saison als Wasserträger von Räikkönen fristen.

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Kunterbuntes Mittelfeld

2007 war BMW-Sauber hinter den Spitzenteams klar "Best of the Rest". Jetzt, da die Weiß-Blauen sich anschicken, selbst zum Spitzenteam zu werden, ist die Suche nach einem Nachfolger eröffnet.

Doch so richtig drängt sich niemand auf. In Australien war Williams nach Platz drei von Nico Rosberg noch in der Pole-Position. Doch dessen Rennen war diesmal total verkorkst. "Wir haben hier unter dem neuen Asphalt sehr gelitten. Auf dem rutschigen Untergrund ging unser Auto überhaupt nicht", erklärte Rosberg, der in der ersten Runde mit Timo Glock kollidierte und aussichtslos zurückfiel.

Neuer Anwärter auf Position vier ist Toyota. Jarno Trulli sagte nach Platz vier in Malaysia: "Ferrari, McLaren und BMW sind schneller als wir. Aber wir haben jetzt ein Auto, mit dem ich endlich wieder mithalten und fighten kann."

Das waren aber noch lange nicht alle Bewerber. Da wäre noch Renault, mit Alonso wieder in den Punkten, aber vom reinen Speed her nicht allzu konkurrenzfähig.

Dann gibt es noch Red Bull, die mit Mark Webber in Malaysia überzeugt haben. Und selbst Toro Rosso und Honda sind in diesem Kampf nicht aussichtslos weit zurück.

Bunte Startaufstellungen scheinen in der Zukunft garantiert.

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