Wintersport

Stefan Kraft über kurioses WM-Springen: "So etwas habe ich noch nie erlebt"

Von APA
Stefan Kraft
© GEPA

Für Stefan Kraft endete eine von vielen als irreguläres Springen angesehene Medaillenentscheidung glücklich. Seine Bronzene war massiv von den Witterungsverhältnissen im 2. Durchgang begünstigt, die etwa auch Sieger Dawid Kubacki von Rang 27. noch zu Gold spülten. Hier Stefan Krafts Gedanken zum speziellen Edelmtetall.

Frage: Was bedeutet Ihnen Ihre dritte Einzel-Medaille in Folge?

Kraft: "Das war schon sehr emotional heute, noch dazu mit diesem Wettkampf. Daheim zwei Medaillen, das ist echt perfekt. Etwas Husten und Halsweh sind dazugekommen, die Bedingungen waren echt schwierig. Aber ich bin zur WM richtig gut in Schuss gekommen, das hat mich mega-happy gemacht, dass ich hier voll angasen kann und dass ich schon wieder zwei Medaillen habe, ist ein Wahnsinn."

Frage: War es ein fairer Wettkampf bei diesen Bedingungen?

Kraft: "Es war nicht die fairste Konkurrenz, aber wenn man die Trainingssprünge ansieht, wären wir drei immer oben gestanden und vielleicht auch noch Kobayashi. Dass sich die Besten so durchsetzen, das hätte ich nicht mehr geglaubt."

Frage: Haben sie nach dem ersten Durchgang noch eine Medaille für möglich gehalten?

Kraft: "So etwas habe ich noch nie erlebt. Vom ersten Durchgang an hat man gewusst, dass es schwierig wird und so war es auch. Ich habe danach gewusst, zehn Punkte auf Kobayashi sind nicht die Welt, das kann man schon aufholen. Ich habe gute Sprünge gezeigt und habe mich sehr gut gefühlt von den Beinen und genau gewusst, was ich zu tun habe. Ich habe gewusst, ich bringe das heute zusammen. Dass es so kompliziert und schwierig wird, hat mir doch ein paar Nerven gekostet."

Frage: "Wir haben Sie das Warten vor den letzten Springern empfunden?

Kraft: "Ich habe mir gedacht, ich werde Fünfter oder Sechster. Aber Geiger ist zurückgefallen und dann konnte ich nicht mehr hinschauen. So ist es mir auch noch nie gegangen. Ich habe auf eine Medaille gehofft, aber erst nach Geiger."

Frage: Dabei waren das heute bei weitem nicht ihre liebsten Bedingungen.

Kraft: "Ich hasse es. Immer wenn es so war, bin ich einen Sch... gehüpft. Aber im Probedurchgang habe ich mich echt gut vorbereitet mit den früheren Erfahrungen. Ich habe mir gedacht, Knie vor, egal, wenn es dich noch weiter vorschiebt, du ziehst das heute so durch. Aber man ist im zweiten Durchgang immer langsamer geworden, ich bin auf den Zehen runtergefahren, aber habe gedacht zieh' es trotzdem durch, mach einen langen Sprung, sei nicht zu spät und es war dann auch ein sehr guter Sprung."

Frage: Wenn sie Siebenter nach dem ersten Durchgang gewesen wären, hätte es bei den immer schlechteren Bedingungen wohl nicht für Bronze gereicht.

Kraft: "Nein, dann hätte ich einen Salto gerissen. Ich bin so schon voll auf den Zehen gestanden, ich habe voll riskiert und es hat sich Gott sei Dank ausgezahlt."

Frage: Kommt jetzt noch eine Mixed-Medaille als Draufgabe?

Kraft: "Da traue ich mir jetzt nichts zu sagen. Wenn die Bedingungen wieder so sind, macht Kasachstan vielleicht auch noch eine Medaille. Aber unser Team ist stark, wir haben es sicher drauf. Ich fühle mich sehr wohl auf dieser Schanze, das hätte ich früher nicht gesagt, wir haben sicher gute Chancen."

Frage: Wie stufen Sie die Leistung ihres Mixed-Partners Philipp Aschenwald beim vierten Platz ein?

Kraft: "Für Philipp tut es mir leid, er hatte einen wirklich guten Wettkampf. Aber wir haben morgen noch eine Chance. Ich wäre auch gerne mit Michi (Hayböck, Anm.) gesprungen, aber Philipp hat es sich verdient."

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