Bamberg - Khimki 84:79

Wanamaker! Bamberg-Traum lebt

Freitag, 18.03.2016 | 00:00 Uhr
Brad Wanamaker (r.) zeigte gegen Khimki eine unglaubliche Schlussphase
© getty
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Brad Wanamaker hat die Playoff-Chancen der Brose Baskets Bamberg (5-6) mit einer unglaublichen Leistung am Leben erhalten. Am 11. Spieltag des Top 16 der Turkish Airlines Euroleague siegten die Baskets über Khimki Moskau (5-6) mit 84:79.

In der ersten Halbzeit passte kein Blatt zwischen beide Teams, sodass es mit 40:40 in die Pause ging - doch dann zeigte Khimki all seine Klasse. Angeführt von Alexey Shved, Zoran Dragic (beide 14 Punkte) und Tyrese Rice (9, dazu 11 Assists) zogen die Russen zeitweise auf 9 Punkte davon und schienen nicht mehr zu schlagen. Dann kam allerdings der Auftritt von Brad Wanamaker.

18 seiner 25 Punkte legte der Point Guard im letzten Viertel auf, dazu kamen noch 7 Rebounds und 5 Assists. Gemeinsam mit Leon Radosevic (18), Nikos Zisis (16, dazu 8 Assists) und Nicolo Melli (7, dazu 13 Rebounds) sorgte er dafür, dass Bamberg von der Bilanz her mit Khimki gleichzog.

Das Hinspiel jedoch ging mit 17 Punkten an Khimki, weshalb der direkte Vergleich immer noch an die Russen geht. Daher verbleibt der deutsche Meister vorerst auf Platz 6 in Gruppe F, könnte es aber noch auf Platz 4 und damit die Playoff-Plätze schaffen. Bamberg empfängt am 12. Spieltag Tabellenführer ZSKA Moskau, Khimki hat bei Zalgiris Kaunas direkt das nächste Auswärtsspiel.

Die Reaktionen:

Andrea Trinchieri (Coach Bamberg): "Wir waren in Bedrängnis, aber wir haben nie aufgegeben. Das wichtigste ist, dass wir einen Weg gefunden haben, das Spiel zu gewinnen. Man darf das Herz eines Champions nie unterschätzen, Brad ist ein einzigartiger Typ. Ich glaube, dass er 34 Minuten lang schlecht gespielt hat, aber wie gesagt, man darf das Herz eines Champions nie unterschätzen."

Brad Wanamaker (Bamberg): "Ich hatte einen guten Rhythmus, meine Mitspieler haben mir einfach immer wieder den Ball gegeben. Wir haben aber auch sehr starke Defense gespielt, und haben danach das Tempo forciert. Wir wussten, dass wir gewinnen mussten."

Der SPOX-Spielfilm:

Vor dem Tip-Off: Bamberg startet klein mit Wanamaker, Zisis, Miller, Harris und Melli. Der neue Khimki-Coach Dusko Ivanovic vertraut zunächst Rice, Shved, Honeycutt, Monia und Davis.

4.: Die Bamberger gehen zum Start viel zu sorglos mit dem Ball um, Khimki antizipiert gefühlt jeden zweiten Pass. Allerdings haben auch die Russen noch keinen Rhythmus. Heckmann kommt rein und trifft direkt den Layup - 6:5 für die Baskets.

8.: Melli ist schon wieder Gold wert! Der Italiener zieht Fouls, holt fleißig Rebounds - und trifft dann aus dem Mismatch den Jumper über Rice. Doch der kontert mit einem schwierigen Layup, 13:11 Khimki.

10.: Bamberg hat sich jetzt mehrfach defensiv völlig aushebeln lassen, Augustine bekommt den völlig freien Dunk. Radosevic antwortet per And-1, dann trifft auch Zisis. 17:16 Khimki.

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15.: Rice überrumpelt Wanamaker mit feinem Pass auf Augustine, der den Ball nur reinlegen muss. Dann fängt Dragic einen Pass ab und trifft den Fastbreak-Layup, Wanamaker antwortet von Downtown. Strelnieks gleicht an der Freiwurflinie aus. 26:26.

20.: Immer wenn sich Khimki leicht absetzt, kommt Bamberg umgehend wieder zurück - die Teams sind wahrlich auf Augenhöhe. So auch in den letzten Sekunden: Strelnieks schickt die Partie mit dem Jumper mit 40:40 in die Unterbrechung.

23.: Es wird gefährlich für Bamberg. Shved und Monia treffen zwei Triples, dann bedient Rice Augustine so schön, dass der nur beglückt grinsen kann. 8:0-Run! Trinchieri nimmt die Auszeit.

30.: Die individuelle Klasse von Shved und Dragic ist und bleibt brutal. Die beiden Ex-NBA-Spieler hauen nacheinander wunderschöne Layups raus. Dann versemmelt ausgerechnet Strelnieks zwei Freiwürfe - nicht sein Spiel bisher. 64:56 Khimki.

34.: So schnell kann es dann doch wieder gehen! Erst haut Zisis einen seiner berüchtigten Line-Drive-Dreier rein, dann klaut Miller Shved den Ball. Den Fastbreak schließt Radosevic per Dunk ab - nur noch 1 Zähler Rückstand!

37.: Ist das ein Kampf! Wanamaker macht erst unterm Korb den Bulldozer gegen Shved, danach rennt er allen davon und vollendet das And-1. Dann gleicht Zisis per Dreier aus! Ivanovic nimmt nochmal die Auszeit...

40.: Wanamaker! Schon wieder ein Layup, danach lässt er wieder alle stehen - und stopft den Ball mit Foul durch die Reuse! Der Freiwurf sitzt auch. Augustine punktet am Korb, aber Wanamaker trifft auch noch aus der Mitteldistanz. Dann zieht er Freiwürfe und trifft. Koponen trifft Dreier und And-1, aber Wanamaker schießt mittlerweile Flammen aus seinem Hintern! Die Freiwürfe sitzen wieder, Bamberg behält den Sieg!

Bamberg vs. Khimki: Hier geht's zum BOXSCORE

Der Star des Spiels: Bradley Wanamaker. Unfassbar, was der Amerikaner in der Schlussphase ablieferte. Immer ging der Ball zu ihm, immer fand er irgendwie den Weg zum Korb und traf dann auch die ganz wilden Dinger. Er war zur Stelle, als es zählte, und riss sein Team mit. Überragend!

Der Flop des Spiels: Tyrese Rice. Als Vorbereiter überragend, aber seinen Wurf hatte Rice offenbar in Russland zurückgelassen. Traf nur einen seiner sieben Dreierversuche, insgesamt stand er bei 4/13 FG. Auch von Petteri Koponen kam indes zu wenig.

Das fiel auf:

  • Bamberg hatte Anfang des Spiels große Probleme unterm eigenem Korb. 5 Offensiv-Rebounds erlaubten die Baskets Khimki allein in den ersten Minuten, sodass sich Trinchieri in einer Auszeit fürchterlich aufregte - danach wurde es etwas besser. Dennoch fehlte es dem starken Rebounder Melli bisweilen an Unterstützung.
  • Das war teilweise dem Einsatz, teilweise aber auch den überwiegend sehr kleinen Lineups der Baskets geschuldet. Offensiv funktionierte das ziemlich gut, denn mit ihrem Speed hängten sie den Gästen jede Menge Fouls an, auch das Ball-Movement passte. Defensiv fehlte es nur eben auch recht häufig an Rim Protection. 62 Prozent der Zweipunktwürfe traf Khimki in der ersten Halbzeit.
  • Unterm neuen Coach Ivanovic passte bei Khimki erwartungsgemäß noch nicht alles zusammen - der Einsatz beziehungsweise die Physis stimmte allerdings von Anfang an. Trinchieri bemängelte in der Halbzeit, dass sein Team die physische Herausforderung nicht wirklich annahm, mit Ausnahme von Melli traf dies auch zu. Gerade defensiv führten wenige hart gestellte Blöcke zu oft dazu, dass ein Khimki-Spieler völlig frei zum Abschluss kam.
  • Der Dunk mit Foul von Wanamaker in der Schlussphase war dann die Initialzündung, die Bamberg offensichtlich gebraucht hatte. Der BBL-Finals-MVP von 2015 strahlte am Ende so ein Selbstvertrauen aus, dass sein Team sich davon komplett mitreißen ließ. Fortan wurde um jeden Ball gefightet, jedem Loose-Ball nachgegangen - und gewonnen.

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