Sonntag, 15.05.2011

Eishockey-WM, Finale: SWE - FIN 1:6

Finnland ist Weltmeister!

Schweden ging im WM-Finale in Bratislava zwar in Führung, aber Finnland drehte das Spiel und ist 16 Jahre nach dem Triumph von Stockholm (4:1 gegen Schweden) zum zweiten Mal Weltmeister. Finnland gewann nach einem unfassbaren Schlussdrittel mit 6:1 (0:0, 1:1, 5:0) und feierte damit den höchsten Finalsieg der WM-Geschichte. Die Schweden mit elf Spielern unter 23 Jahren verpassten im Duell der nordischen Nachbarn ihren neunten WM-Titel.

Finnland holte sich zum zweiten Mal nach 1995 den WM-Titel
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Finnland holte sich zum zweiten Mal nach 1995 den WM-Titel

Nach einem torlosen ersten Drittel brachte Schwedens Jungstar Magnus Pääjärvi (28.) die Tre Kronors in Führung. Sieben Sekunden vor Ende des zweiten Drittels sorgte Jarkko Immonen im Power Play mit seinem neunten WM-Tor für den wichtigen Ausgleich.

Es folgte ein unfassbares Schlussdrittel, das die Finnen mit 5:0 für sich entschieden. Ein Doppelschlag durch Petteri Nokelainen (43.) und Niko Kapanen (44.) innerhalb von nur 46 Sekunden brachte die Suomi auf die Siegerstraße. Schweden kam nicht mehr zurück. Im Gegenteil.

DEB-Auswahl auf Olympia-Kurs

Janne Pesonen (57.) und Mika Pyörälä (58.) sorgten sogar noch für einen weiteren Doppelschlag. Diesmal lagen nur 35 Sekunden zwischen den finnischen Toren. Den Endstand markierte dann noch Antti Pihlström (60.).

"Für solche Momente spiele ich Eishockey", sagte NHL-Profi Tuomo Ruutu mit der Goldmedaille um den Hals. "Beim ersten WM-Titel war ich zwölf", erzählte Ruutu weiter, "ich hab's am Fernseher verfolgt und bin am nächsten Morgen in die Schule gegangen. Ich kann mich noch gut daran erinnern. Es war ein langer Weg hierher."

Tschechien holt Bronze

Und Stürmer Jani Lajunen meinte: "Das war das beste Spiel der ganzen WM. Das 1:1 hat uns unglaublich viel Energie gegeben. Es ist absolut verrückt. Ich werde wohl erst morgen wissen, was das hier bedeutet."

"Wir waren mental stark. Wir lagen fast in jedem Spiel mit ein, zwei Toren hinten, sind aber immer zurückgekommen. Das sagt eine Menge über den Charakter dieses Teams aus", sagte Trainer Jukka Jalonen.

Die Bronzemedaille ging an Tschechien, das sich in einem wilden Spiel um Platz drei mit 7:4 gegen Russland durchsetzte. Superstar Alexander Ovechkin blieb auch in seinem fünften WM-Einsatz ohne Scorerpunkt. Kein einziger Russe schaffte es außerdem ins All-Star-Team.

Das besteht aus David Petrasek (Schweden) und Marek Zidlicky (Tschechien) in der Verteidigung, im Sturm wurden Patrik Berglund (Schweden), Jaromir Jagr (Tschechien) und Jarkko Immonen (Finnland) ausgewählt. Schwedens Keeper Viktor Fasth wurde nicht nur ins All-Star-Team gewählt, er wurde auch Nachfolger von Dennis Endras als WM-MVP.

Eishockey: Die Weltmeister der letzten zehn Jahre
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Der Star des Spiels: Jarkko Immonen. Die Auszeichnung gilt nicht allein für das Finale, sondern für das gesamte Turnier. Im Endspiel hätte die Wahl auch auf jede Menge andere Finnen fallen können. Auf Goalie Petri Vehanen, der das Duell gegen Viktor Fasth klar für sich entschied. Oder auf die nominell vierte Reihe der Finnen um Petteri Nokelainen, Antti Pihlström und Jani Lajunen, die ein fantastisches Spiel machte. Star des Turniers ist aber ohne Frage Immonen. In der NHL (20 Spiele für die NY Rangers) hat er sich nie durchsetzen können, aber der KHL-Legionär aus Kazan hat bei der WM gezeigt, was er drauf hat. Bester Torschütze (9 Tore), bester Scorer (12 Punkte) - Immonen war überragend. Und sein 1:1 im Finale war ein absolutes Traumtor. Ein echter Laser-Strahl.

Analyse: Es war vor dem Spiel schon klar, dass hier kein Offensiv-Spektakel zu erwarten ist. Zwei Top-Torhüter, zwei extrem disziplinierte Mannschaften - es roch nach wenigen Toren. Und zunächst lief es auch genau so, wie man sich das vorgestellt hatte. Es entwickelte sich ein extrem ausgeglichenes Spiel. Es fehlten vielleicht die ganz spektakulären Aktionen, aber läuferisch und von der Geschwindigkeit war es vom Allerfeinsten, was beide Teams boten.

In einer Phase, in der Finnland eigentlich am Drücker war, brachte Pääjärvi Schweden im zweiten Drittel in Führung. Und die Tre Kronors hatten danach exzellente Chancen, das 2:0 zu machen. Top-Torjäger Patrik Berglund traf aber nur den Pfosten. Wäre dieser Puck ins Tor gegangen, die Partie wäre sicher ganz anders verlaufen.

So blieben die Finnen im Spiel und nutzten kurz vor Drittelende durch Immonen eine Power-Play-Chance zum Ausgleich. Ein eminent wichtiger Treffer. Was danach im dritten Drittel folgte, kann man nur mit einem Wort beschreiben: unfassbar. Nach dem Doppelpack von Nokelainen und Kapanen zu Beginn des Drittels war das Spiel schon so gut wie gelaufen.

Die Schweden kamen gegen den starken Forecheck der Finnen nicht mehr zurück ins Spiel und luden den Gegner durch schlechtes Defensivverhalten sogar noch zu einem weiteren Doppelschlag ein (Pesonen, Pyörälä). Der Schlusspunkt durch Pihlström passte ins Bild. Die Finnen waren außer Rand und Band, die Schweden fielen dagegen komplett in sich zusammen und mussten sich vom Erzrivalen noch böse demütigen lassen.

Da nützt es den Schweden auch rein gar nichts, dass sie am Ende sogar mehr Schüsse auf dem Konto hatten (33:32). Finnland hat sich den Titel absolut verdient. Die Finnen sind in der Vergangenheit immer für ihre vielen Final-Niederlagen bekannt gewesen, jetzt haben sie es endlich mal wieder ganz nach oben geschafft und können ihren Titel im nächsten Jahr zuhause verteidigen. Die WM 2012 und die WM 2013 werden beide gemeinsam von Schweden und Finnland ausgetragen.

Der WM-Titel der Finnen zum Nachlesen im Ticker

Florian Regelmann

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