Bitter! DEB-Team verliert OT-Krimi

SID
Freitag, 12.05.2017 | 22:35 Uhr
Deutschland unterliegt Dänemark bei der Eishockey-WM knapp
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Die deutsche Nationalmannschaft ist bei der Heim-WM im Rennen um den Viertelfinaleinzug aus dem Tritt geraten. Noch ohne den NHL-Jungstar Leon Draisaitl verlor das Team von Bundestrainer Marco Sturm gegen Dänemark mit 2:3 (2:2, 0:0, 0:0, 0:1) nach Verlängerung und liegt nach der dritten Niederlage in der Gruppe A drei Punkte hinter dem Tabellenvierten Lettland.

"Der Frust ist groß. Wir haben ein gutes Spiel gemacht", sagte Christian Ehrhoff nach dem Spiel bei Sport1, "der einzige Vorwurf, den wir uns machen können, ist, dass wir die Tore nicht gemacht haben." Auch Sturm bilanzierte: "Der Unterschied war der dänische Torhüter. Generell haben wir gut gespielt. Wir hatten genügend Chance, das Spiel zu gewinnen."

Die Auswahl des Deutschen Eishockey-Bundes (DEB) muss die letzten beiden Vorrundenspiele am Samstag (20.15 Uhr/Sport1) gegen Aufsteiger Italien und am Dienstag (20.15 Uhr/Sport1) gegen Lettland gewinnen, um noch eine Chance auf die K.o.-Runde zu haben. Spätestens am Dienstag soll auch Draisaitl mitwirken, der am Samstag in Köln erwartet wird.

Der Nürnberger DEL-Rekordtorjäger Patrick Reimer (9.) und der Münchner Brooks Macek (10.) erzielten vor 18.628 Zuschauern in der ausverkauften Lanxess Arena die Tore für die deutsche Mannschaft. Frederik Storm (17.), Morten Poulsen (17.) und Peter Regin (62.) trafen für die Dänen. Mit Verdacht auf Schlüsselbeinbruch schied der Kölner Verteidiger Moritz Müller aus.

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Ersetzt Grubauer Greiss?

Auch Torhüter Philipp Grubauer von den Washington Capitals wird die DEB-Auswahl verstärken, das bestätigte am Abend sein Klub. Sein NHL-Kollege Greiss saß nur auf der Bank, weil er wegen einer Oberkörperverletzung "noch nicht bei 100 Prozent" sei, wie Sturm erklärte.

Mit dem Instagram-Like zu einem Hitler-Vergleich hatte der 31-Jährige für Aufregung gesorgt. DOSB-Präsident Alfons Hörmann drohte ihm mit dem Ausschluss aus dem deutschen Olympia-Team. "Wer so agiert oder kommuniziert, kann nicht Teammitglied in Pyeongchang sein", teilte Hörmann dem SID mit.

"Er ist kein Rechtsextremist, er ist kein Nazi", erklärte kurz vor dem Spiel DEB-Vizepräsident Marc Hindelang. Der Goalie der New York Islanders, der seit mehr als zehn Jahren in den USA lebt, bleibe im WM-Kader und werde nicht suspendiert. Greiss hatte im sozialen Netzwerk Instagram einem Post ein "Like" gegeben, der die US-Präsidentschaftskandidatin Hillary Clinton mit Adolf Hitler vergleicht. "Nie verhaftet, nie verurteilt, genauso unschuldig wie Hillary", heißt es neben einem Bild Hitlers. Mittlerweile hat Greiss sein "Like" wieder zurückgezogen.

Draisaitl kommt, aber "es war eine lange Saison"

Hoffnungsträger Draisaitl soll am Samstagmorgen um 10.55 Uhr in Frankfurt landen und am Mittag zum DEB-Team stoßen. Ob der Jungstar der Edmonton Oilers schon am Abend gegen Italien zum Einsatz kommt, ließ Sturm noch offen: "Wir müssen uns unterhalten, wie er sich fühlt. Es war eine lange Saison." Spätestens im letzten Vorrundenspiel am Dienstag (20.15 Uhr im LIVETICKER) gegen Lettland soll der gebürtige Kölner auf dem Eis stehen.

Draisaitl lässt WM-Einsatz gegen Italien noch offen

Greiss' Vertreter Danny aus den Birken vom Meister Red Bull München sah einen frühen Rückschlag für das deutsche Team: Müller musste schon nach wenigen Minuten vom Eis und wurde ins Krankenhaus gebracht. Dennoch bestimmte die DEB-Auswahl zunächst das Spiel und ging verdient durch einen Doppelschlag von Reimer, der den Puck aus der Luft ins Tor beförderte, und Macek, der einen Pass von Yannic Seidenberg verwertete, mit 2:0 in Führung.

DEB-Coach Sturm: "Kopf oben halten"

In nur 25 Sekunden glichen die Dänen aus, und vor beiden Gegentoren wehrte aus den Birken die Scheibe nach vorne ab. Storm und Poulsen waren im Nachsetzen erfolgreich. "Wir müssen einfach wieder geradliniger spielen", forderte Reimer nach dem ersten Drittel bei Sport1.

Im zweiten Durchgang konnte das Sturm-Team vier Minuten in Überzahl nicht zur erneuten Führung nutzen. Die Nervosität der Spieler war deutlich spürbar. Immerhin überstand die DEB-Auswahl 78 Sekunden in 3:5-Unterzahl unbeschadet.

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